Das Unternehmen Kastner & Öhler schrieb im Juli 2005 einen internationalen Wettbewerb aus und verfolgte damit zwei Ziele: Die Sanierung einer der letzten Bausünden der 1970er Jahre in der berühmten Grazer Dachlandschaft und die Modernisierung des Stammhauses, in deren Rahmen die Verkaufsflächen um 10.000 m² erweitert werden und im obersten Geschoß eine große Dachterrasse mit Restaurantbetrieb entstehen soll.
14 Architekturbüros reichten ihre Vorschläge ein. Ursprünglich sollte der Wettbewerb bereits während der ersten Jurysitzung im Oktober 2005 ein Ergebnis bringen (zum detaillierten Protokoll dieser Sitzung gelangen Sie über den unten angeführten Link). Die Fachpreisrichter Roman Delugan, Daniele Marques, Friedrich Mascher (AIK), Volker Giencke, Gertrud Celedin (ASVK) und Michael Rednik (Vorstand Grazer Stadtplanung) nahmen dagegen vier Projekte in die engere Wahl und schlugen deren Überarbeitung vor.
Am 14. und 15.12.2005 fand die Jurysitzung des Überarbeitungsverfahrens statt. Die vier ausgewählten Architektenteams - Dietger Wissounig, Gangoly/Saiko, Nieto Sobejano Arquitectos und Wiel Arets - präsentierten in diesem Rahmen persönlich ihre Projekte. Eine international besetzte Jury wählte am 15.12.2005 den Entwurf von Nieto/Sobejano aus Madrid einstimmig zum Sieger (GAT berichtete)
> PROTOKOLL der Jurysitzung des Überarbeitungsverfahrens Kastner & Öhler Graz
Datum: Mittwoch, 14.12.2005
Beginn der Sitzung: 13:00 Uhr.
Der Juryvorsitzende Delugan begrüßt alle Anwesenden:
Thomas Böck, Mag. (Sachpreisrichter, Schriftführer)
Anna Haindl (Sekretärin des Schriftführers)
Gerhard Eder, Arch. DI (Vorprüfer)
Gertrude Celedin, Dr. (Fachpreisrichterin, ASVK)
Michael Kastner, Mag. (Ersatzsachpreisrichter)
Klemens Klinar, DI (Ersatzfachpreisrichter, Stadtplanung)
Michael Redik, DI (Fachpreisrichter, Vorstand Stadtplanung)
Volker Giencke, Univ. Prof. Arch. DI (Ersatzpreisrichter, ASVK)
Hans Schullin, Dr. (Sachpreisrichter Grazer Wirtschaft)
Daniele Marques, Univ. Prof. Dipl. Arch. ETH SIA BSA (Fachpreisrichter)
Martin Wäg, Mag. (Sachpreisrichter)
Friedrich Mascher, Arch. DI (Fachpreisrichter als Ersatz für Arch. DI Erich Steinmayr, AIK)
Roman Delugan, Arch. Mag. arch. (Fachpreisrichter, Juryvorsitzender)
Georg Eisenberger, Dr. Mag. (Ersatzpreisrichter)
und stellt die Beschlussfähigkeit des Gremiums fest.
Dr. Hans Schullin trifft um 13:30 Uhr ein.
Eder gibt zu Protokoll, dass die Prüfpläne per e-Mail fristgerecht von allen bis Freitag, den 9.12. eingereicht wurden. Alle Unterlagen waren vollständig, die Projekte prüfbar (Flächennachweis mit Polygonzügen). Die Prüfung erfolgte mittels Pflichtenheft laut Vorgabe.
Um 13:10 beginnt Projektvorstellung von Dietger Wissounig:
Hr. Wissounig erläutert anhand der Pläne, es gab Unklarheiten betreffs der PowerPoint Präsentation – dies wird seitens der Jury nicht als Nachteil gesehen.
