Der planlos-Preis der IG Architektur (Verleihung am 10.11.2011 im Gartenbaukino, Wien; Anm. d. Red. GAT) ist ja grundsätzlich eine originelle Idee. Die IG sieht ihren Preis laut Selbstbeschreibung ironisch und mit einem zwinkernden Auge. Architekten sollen damit in keinster Weise angegriffen werden - angegriffen fühlen werden sie sich allerdings sicher. An den Pranger sollen Verantwortliche der Stadtplanung. Das Problem bei gut gemeinten Preisen in dieser Art liegt jedoch darin, dass Politiker nahezu kritikresistent sind - die Architektenschaft hingegen ganz und gar nicht. Vor allem werden alte Klischees wieder bedient, Architekten planen fern der Realität, es kommt nichts Gescheites heraus, wenn ein Architekt plant, Architektur verteuert ein Projekt etc. Die Jury des planlos-Preises besteht unter anderem aus Architekten, die bereits ebenso für die Stadt geplant haben. Mutig, denn die angeprangerten Stadtplaner-Politiker werden sich wohl kaum noch einmal für sie entscheiden.
Dass bundesvergaberechtliche Umgehungen und Entgleisungen öffentlich kritisiert werden, ist ein wichtiges und gutes Unterfangen - doch mit welchen Konsequenzen? Da bräuchte es dann wiederum einen Pranger für jene, die für die Lücken im Bundesvergabegesetz verantwortlich sind... Die ganze Thematik wird zu einer Endlosschleife.
- Verfasser/in:
- Arch. DI Heinz Neumann; www.ots.at (09.10.2011)