Projekt_A 4. Umsetzungskonzept, Stand Februar 2006

Das Umsetzungskonzept vom Februar 2006 beschreibt projekt A _ graz als Entwicklungsprozess mit Veranstaltungen in Graz und der Steiermark bis 2008.

13/07/2006

Vorwort

projekt A _ graz heißt ein transdisziplinärer und auf

Nachhaltigkeit angelegter Entwicklungsprozess, der seine

Verdichtung in Form einer international kommunizierten

Veranstaltung von Frühjahr bis Herbst 2008 haben

wird. In Architekturausstellungen, stadträumlichen Interventionen,

Symposien und Publikationen, aber auch in

speziellen Konzerten, Theater- und Tanzaufführungen,

Medienprojekten sowie Kunst- und Fotografiepräsentationen

wird projekt A _ graz in den öffentlichen Dialog

mit Wissenschaft und anderen Künsten treten. projekt A _

graz richtet sich an die lokale und regionale Bevölkerung

und Experten ebenso wie an ein nationales und internationales

Publikum. Schauplatz des von der plattform

architektur entwickelten projekt A _ graz , das Gebautes

und Gedachtes, Theorie und Praxis lokaler, regionaler

und internationaler Provenienz präsentiert, wird sowohl

das Land Steiermark als auch die Stadt Graz sein. Gleichbedeutend

mit der vielfältigen Veranstaltungstätigkeit

wird projekt A _ graz als Motor von Veränderungen im

baukulturellen Bereich fungieren und damit ein Mittel

zur erhöhten Standortattraktivität sein. Das projekt A _

graz trägt damit dazu bei, qualitatives und quantitatives

Wachstum in der Stadt und im Land möglich zu machen.

Was will projekt A _ graz

■ Die Stadt Graz und das Bundesland Steiermark liegen

in einer sich äußerst dynamisch verändernden geopolitischen

und wirtschaftlichen Region im Zentrum

Europas. Sie können ein Beispiel für Zusammenwachsen

im Europa der Regionen und die visionäre Kraft der integrativen

Planung einer europäischen Zukunftsregion

geben, in der die Einzigartigkeit des Standorts bewusst

gelebt und gefördert wird.

■ Graz und die Steiermark können auf ein reiches baukulturelles

Erbe und einen internationalen Ruf als Architekturstadt

und –land verweisen – vom UNESCO-Weltkulturerbe

über die Grazer Schule der Architektur bis zu

den zeitgenössischen Bauten in der Region. An diese

Tradition anknüpfend soll projekt A _ graz diese Bedeutung

international kommunizieren und reflektieren.

■ projekt A _ graz wird sichtbare und nachhaltige Zeichen

im Bewusstsein der Öffentlichkeit dafür setzen, wie

Architektur die Lebensräume der Menschen definiert

und wesentlich die Identität der Stadt und des ganzen

Landes bestimmt.

■ projekt A _ graz soll konkret für den steirischen Raum

zukunftsorientierte Maßnahmen in Form von städtebaulichen,

raumplanerischen und architektonischen

Projekten von höchster Qualität aktivieren und über

die Grenzen hinweg wirken.

■ projekt A _ graz verfolgt als nachhaltiges Ziel zum einen

die Hebung der Baukultur durch das Optimieren der

Prozesse im Umgang mit Planung, Vergabe und Realisierung

und zum anderen die zeitgemäße Wertschätzung

von Architektur als Nahversorgung mit kultureller

Lebensqualität.

■ projekt A _ graz basiert auf zwei Säulen:

Nachhaltigkeit und Transdisziplinarität.

Charakter

■ projekt A _ graz ist nachhaltig, weil die Prozesse hin zu

einem beispielhaften Zustand einer Architekturhauptstadt

mit internationaler Vorbildwirkung im Jahr 2008

nicht abgeschlossen sind, sondern fortwirken.

■ projekt A _ graz ist innovativ. Es wird Motor für Veränderungen

sein: Von der Einrichtung von qualitätssichernden

Maßnahmen wie Gestaltungsbeiräten über

die Vorbildwirkung der Öffentlichen Hand im Umgang

mit Baukultur, Vernetzung der Ausbildungsstätten und

optimale Formen der Vergabekultur bis zur überregionalen

Raumordnung und gelebter Architekturvermittlung.

■ projekt A _ graz kommuniziert europaweit die Architekurkompetenz

der Region. Damit wird es zu einem

wichtigen künstlerischen, kulturellen und wirtschaftlichen

Faktor, der die Standortqualität und Sicherheit für

Investoren erhöht.