Überarbeitet wurde das Projekt den Gesichtspunkten der wechselseitigen Beziehungen des Dachausbaus zur Altstadt und der Materialität und Formgebung in Fortführung zur Umgebung (Grabendächer).
Der Projektant erläutert seine Sicht von K&Ö als öffentlichen Raum, die städtebauliche Konzeption oder Begründung für die Aufstockung, die Konzeption der „neuen“ Dachlandschaft und deren Konstruktion in technischer, statischer und gestalterischer Hinsicht. Die vorgestellte Farbe kann changieren von rostrot, braun bis gold, Materialvorschlag ist Alu-Eloxal oder Edelstahl anodisiert.
Der Eingang zum Einliegerrestaurant wurde neu ausformuliert.
Die im Wettbewerb gestellten Fragen der Haustechniklösung werden plausibel ausgeführt.
Die speziellen Fragestellungen der Juroren zum inhaltlichen Verständnis werden durch den Projektanten anhand der Pläne erläutert.
Spezielle städtebauliche Fragestellung:
Redik fragt, ob angeführte Begründungen auch auf andere Bezirke anwendbar sind bzw. weist darauf hin, dass das Projekt punktuell 10 m hoch ist.
Wissounig weist darauf hin, dass Platz und Geschichte des Hauses Kastner & Öhler von der Stadt Graz nicht zu trennen sind und daher eine Einmaligkeit als existenter Bestandteil des Stadtraumes gegeben ist.
Kurzbeschreibung der Überarbeitung:
Das Projekt hat durch die Überarbeitung eine wesentliche Änderung vom Flachdach zum Grabendach erfahren. Dieses als Großfigur aufgesetzt korrespondiert nur in Teilen mit den Innenräumen und Terrassen.
Um 14:05 beginnt die Projektvorstellung von Saiko-Gangoly mit Plänen und PowerPoint.
Seitens der Projektanten wurden spezielle Punkte der Überarbeitungsempfehlung bearbeitet, dies sind die Materialwahl des Daches, der funktionale Aspekt der fehlenden Terrassen sowie die Verbindung der Kaufhausgeschosse mit dem Dachgeschoss.
Gangoly: Eine Adaptierung des Konzeptes war nicht möglich, daher erfolgte eine Neukonzeption. Die Versorgungs- und Erschließungseinheiten sind zentral im Gebäude zusammengefasst, das Abendrestaurant wurde auf eine 2. Ebene gelegt, der Zugang erfolgt von der Passage aus. Durch die konzentrierte Anordnung von Küche und Haustechnik gelangt man schnell zu den zentralen Punkten. Die 4-teilige Rolltreppenanlage und die 3 Lifte sind zentral angeordnet, daneben die Versorgung der Küche. Der Baukörper wird durch Atrien aufgelockert, (Belichtung für zentrale Küche), daneben ist die Haustechnik situiert. Die Küche ist sichtbar, jedoch durch ein Atrium vom Gastbereich getrennt, rundherum gibt es großzügige Terrassen.
Darüber liegt das Abendrestaurant entlang der Westfassade, sowohl mit dem Lift von der Tiefgarage als auch mit einem Lift von der Badgasse erreichbar. Das Abendrestaurant gestattet den Blick Richtung Kunsthaus und Richtung Schlossberg.
Als Dachmaterial wurde Cortenstahl gewählt, der zentrale Passagenteil ist verglast und gestattet einen Blick ins 1. Obergeschoss des Warenhauses. Durch Rolltreppenanlage und dem Atrium im 5. Stock sowie weiteren Atrien ergibt sich eine räumliche Verbindung von Warenhaus und Gastrozone. Am Dach entsteht eine gefaltete Dachlandschaft mit punktförmigen und horizontalen Öffnungen.
Die Fassade hinter dem Haus Sackstraße 13 ist Richtung Schlossberg verglast.
Es gibt 3 Terrassenflächen: Richtung Schlossberg, an der Südwestecke Richtung Franziskanerkirche und Richtung Rathaus und Richtung Kunsthaus und weiter Richtung Rathaus.
