regionale12–Sieger ist der Bezirk Murau

Die dritte Ausgabe des steirischen Kultur-Festivals regionale findet 2012 im Bezirk Murau statt. Das hat gestern eine internationale Jury entschieden.

07/09/2010

Die dritte Ausgabe des steirischen Kultur-Festivals regionale findet 2012 im Bezirk Murau statt. Das hat gestern eine internationale Jury entschieden. Für die regionale12 haben insgesamt 18 Regionen Bewerbungen eingereicht, drei davon, Murau, Leibnitz und Deutschlandsberg wurden in nach der ersten Wettbewerbsstufe eingeladen, detaillierte Konzepte auszuarbeiten. Das Projekt der Holzwelt Murau unter der Federführung von Pater Gerwig Romirer vom Stift St. Lambrecht überzeugte die Jury: „Murau hat das stringenteste und vielschichtigste Konzept vorgelegt, von dem wir annehmen, dass es die Region in all ihrer Komplexität auch am besten darstellt. Wir erwarten uns auch einen großen Schub für die regionale Entwicklung", lautet die Begründung der Jury, der unter dem Vorsitz von Joanneums-Intendant Peter Pakesch, der Kunstuniversität-Vizerektor Robert Höldrich, die Filmpublizistin Birgit Flos, die Intendantin der Internationalen Kulturfabrik Kampnagel in Hamburg, Amelie Deuflhard und der Komponist Klaus Lang angehörten.

Kulturlandesrätin Bettina Vollath betont: "Die Vielzahl und Diversität der Einreichungen hat wieder einmal eindrucksvoll bewiesen, wie vielfältig, innovativ und förderwürdig das künstlerische Potenzial der steirischen Regionen ist. Um all diese spannenden Visionen regionaler Kulturarbeit umsetzen zu können, bedarf es sicherlich noch einer Vielzahl von regionalen. Deswegen werde ich auch am Erfolgskonzept der regionale, die eine Investition in die Zukunft der steirischen Bezirke ist, festhalten und möchte noch vielen weiteren Regionen diese intensive und nachhaltige Erfahrung ermöglichen. Ich gratuliere der – von der Jury einstimmig ausgewählten – Siegerregion Murau und wünsche ihr viel Erfolg bei der Entwicklung und Ausrichtung der regionale12.

Die Holzwelt Murau verbindet die Tradition der waldreichen Region mit modernen Methoden der Bionik, sie baut auf Holz und setzt auf das Lernen von der Natur. Eines wurde hier wieder einmal ganz klar ersichtlich: Wir haben in der Steiermark regional ein immenses künstlerisches Potenzial und das gilt es zu fördern und regional, national und international sichtbar zu machen. Besonders freut es mich, dass wir mit der Entscheidung zur regionale12 einen Beitrag leisten können, zeitgenössische kulturelle Vielfalt in der Steiermark zu sichern."

„Holz und Wasser als wesentliche Elemente der Natur und die kulturellen Aktivitäten des Menschen seit Jahrtausenden haben in spannendem Wechselspiel eine Landschaft geformt, die ständig verändert wird und verändernd wirkt. Wir wollen daher ein Kunstfestival ermöglichen, das interaktiv mit den zwei Geschwindigkeiten des Holzes spielt: vom unmerklich langsamen Wachsen bis zum raschen Dahinfließen, Schwingen, Biegen, Brechen und Aufeinanderprallen.“ heißt es im Programmpapier der Region Murau.

Unter der Metapher „Treibholz“ wollen die Verantwortlichen mit der regionale12 „ …den Phänomenen nachspüren, welche die Wechselwirkungen zwischen Mensch, Landschaft und Kunst hervor bringen, wollen durch Positionierungen der Kunst das Wahrnehmungspotential der Menschen provozieren, wollen im interaktiven Spiel zu neuen Perspektiven hinführen und damit dem jahrtausendelangen Prozess der Bewegung einen weiteren kräftigen künstlerischen Impuls geben. Holz ist für uns Murauer nicht nur ein Lebewesen sondern ein Mitbewohner.“

Der Rhythmus der Natur soll auch die Dauer der Regionale bestimmen: Start mit dem ersten Vollmond im Frühjahr, wenn die Bäume im Saft stehen, Ende mit dem zunehmenden Mond im September, der in der Forstwirtschaft für Neupflanzungen und Aufforstungen genutzt wird, das soll zugleich Beginn sein für die Nachnutzung und Fortführung von Projekten aus der regionale12.

Den Lebensraum der Region definieren die Verantwortlichen mit 3 Millionen Nadelbäumen, 300.000 Laubbäumen und 30.000 Menschen. Dazu gehört auch die internationale Vernetzung des Murauer Kunst- und Kulturnetzwerkes vom Bionik Austria Netzwerk über die europäischen Shakespeare-Tage auf Schloss Obermurau bis zum alljährlichen Künstlertreff „Hotel Pupik“ in der Schwarzenbergschen Meierei Schrattenberg und dem Stift St. Lambrecht. Die Bionik, die Entschlüsselung von Erfindungen der Natur bestimmt auch einige Programmideen, etwa im Projekt „Bio(n)SIK“, das einen Ort aus und mit den Klängen der Natur erstehen lassen soll. Die Uferlandschaft als Lebensraum mit dem Wasser als Transportmittel für Treibgut und die Tradition des Kulturraumes werden ebenso in den Programmen ihren Niederschlag finden.

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