In zweiter Auflage wird Österreichs größter Bezirk, Liezen, die regionale10 unter der künstlerischen Leitung von Dietmar Seiler ausrichten – „In der Mitte am Rand“ gelegen.
Es ist zunächst einmal viel Land, in dem Dietmar Seiler und sein Team in der Zeit vom 2. Juni bis zum 14. August 2010 zum zweiten Mal das Landeskulturfestival auf die Beine stellen. Und das wird bei Organisatoren und Publikum Wad’ln erfordern. Ein schon fixierter Programmteil „Grenzgang“ zieht sich über die gesamte regionale-Dauer und entlang ihrer geografischen Grenzen. In einer über Etappen geführten Tour, mit Ausgangspunkten in den 30 Randgemeinden, wird der Bezirk auf 400 Kilometern und 40.000 Höhenmetern umwandert. Feuerwehren, Kräuterhexen und Hüttenwirte arbeiten derzeit an Details für die „schrägste, lustigste und originellste Etappe“. Während der letzten fünf Tage zieht dann eine Kulturkarawane von Pürgg durch das Tote Gebirge zum Abschlussfest der regionale nach Altaussee.
Auf Initiative von Landeskulturreferent Kurt Flecker löste die regionale08 im Bezirk Feldbach erstmals die jährlichen Landesausstellungen ab. Noch am Vorabend der regionale-Präsentation war in einer SPÖ-Klausur Fleckers Wechsel aus dem Kulturressort in das Landespräsidium beschlossen worden. Nichtsdestotrotz legte er seine Intentionen zu regionale und Kulturpolitik nochmals dar: „Zeitgenössisches, Regionales und Importiertes“ werden die inhaltlichen Eckpunkte des Festivals markieren und das „abseits vom Quotendruck“. „Mein Bestreben war es“, hielt Flecker darüber hinaus fest, „den Geschmack von selbsternannten Eliten nicht zum Maßstab zu machen. Kultur und Kunst sind Werte für sich und dürfen nicht als Anhängsel irgendwelcher Umwegrentabilitäten benutzt werden.“ Wie immer sie daherkommen mag, dürfe Zensur keinesfalls stattfinden; was an künstlerischer Äußerung vorerst unverstanden bleiben mag, müsse dennoch seitens der Kulturpolitik möglich gemacht werden, um öffentlich rezipiert werden zu können. „Kultur ist eine zutiefst politische Sache und gesellschaftlich zutiefst relevant.“
In medias, entsprechend dem Motto „In der Mitte am Rand“, führte Dietmar Seiler, vormals Programmbeirat für Graz 2003, Kommunikator beim Steirischen Herbst und zuletzt Dramaturg des Theaters am Neumarkt, Zürich. Aus 180 eingegangenen Programmvorschlägen werden ca. 30 umgesetzt. Festivalzentrum ist das ehemalige Hotel Karow in Liezen, von dort sendet auch Radio Freequens auf 100,8 MHz tägliche Liveberichte.
Kunst, die aus „spielerischer Aktivität durch Besucherinnen und Besucher“ soll unter dem Titel „Play Admont“ im Benediktinerstift nach einer Idee der Kuratoren Michael Braunsteiner und Christine Peters „entstehen“. Beteiligt sind daran Erwin Wurm und der Choreograf William Forsythe.
Schloss Trautenfels, Außenstelle des Universalmuseums Joanneum, ist Schauplatz der Ausstellung „Knoten Trautenfels – Transit und Eigensinn“. Interaktivität und Dialog sind dabei die zentralen Anliegen der Gestalter Adam Budak, Günther Holler-Schuster, Elke Murlasits und Karl Stocker.
21 Gemeinden sind eingeladen, im Rahmen von „Fremdsehen“ ausländische Gäste aus verschiedenen Lebensbereichen zu beherbergen. Diese werden Eindrücke und Erlebnisse dokumentieren. Das Projekt entsteht in Kooperation mit dem Afro-Asiatischen-Institut, uniT, Megaphon, Caritas und ISOP.
Der „Kunstlügner“ (Die Zeit) Hans Peter Litscher (CH) wird in Liezen ein temporäres Museum einrichten. „Learning von Liezen“ wird Führungen durch Stadt und Museum anbieten, während der Dichtung und Wahrheit in Eins fliesen.
In einem weiteren noch in Arbeit befindlichen Projekt steht die Landschaft der Region im Mittelpunkt, der naturgemäß vielerorts ist und mit dem regionale-Logo X (hier! oder 10 oder …) markiert ist.
Keine groß angelegten Symposien will regionale-Koordinator Karl Glawischnig veranstalten. Dem ehemaligen Chef der Baubezirksleitung Liezen geht es mit einem weiteren Projekt um Vermittlung von „qualitätsvoller Alltagsarchitektur“ in Fortführung seiner Exkursionen und Diskussionen um das Thema Baukultur im Bezirk Liezen.
Weitere Entwicklungen unter www.regionale10.at
- Verfasser/in:
- Wenzel Mracek, Bericht
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