Noch bis 3. März 2011 läuft im Londoner Austrian Cultural Forum die Ausstellung „Performative Networked Design“ des Grazer Architekturstudios Ortlos Space Engineering. Die Schau ist eine Art Zwischenbericht, eine Präsentation der bisherigen Ergebnisse ihrer Forschungsarbeit der letzten Jahre.
Wie können aktuelle Technologien in die Raumplanung einfließen?
Welche Umgebungen können entwickelt werden, die innovativ ins Bauen und in das menschliche Zusammenleben eingreifen?
Das sind nur zwei der Fragen zu virtuellem und realem Raum, an denen Ortlos arbeitet.
Sich selbst sieht das Architekturbüro virtuell, als ein Diskussionsforum, das seinen Bogen von experimenteller Architektur über Visionen zur Städteplanung im 21.Jahrhundert bis hin zu Kunstinstallationen und Interface Design spannt. Dementsprechend breit sind auch die Partner aufgestellt, mit denen Ortlos zusammenarbeitet. In einem Netzwerk von virtuell verbundenen Arbeitsplätzen kooperieren Multimediakünstler, Webdesigner und Informationstechnologiespezialisten mit Philosophen oder Medientheoretikern.
Erstmalig präsentiert wird im Rahmen der „Performative Space Prototype Installation“ ein interaktives Display, das zusammen mit dem Grazer Institut für Computergrafik und Wissensvisualisierung, einem Partner der Fraunhofer Gesellschaft, entwickelt wurde. Eine spezielle Software „liest“ via Infrarotkameras die Handbewegungen eines vor ihm stehenden Menschen und führt berührungsfrei auf einer Großleinwand die Befehle aus. Studenten der Grazer TU konnten im Rahmen eines einwöchigen Workshops in London eigene Projekte in dieser Simulationsumgebung entwickeln, testen und präsentieren.
Ein wesentliches Ortlos-Thema ist das Ablassen von jeglicher Entwurfspräsentation in Form von klassischen Plänen. Dem File to Factory-Gedanken folgend, wurden Rapid Prototype Modelle von Entwürfen gezeigt, die, nach einer Optimierung der virtuellen Vorgaben zu dreidimensionalen Objekten lasergesintert, einen Detailreichtum aufweisen, der mittels herkömmlichen Modellbaus nicht möglich wäre.
Zum Abschluss der Ausstellung, am 3.März 2011, wird das neue Buch von Ortlos, das auch als „iThink“ in einer Apple Application erhältlich sein wird, vorgestellt. „Architecture of the Networks - The emergence of networked design and thinking” führte, wie schon die erste Publikation, zu einer Zusammenarbeit mit dem amerikanischen Spitzendesigner David Carson. Es beinhaltet Theorien und Projekte der Jahre 2005 bis 2010 und ist als Manual zur Architektur von Netzwerken zu verstehen.
Im Anschluss an die Präsentation moderieren Andrea und Ivan Redi eine Expertenrunde, in der über Themen wie Virtualität und Ökologie von performativem Design diskutiert wird. Als Gäste werden Kas Oosterhuis, TU Delft, Neil Spiller, Bartlett London, Marjan Colletti , University of Westminster, Charlotte Pöchhacker, Art.Image Graz und Georg Flachbart, mind(21)factory Stuttgart erwartet.
Thursday 3 March, 7pm, ACF London
Architecture of the Networks – The emergence of networked design and thinking
Book launch and panel discussion
Venue, Registration & Info:
Austrian Cultural Forum, London
28 Rutland Gate, SW7 1PQ; T 020 7225 7300
- Verfasser/in:
- Emil Gruber, Bericht
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