■ projekt A _ graz ist anwendungsorientiert, indem auf

konkrete Themen und Fragestellungen der Region eingegangen

wird.

■ projekt A _ graz ist transdisziplinär, weil Architektur als

Querschnittsmaterie verstanden wird und die Zusammenarbeit

und Synergien mit verschiedensten Disziplinen

wie Kunst, Philosophie, Soziologie, Politik, Wirtschaft

u.v.a. gesucht wird.

■ projekt A _ graz sieht Architektur als integrative Kunstform

und sucht Dialoge. Wechselseitige Reflexion und

Interpretation der Disziplinen und Künste (wie Visual Art

oder Musik) machen die Mittlerfunktion von Architektur

erfahrbar.

Zielpublikum

Wenn auch projekt A _ graz ein komplexer, nachhaltig

wirksamer und transdisziplinärer Prozess ist, so manifestiert

es sich doch auch in einer medial multiplizierten, breitenwirksamen

Veranstaltung. Somit gibt es zumindest drei

Arten der Rezeption:

■ primär: aktives Besuchen der Veranstaltungen

■ sekundär: interessiertes Verfolgen „aus der

Entfernung“ (z.B. durch Qualitätsmedien)

■ tertiär: Informationsvermittlung durch

Massenmedien, Werbung, Bekannte

Grundsätzlich sollen durch einen entsprechenden Mix von

Maßnahmen und Veranstaltungen folgende Zielgruppen

die überwiegenden Adressaten im Rahmen des projekt A

_ graz sein:

■ 50% Regionale und lokale Bevölkerung

■ 30% Nationales, internationales

Publikum, Medien

■ 20% Kultur- und architekturinteressiertes

Fachpublikum

Nachhaltigkeit

Aufbauend auf den Beschlüssen des Landes Steiermark und

der Stadt Graz zur Förderung einer engagierten Architekturpolitik

und Baukultur sollen diese Vorgaben mit Leben

erfüllt werden.

In Initiativen von Städten, Ländern und des Bundes manifestiert

sich ein steigendes Interesse an Architektur von

Seiten der Politik, Verwaltung und Wirtschaft.

projekt A _ graz verbessert die Produktionsbedingungen

der Architektur, des Städtebaus, der Regional- und Landschaftsplanung

sowie der Grün- und Freiraumgestaltung.

Architektur als Imageträger für Region und Stadt erhöht

die Qualität und Attraktivität des Standortes – auch für

Investoren.

projekt A _ graz stärkt in Form von Architekturvermittlung

auf breiter Basis die Voraussetzungen für Bürgerbeteiligung

und Mitbestimmung und unterstützt die Identifikation der

Menschen mit ihrer Lebenswelt.

projekt A _ graz fördert als zukunftsorientierte Maßnahme

die Sicherung und den Ausbau eines qualifizierten und

differenzierten Bildungsangebotes.

projekt A _ graz verbessert das Zusammenwirken aller am

Entstehen eines qualitätsvollen Lebensumfeldes Beteiligten.

Mit dem Ziel, Graz und die Steiermark in Kooperation

mit Nachbarn, mit der Region und mit der erweiterten

EU als mustergültige Architekturregion zu positionieren

werden Prozesse vorausschauender Planung installiert und

Maßnahmen für eine nachhaltige Strukturverbesserung

gefördert. Diese richten sich an alle, die die Qualität der

Lebenswelt mitbestimmen und die Rahmenbedingungen

dafür definieren. Davon profitieren die Bevölkerung, die

Stadt, das Land und die Region.

Nachhaltige Aktionsfelder

Qualitätssichernde Maßnahmen

■ Einrichtung von Gestaltungsbeiräten

■ Stadtforum Graz

■ Vernetzung der Ausbildungsstätten

■ Optimierte Formen der Vergabekultur

Objektbezogene Maßnahmen

■ Forcierung von Bauten

(2008 als Fertigstellungsjahr)

■ Unterstützung von best practice Modellen

■ Sanierung historischer Gebäude

Strukturbezogene Maßnahmen

■ Weissbuch Baukultur:

Status quo und Maßnahmenkatalog

■ Gezielte Fördermaßnahmen für junge Architekten

(auch Standortsicherung)

■ Attraktivitätssteigerung des Standorts durch

Hebung der Planungssicherheit

■ Wirtschaftliches Potential durch Baukultur fördern

■ Verstärkte Architekturvermittlung

■ Berufsqualifizierende Maßnahmen für alle am

Bauprozess Beteiligten

Städtebauliche Maßnahmen

■ Verstärktes Augenmerk auf überregionale

Raumplanung und internationale Entwicklungen

(siehe europäische Integration

z. B. Raum Graz-Maribor)

Transdisziplinarität

Architektur umgibt jeden und ist Raum als Gebautes und

Gedachtes, Visionäres und Kritisierbares. Raum ist substanzieller

Teil des Lebensumfeldes und der Umgang damit

symbolisch für die Gesellschaft.