Saiko erläutert die städtebauliche Tunlichkeit: Das Ziel der Stadt Graz ist das STEK 3.0 mit Konzentration auf Handel, Tourismus, Dienstleistung.
Kastner & Öhler nimmt einen besonderen Status durch die Größe, Geschichte und Einzigartigkeit im Stadtraum ein. Der von K & Ö besetzte Bereich hat eine großmaßstäbliche Struktur im Gegensatz zur angrenzenden kleinteiligen Struktur. Aus der Straßenperspektive wird der Neubau nicht wahrgenommen, wohl aber vom Schlossberg und vom Mariahilfer Platz bzw. vom Kunsthaus. In der 1. Stufe wurde dem Blick vom Schlossberg zu viel Gewicht beigemessen, jetzt ist auch der Blick von der gegenüber liegende Murseite berücksichtigt, daher die 2. Schicht langer, liegender Flächen für den klassischen Schlossbergblick. Durch Zurückweichen wurden auch die Grenzen zum Haus Sackstraße 13 eingehalten.
Die speziellen Fragestellungen der Juroren zum inhaltlichen Verständnis sind auf Grund der Neukonzeption des Projekts massiv und betreffen wesentliche inhaltliche und technische Projektkomponenten, diese werden durch den Projektanten anhand der Pläne erläutert.
Spezielle städtebauliche Fragestellung:
Redik fragt nach einer städtebaulichen Folgewirkung dieses Projektes für andere Fälle in der Innenstadt.
Saiko erklärt die Einzigartigkeit von K & Ö, das teilweise im öffentlichen Interesse steht (Hinweis auf klassischen Warenhausbau von Fellner & Hellmer). Der touristische Effekt dieses Konglomerates an Funktionen (Geschäfte, Passage, Innenhöfe, Garage) ist z.B. weder bei einer Bank oder Versicherung gegeben. Eine Reduktionsfläche ist durch die Funktionsstruktur (Kern und 3 Seiten Gastrozone) ohne Einbußen möglich.
Kurzbeschreibung der Überarbeitung:
Das Projekt hat durch die Überarbeitung eine radikale Änderung erfahren und stellt daher eine Konzeption der Projekte der „großen“ Dächer mit zweigeschossigem Aufbau dar.
Um 15:15 beginnt die Projektvorstellung von Wiel Arets:
Seitens des Projektanten wurde nach Forderung einer kompletten Abdunkelung des Raumes für eine perfekte PowerPoint Präsentation, erläutert:
Das Projekt bietet nach wie vor die Qualität einer Zusammenfassung aller Baukörper durch Überspannen mit einem Glasdach die in der ersten Stufe des Wettbewerbs entscheidend für die Auswahl war. Die Dacherweiterung ist eine Zufügung zu den bestehenden Gebäuden ohne Änderung der Typologie. Das Dach ist teilweise transparent, teilweise nicht, und ist in der Längsachse geknickt. Das Rot in der Bedruckung des Glases stellt das Rot der Ziegeldächer der Umgebung dar. Durch die „Reiche“ ist ein Eingang zum Restaurant als Aufwertung in eine exklusive Adresse gedacht. Die Rolltreppen öffnen sich Richtung Dach, es wird zwischen Rolltreppenraum und Warenwelt des Kaufhauses bewusst differenziert. Ab dem 3. OG ist die Dachhaut in die innere Erschließung gezogen.
