Philip Johnson gestorben

Der epochemachende Architekt ist am Mittwoch im Alter von 98 Jahren in seinem berühmten "Glass House" in New Canaan im US-Staat Connecticut gestorben.

26/01/2005

Ohne ihn würden die Skylines der Metropolen vielleicht anders aussehen: Philip Johnson. Der US-Stararchitekt, der mit verglasten Hochhäusern und unkonventionellen Wolkenkratzern bekannt wurde, ist im Alter von 98 Jahren in seinem berühmten "Glass House" gestorben. Er galt als Doyen und Enfant Terrible der Architekturwelt.

Das „Glass House“ – ein vollkommen verglastes Gebäude, errichtet aus einer Stahlstruktur - hatte der 1906 in Cleveland geborene Johnson in der freien Natur errichtet. Es kann als Prototyp des „International Style“ gesehen werden, den er in der gleichnamigen Ausstellung 1932 - vielleicht der wichtigsten des 20. Jahrhunderts - auch definierte. Zu seinen wichtigsten Bauten gehört das gemeinsam mit Mies van der Rohe realisierte Seagram Building in New York. Mit 38 verglasten Stockwerken gilt es eine Art Kathedrale des Johnson-Stils.

Das bekannteste Beispiel für den von Johnson ebenfalls mitgeprägten Postmodernismus, der Glas- und Stahlkonstruktionen mit verspielten Verzierungen verknüpfte, ist die 55 Stockwerke hohe Zentrale der US-Telefongesellschaft AT&T. Der ebenfalls in New York errichtete Wolkenkratzer wurde von Kritikern wegen seiner geschwungenen Dachkonstruktion "Chippendale Building" getauft.

Zu den zahlreichen Auszeichnungen Johnsons zählt auch der Prizker- Preis, der als höchste Ehrung für Architekten gilt und deren erster Träger Philip Johnson war.

Der Tiefpunkt in der Biografie Johnsons: Seine offenen Sympathien für den Nationalsozialismus. Später zeigte sich Johnson darüber tief beschämt. Und entwarf in der 1960er Jahren als Versuch einer Wiedergutmachung eine Synagoge in der US-Stadt Port Chester.

Für Verwunderung sorgte der umstrittene Stararchitekt 1994 bei einer Rede in Wien: Er würdigte die Stalinallee in Ost-Berlin als wichtige Errungenschaft des Städtebaus im 20. Jahrhundert. Der Text basiert auf einer Meldung in: Die Presse.com.Donnerstag, 27. Jänner 15Uhr41

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