Die Auseinandersetzung mit Raum im Speziellen und im

Alltäglichen ist untrennbar verbunden mit allen anderen

Disziplinen und soll in allen kulturellen Sparten thematisiert

werden, in der freien Kulturszene wie in den etablierten Kulturinstitutionen.

Transdiziplinarität beschreibt den Prozess

des Austausches zwischen den Disziplinen und entsteht nur

dann, wenn die Wirklichkeit der AnwenderInnen miteinbezogen

und in offenem und transparentem Dialog interagiert

wird. projekt A_graz misst sich auch an den Beiträgen zur

Problemlösung und am gesellschaftlichen Nutzen.

projekt A_graz sucht dazu den Austausch zwischen Kulturen,

den Kultursparten, den verschiedenen Kunst-, Kulturund

Bildungsinstitutionen, der Szene und dem internationalen

Publikum.

Bevölkerung und Fachpublikum bekommen die Möglichkeit,

sich auf verschiedensten Ebenen mit Architektur und

Raum zu befassen und gesellschaftliche, politische und

soziale Fragestellungen und Visionen zu entwickeln.

projekt A _ graz ist transdisziplinär, getragen von Kunstund

Kultur, der Bevölkerung und Gästen, Politik und Wirtschaft,

der Stadt sowie des Landes.

Literatur, Musik, Theater, Tanz, Visual Art, Fotografie, Film,

Medienkunst und bildende Kunst mit ihren lokalen und

internationalen VertreterInnen sind integraler Bestandteil

der Definition von Architektur als künstlerischer Querschnittsmaterie.

projekt A _ graz ist an der Nahtstelle von Architektur, Kultur

und Alltagsleben und verbindet die Beschäftigung mit

Raum mit verschiedenen Kunstformen, lokalen Traditionen

und Institutionen, Geschichten und Eigenheiten und wird

Bühne für neue Ideen.

Transdisziplinäre Beispiele

Architektur u n d Bildende Kunst

Moderne

Kunst am Bau

Kunst im öffentlichen Raum

Stadt und Land

Öffentlicher Raum

Interventionen und Installationen

Experimente

■ Musik

Bespielung von Architekturen

Bühnenbild

Klanginstallationen

■ Literatur

■ Theater

■ Tanz

■ Fotografie

■ Film/Video

■ Medienkunst

■ Philosophie

■ Kunstgeschichte

■ Kulturwissenschaften

■ Wirtschaft

■ Medizin

■ Soziologie

■ Psychologie

Veranstaltungen zur Architektur

Themen- und Sparten übergreifend

■ Ausstellungen

zu Architektur (historischer wie zeitgenössischer),

Stadtplanung, Stadtforschung, Raumplanung,

Landschaftsgestaltung, Design, Verkehr,

Kunst und Bau

Bauausstellung

Messe

■ Führungen und Rundgänge

Stadtführungen durch die große historische Dimension

(Weltkulturerbe) und bestehende

zeitgenössische Architektur-Qualität

Exkursionen zu verschiedenen Themen

Atelierführungen

■ Aktionen, Events und Installationen

Experimente in der Stadt (zu Verkehr u.v.a. )

Temporäre Installationen

Interventionen im Stadtraum

■ Konferenzen, Vorträge und Workshops

Symposien

Diskussionen

Vorträge

Publikationen

Periodika

Internet

Feste

Veranstaltungszeitraum

2008 ist die Verdichtung der bereits vorangegangenen Prozesse,

die auch nach 2008 fortgesetzt, evaluiert und ständig

verbessert werden müssen.

Das projekt A _ graz will sich – unter Berücksichtigung

anderer, bereits fixierter Veranstaltungen – in die Jahresdramaturgie

2008 einfügen.