In der doppelten Außenwand sind Technik und Toiletten untergebracht, um das Haus so offen wie möglich zu halten. Eine Stahlkonstruktion mit 11 Linien unterstützt das Dach, nicht stützende Träger sind aus Alu, dadurch entsteht eine leichte Struktur. In diesen Aluträgern können Sprinkler und Leitungen geführt werden. Das transparente Glasteil wird in 2 Lagen bedruckt (außen ziegelrot, innen weiß), die Einfachverglasung nur rostrot. Auf der Innenseite ist die Dachhaut weiß. Die Dachhaut ist durchwegs konventionell und kostengünstig - auf die Profile geklemmt. 2 % der Dachfläche können geöffnet werden (Brandrauchentlüftung). In den abgeschrägten Teilen der Terrassen sind sehr große Schiebetüren untergebracht, um den Innenbereich zu einer offenen Plattform zu machen. Der Blick zum Schlossberg erfolgt nicht über eine Terrasse, sondern durch die Glasfassade und möglicherweise über die Öffnungsflügel. Der Fokus des Blicks nach außen liegt 1. auf den Südwestterrassen, 2. auf der Transparenz im Siebdruck und 3. auf den Öffnungsflügeln.
Es folgt eine Diskussion der Jury mit dem Projektanten beim Modell.
Kurzbeschreibung der Überarbeitung:
Durch das Wegschneiden der Dachterrassen aus der überspannenden Konstruktion heraus, umfasst diese nicht mehr den ganzen Gebäudekomplex. Die Farbgebung des Siebdrucks vom Grünbild als Merkmal des Baumbestands in der Stadt wurde auf Dachlandschaft Rotdruck geändert. Die funktionellen Mängel im Servicebereich der ersten Stufe korrigiert.
Um 16:25 beginnt die Projektvorstellung von Nieto/Sobejano:
PowerPoint Präsentation und Pläne, als Sprache wird Englisch festgelegt.
Die Struktur und die Achse des Daches sind nach Ost-West ausgerichtet, das neue Dach soll fragmentiert sein bzw. eine Skulptur darstellen. Modifiziert wurden teils die Höhen und die Abstände der Sheds. Im 5. OG wurde die Außenlinie durch einen Rücksprung und die Terrassensituation durch Schaffung einer 2. Terrasse in Richtung Hauptplatz bzw. Änderung der Terrasse Richtung Schlossberg modifiziert. Die Terrassenfläche wurde von 282 m² auf 482 m² erweitert, der Sitzbereich von 733 m² auf 764 m². Die Dachhöhen sind bei 3 Sheds (beide RT-Bereiche und 1 weiterer Bereich) höher als vorgegeben. Der Zweck ist, Licht in die unteren Geschoße zu bringen. Als Material wurde Stahlblech, phosphatfinished (außer Glas bei den vertikalen Teilen) gewählt, weil es im Gegensatz zu Kupfer keine Fugen braucht und eine glatte Oberfläche aufweist. Als Terrassenboden soll Holz verwendet werden, im Innenbereich eventuell Terrazzo.
Es folgt eine Diskussion der Jury mit dem Projektanten beim Modell.
Insbesondere hinterfragt werden, die in der Innenraumperspektive gewählten Materialien der Wand, die Farbgebung im Innenraum, die vorgeschlagene Perforierung der Wand, die Nutzung einer Dachfläche als Träger eines Logos welches wie in der Perspektive Mariahilferplatz gezeigt nicht wahrnehmbar ist und auch seitens des Auslobers nicht erwünscht ist.
Nach eingehender Diskussion stellt die Jury eine durchgängige Verbesserung aller Projekte fest.
Um 17:00 Uhr wird der erste Sitzungstag vom Vorsitzenden geschlossen.
