Wenn alles nach Plan läuft, sollte das neue Sport- und Wellnessbad Eggenberg Ende 2010 eröffnet werden, versprach Dr. Michael Krainer, Geschäftsführer der Freizeitbetriebe der Grazer Stadtwerke, am 19. Mai anlässlich der Gleichenfeier für das Bauprojekt, das bereits die unverwechselbare Handschrift des planenden Architektenteams fasch & fuchs. trägt
Im Jahr 2008 überzeugte fasch & fuchs. die Jury des von der Stadt Graz ausgelobten EU-weiten zweistufigen Architekturwettbewerbs, siegte und ließ 45 teilnehmende Teams hinter sich. Ende Mai 2008 zeigte sich die Stadt Graz entschlossen und erteilte den Planungs- und Bauauftrag, obwohl die zähen Verhandlungen um die Finanzierung des Baus mit Land und Bund noch nicht abgeschlossen waren und heute noch nicht sind. Der bei der Gleichenfeier anwesende SP-Sportlandesrat, Manfred Wegscheider, hielt sich bezüglich der Zusage der erhöhten Fördersumme des Landes Steiermark bedeckt.
Im Juni 2009 wurde mit dem Bau des neuen Schwimmbades mit Sporthallenbad, Wellnessbereich und Sportfreibad begonnen, für Bürgermeister Siegfried Nagl eine weitere „Landmark in der Architekturhauptstadt Graz“. „Es ist an der Zeit, einmal innezuhalten und zu sehen, was bisher geschehen ist“, meinte Architektin Hemma Fasch in ihrer Ansprache bei der Gleichenfeier. Dass die Bauzeit bisher unfallfrei verlaufen sei, freue sie am meisten. Die Baustelle bezeichnete sie als engagiert hinsichtlich Ökonomie, bisheriger Kosten und Zeitplan. Trotz erschwerender Umstände wie rigide Baugesetze und Bäderordnung sowie finanzielle Zwänge scheint ihre räumliche Vision aufzugehen, sinnliche und sportliche Aspekte auf höchstem gestalterischem Niveau unter einem Dach zu vereinen. Sie führt dies nicht zuletzt auf das hohe Diskussionsniveau bei den Baubesprechungen und die entsprechende kulturelle und soziale Haltung der Beteiligten zurück.
Das Bauwerk ist in das Gelände so eingeschnitten, dass es sich gegenüber dem Straßenraum zurücknimmt, zum Freibadgelände hin jedoch, einer geöffneten Austernschale gleich, seine architektonischen wie baulichen Qualitäten freigibt. Wellnessbereich und Sportbad sind unter einem 4300 m² großen Dach vereint, dessen feingliedriges Tragwerk von „werkraum wien“ ausgefeilt und berechnet wurde. Die durchgehende Glasfassade im Süden, die demnächst montiert wird, ermöglicht dem künftigen Besucher gute Übersichtlichkeit und Orientierung. Darüber hinaus liefert die Verglasung neben hohem Energieeintrag durch Sonneneinstrahlung im Winter, lichtdurchflutete Funktionsbereiche im Inneren des Gebäudes. Umgekehrt gibt sie den Blick auf die umliegende waldreiche Landschaft frei. Das neue Sportbad wird das einzige 50-m-Sporthallenbad im Süden von Österreich sein und als zweiter österreichischer Standort neben Wien für internationale Schwimmwettkämpfe genutzt werden.
Im Laufe der Gleichenfeier wurde vonseiten der Eggenberger Bezirksvorsteherin der Ruf nach einer Tiefgarage und einem Hotel in unmittelbarer Nachbarschaft des Neubaus laut. Ob die anwesenden Politiker diesen wahrgenommen haben, wird sich zeigen. Vorerst darf man sich aber auf den nahenden Badebetrieb in einem der modernsten Sport- und Wellnessbäder Österreichs freuen. (red)
PROJEKTDATEN:
Auftraggeber: Freizeitbetriebe der Grazer Stadtwerke
Generalplanung: fasch & fuchs., Wien/Hausmannstätten
Projektleitung: DI Fred Hofbauer
Tragwerkplanung: werkraum wien
Bauleitung: Rudolf & VP GmbH.
Haustechnik: Die Haustechniker
Bauphysik: DI Prause
Brandschutzkonzept: Auctor Consulting für Sicherheitstechnik GmbH.
Wettbewerb: 2008, 1. Preis
Baubeginn: 06.2009
Fertigstellung: vs. 12.2010
Errichtungskosten: 41 Mio €
BGF: 15 837 m²
- Verfasser/in:
- Redaktion GAT Graz Architektur Täglich
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