Für eine halbjährige Dauer des projekt A _ graz (z.B. von

April bis Oktober) sprechen folgende Argumente:

● Größere Zeitressourcen für die Planung

● Komprimiertes Programm

● Steigerung der Aufmerksamkeit

des Publikums

● Steigerung der medialen Wahrnehmbarkeit

● Vergleichsweise reduziertes Budget

● Optimale Nutzbarkeit für den Tourismus

Sowohl in der Zeit vor dem offiziellen Start 2008, als auch

in der Zeit nach den sechs Monaten sind natürlich Vorprogramme

und weiterführende Aktivitäten möglich, da das

gesamte Projekt als Prozess mit einem fließenden Übergang

ins Jahr 2008 zu verstehen ist.

Organisationsstruktur

(siehe auch Abb. 1, 2 oben rechts)

■ projekt A _ graz wird inhaltlich durch die Kultur- und

Architekturszene getragen. Eine organisatorische Anbindung

an eine bestehende Institution (wie z.B. Haus der

Architektur) wird angestrebt. Eine Betriebsgesellschaft

oder ein Profit Center sollen an diese Organisationsstrukturen

oder an andere Institutionen angegliedert werden.

Neugründungen sind nach Möglichkeit zu vermeiden.

Start up Phase (bis Februar 2008)

mit Entwicklungsteam projekt A

innerhalb des Vereins Haus der Architektur

■ Der Geschäftsführung (ohne Intendantenvollmacht) des

projekt A _ graz steht ein operativ tätiger, transdisziplinärer

Programmbeirat zur Seite, über dessen personelle

Zusammensetzung und Geschäftsordnung die lokale

Szene befindet. Die Geschäftsführung trifft alle Schritte

der Vorklärung der dem Programmbeirat zur Entscheidung

vorzulegenden Projekte. Die frühzeitige Zusammenarbeit

mit der freien Szene und anderen Kunst- und

Kulturinstitutionen wird, wie die Förderung der aktiven

Teilnahme, durch Spartenbetreuung angeregt.

■ Ab März 2008: Vollbetrieb

Verselbständigung des Entwicklungsteam projekt A

zur projekt A Betriebsgesellschaft

Zeitplan

(siehe Abb. 3 rechts oben)

Der Zeitplan wurde nun derart adaptiert, dass 2008 als

Austragungsjahr angenommen wird. 2009 erscheint auf

Grund der Tatsache, dass Linz Kulturhauptstadt Europas

sein wird, als kein geeigneter Termin. Um 2008 realisieren

zu können, muss jedoch eine zügige und intensive Weiterentwicklung

gewährleistet sein.

Nachwort

Mit projekt A _ graz – verstanden als Kulminationspunkt

in einem transdisziplinären und nachhaltigen Entwicklungsprozess

– besteht für Graz und die Steiermark die

Chance, sich auf Dauer als Architekturstadt und -region zu

etablieren. Es kann eine starke Marke geschaffen werden,

die große Breitenwirkung erzielt.

projekt A _ graz bietet die Möglichkeit mit der Vision einer

vitalen Stadt in die Zukunft zu investieren und die Stadt

und Region im nationalen und internationalen Standort-

Wettbewerb als Zentrum vorausschauender Politik und

kreativer Produktion zu verorten.

Für die Umsetzung kann auf den vorhandenen Stärken

(Architekturkompetenz, kreatives Potential, Wirtschaftskraft

etc.) aufgebaut werden und die positive Strahlkraft

von Architektur als sichtbarer Ausdruck für den kulturellen

Entwicklungsstand und die ökonomische Leistungsfähigkeit

genutzt werden.

Durch ein ausgewogenes Verhältnis zwischen lokaler Produktion,

Präsentation und international ausgerichteten

Veranstaltungen, zwischen Neuem und Arriviertem, zwischen

Experiment und Bekanntem, zwischen Gebauten

und Gedachtem, zwischen Theorie und Praxis wird das

Programm sowohl für in- und ausländische Fachleute wie

auch für die regionale Bevölkerung attraktiv sein.

Das projekt A _ graz hat das Potential, Graz und die Region

zu einem Ort zu machen, den zu kennen und zu besuchen

ein ‚Muss’ und den zu bewohnen ein Stück Lebensqualität

ist.

Plattform Architektur sind :

ARTIMAGE

Fakultät für Architektur der TU Graz

Forum Stadtpark

Haus der Architektur Graz

Kammer der Architekten und Ingenieurkonsulenten

für Steiermark und Kärnten

stadtmuseumgraz

Zentralvereinigung der Architekten Österreichs

Landesverband Steiermark

KONTAKT:

Plattform Architektur

c/0 Haus der Architektur

Engelgasse 3-5, 8010 Graz

http://www.gat.st

www.gat.st ist das digitale Medium der Plattform Architektur

Weiterführende Links

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