Am zweiten Sitzungstag am Donnerstag, den 15.12.2005
Beginn: 09:50 Uhr, begrüßt der Vorsitzende Delugan die anwesenden Juryteilnehmer:
Thomas Böck, Mag. (Sachpreisrichter, Schriftführer)
Anna Maria Haindl (Sekretärin des Schriftführers)
Gerhard Eder, Arch. DI (Vorprüfer)
Christian Egger, Arch. DI (Vorprüfer)
Gertrude Celedin, Dr. (Fachpreisrichterin, ASVK)
Michael Kastner, Mag. (Ersatzpreisrichter)
Klemens Klinar, DI (Ersatzfachpreisrichter, Stadtplanung)
Michael Redik, DI (Fachpreisrichter, Vorstand Stadtplanung)
Volker Giencke, Univ. Prof. Arch. DI (Ersatzpreisrichter, ASVK) trifft um 09:58 Uhr ein
Hans Schullin, Dr. (Sachpreisrichter Grazer Wirtschaft) trifft um 09:54 Uhr ein
Daniele Marques, Univ. Prof. Dipl.Arch. ETH SIA BSA (Fachpreisrichter)
Martin Wäg, Mag. (Sachpreisrichter)
Friedrich Mascher, Arch. DI (Fachpreisrichter als Ersatz für Arch. DI Erich Steinmayer, AIK)
Roman Delugan, Arch. Mag. Arch. (Fachpreisrichter, Juryvorsitzender)
Georg Eisenberger, Dr. Mag. (Ersatzpreisrichter) trifft um 10:23 Uhr ein
Wäg wünscht, das BDA über das Siegerprojekt zu informieren.
Der Vorsitzende stellt den Antrag, einen Erstgereihten und drei ausgezeichnete Projekte ohne Reihung zu wählen.
Als “Back up“ wird vorgeschlagen, dass der Bauherr und die Jury erneut zusammentreten, sollte – aus welchen Gründen auch immer – das Siegerprojekt nicht verwirklicht werden können.
Der Antrag wird einstimmig angenommen.
Eingeleitet wird die Diskussion mit nicht nach Projekten geordneten Stellungnahmen der Jurymitglieder die das für und wider einzelner Projekte hervorheben.
Aus Sicht der Stadtplanung ist die Höhe ein wichtiges Kriterium für die städtebauliche Einfügungsmöglichkeit.
Die neue Ähnlichkeit der Projekte Wissounig und Nieto-Sobejano wird angesprochen. Alle Jurymitglieder erklären, keine Informationen an Wissounig weitergegeben zu haben. Das konzipierte Grabendach stellt jedoch eine eigenständige Lösung dar, die mit dem Projekt der Sheds nicht vergleichbar ist.
Beim Projekt Saiko Gangoly werden letztlich zwei Geschosse aufgebaut. Dies wird auch eine Weiterbearbeitung mit Korrektur der zu nieder angesetzten Raumhöhen und Liftüberfahrten zeigen.
Beim Projekt Wiel Arets ist die Glasfläche ein Körper und eingeschossig organisiert, der andersartig wahrgenommen wird als ein Ziegeldach. Wie kann das Projekt im Dreiklang Kirche, Kunsthaus und Kastner & Öhler stehen, da es von der Oberfläche als Gesamtfigur dem Kunsthaus ähnelt, und es auch in der Nacht optisch dem Kunsthaus nahe kommt.
Aus Sicht der ASVK steht das Projekt als eindeutiger Fremdkörper im Stadtbild.
Bedenken von Kastner & Öhler auf die Heiz-, Kühl- und Wartungskosten werden diskutiert.
Große Flächen wie von Wiel Arets und Saiko-Gangoly konzipiert, sind in der Aufsicht auf die Renaissance-/ und mittelalterliche Dachlandschaft nicht vorhanden.
Zu Beachten ist, dass die Jury auch die Aufgabe hat, auf die Umsetzbarkeit des gewählten Projektes Bedacht zu nehmen.
Anschließend wird das Projekts Nieto/Sobejano diskutiert.
Aus Sicht der ASVK spricht das Projekt die verschiedenen Höhen der Dächer in der Stadt an, welche im Projekt aufgenommen werden. Sie gliedern stärker in Höhen und Tiefen, daher ist das städtebauliche Kriterium der Einfügung erfüllt.
Für die ASVK ist die Höhenlinie eine Rahmenlinie und durch Über- und Unterschreitung ist das Gliederungskriterium erreicht.
Die neue architektonische Gestaltung stellt eine absolute Aufwertung verglichen mit dem derzeitigen Zustand eines seriellen „Kastens“ dar.
Voraussetzung dafür ist, dass die Sheds nicht gleich hoch sein dürfen, um den Eindruck einer Industriehalle zu vermeiden.
Ästhetische und baukünstlerische Gesichtspunkte der Dachlandschaft für den Tourismus und daneben der herausragenden Objekte der Architektur, die auffallen und die alte Dachlandschaft hervorheben und betonen. Kastner & Öhler ist der Wirtschaftsmagnet der Stadt Graz, eine Stadt ohne Magnet stirbt. Für den Tourismus sollen keine, auf mittelmäßige Qualität herunter reduzierte, sondern vorzeigbare Projekte in Graz entstehen.
Aus Sicht der Stadtplanung wird zu beachten sein dass der Blick aufs Projekt immer die Gesamthöhe erfasst. Von jedem Teilnehmer wurde eine städtebauliche Begründung für die städtebauliche Tunlichkeit, in unterschiedlicher Intensität geliefert. Im Wesentlichen heben sie die Sonderstellung des Standorts im Stadtgefüge hervor und begründen damit die Einzigartigkeit der Projektvorschläge, was auf andere Projekte im Stadtbild der Altstadt nicht anwendbar wäre.
Die Stadtplanung möchte sich beraten, ob sie zum Projekt Nieto/ Sobejano mitstimmen kann.
Deshalb wird um 11:45 Uhr eine Pause gemacht.
Um 12:00 wird die Sitzung weitergeführt.
Die Stadtplanung hat beschlossen, mit zu stimmen, da sie einen Vorschlag für eine Bebauungsplangrundlage sieht. Als Grundlage für einen Bebauungsplan ist das Projekt in Abstimmung mit der Stadtplanung weiterzuentwickeln.
Danach wird das Projekt von Nieto/ Sobejano einstimmig als das Erstgereihte angenommen.
Dazu wird festgehalten:
Aus Sicht der Stadtplanung wurde vom Teilnehmer eine städtebauliche Begründung geliefert. Im Wesentlichen hebt diese die Sonderstellung des Standorts im Stadtgefüge hervor und begründet damit die Einzigartigkeit des Projektvorschlags.
Als Grundlage für einen Bebauungsplan ist das Projekt in Abstimmung mit der Stadtplanung weiterzuentwickeln.
Seitens der in Wien tätigen Preisrichter wird auf die anders konzipierte Wiener Bauordnung hingewiesen, die eben eher auf ein Stadtgefüge hin gesetzt ist. Daraus ergeben sich zwei wesentliche Aspekte wie derartige Projekte bewilligungsfähig sind: - Eine übliche Vorgangsweise gemäß § 69 Wr. BO ist eine Abweichung von den Bebauungsbestimmungen durch den Bezirksbauausschuss bewilligen zu lassen, diese Vorgangsweise ist bei nahezu 90 % der Bauvorhaben im Altbestand Praxis. Begründet werden diese Ausnahmen immer mit dem politischen Wunsch des Bezirks eine Abwanderung von Betrieben an den Stadtrand hintan zu halten. Vorausgesetzt und von der Baubehörde geprüft ist, dass die Anrainer nicht in ihren Rechten eingeschränkt sind.
- Weiters ist die Gebäudehöhe nicht über die Dichte reguliert, sondern über die Bauklasse die Fassadenhöhe bestimmt, des weiteren eine „verglichene“ Gebäudehöhe als numerischer Mittelwert der Höhen vorgesehen.
Derartige Regelungen sind leider in der steirischen Bauordnung nicht vorgesehen.
Anschließend werden Pressetexte bzw. das Protokoll erstellt.
Die Sitzung endet um 16:00 Uhr.
Der Schriftführer
Mag. Thomas BöckAUSSTELLUNG:
Das Siegerprojekt und die drei für das Überarbeitungsverfahren ausgewählten Projekte sind im Aufgang der Kastner & Öhler Tiefgarage in Graz ausgestellt und können während der Geschäftszeiten des Warenhauses besichtigt werden.
- Verfasser/in:
- Redaktion GAT Graz Architektur Täglich