Die Ausstellung „Stadthaus in Graz“, die noch bis zum 03.04.2005 im Spiegelsaal der Neuen Galerie Graz, Sackstraße 16, zu sehen ist, zeigt eine Auswahl sehr bemerkenswerter Studentenprojekte des Studio 3 der Architekturfakultät an der Universität Innsbruck.
Vergangenes Semester haben sich Studenten/innen des Studio 3, dessen Vorstand Prof. Volker Giencke ist, im Rahmen der Lehrveranstaltung „Experimentelle Architektur“ unter der Leitung von Prof. Volker Giencke mit dem Thema Stadthaus als Generator neuer urbaner Qualität beschäftigt.
Ausgegangen wurde von einer in Graz sehr bekannten Baulücke, der des Kommod-Hauses in der Burggasse 5. Anhand des originalen Ausschreibungstextes des für dieses Grundstück ausgeschriebenen, und mittlerweile zu Gunsten von Zaha Hadids Projekt „Boarding House“ entschiedenen Wettbewerbs, erarbeiteten 100 Studenten in Arbeitsgruppen größtenteils sehr spannende und innovative Projekte. Von der Erfassung funktioneller Zusammenhänge des Raumprogrammes anhand von Diagrammen bis zur räumlichen Entwicklung anhand von Modellen in verschiedenen Maßstäben wurde mit viel Engagement seitens aller Beteiligten sämtliche entwerferischen Schritte getan, um den Arbeiten Relevanz, Prägnanz und Spannung zu geben.
40 unterschiedliche Arbeiten sind auf diese Weise entstanden, 13 wurden ausgewählt und sind noch bis 03.04.2005 im Spiegelsaal der Neuen Galerie in Graz zu sehen.
„Architektur soll sich selbst genügen und nicht erklärt werden müssen“, verkündete Giencke anlässlich der Eröffnungsrede zur Ausstellung. Die Arbeiten werden demnach lediglich mittels Modell präsentiert und durch Projektionen von Modellfotos ergänzt. Auf jede Form von erklärendem Text, auf Pläne oder dreidimensionale Animationen wird hier verzichtet.
Die von den sehr jungen Studenten (3. und 4. Semester) entwickelten Architekturen scheinen tatsächlich sich selbst zu genügen, weisen durchwegs experimentelle Tendenzen auf, sind expressiv bis introvertiert und sehr konsequent bearbeitet.
David Messner und Bettina Leitner, die Verfasser des Projektes „Hybrid“, sehen beispielsweise den Schwerpunkt ihrer Arbeit in der als Spirale ausgeformten Erschließung. An dieser sind ausdifferenzierte Räume angelagert, die teilweise mit verschiedenen Funktionen besetzt werden können.
Martin Irschara und Viktor Stecher setzten mit ihrer Arbeit „The Verve“ auf maximale Dichte innerhalb der Bebauungsgrenzen. Durch Aushöhlung der vorgestellten Dichte entstehen unterschiedliche räumliche Qualitäten, die den diversen Anforderungen des Raumprogrammes Rechnung tragen. Das Projekt "Wolkenlos" setzt sich wider die Geradlinigkeit der Umgebungsgebäude, so Andreas Ried, einer der Verfasser dieser Arbeit.
Allein die Namen der Projekte, wie Onyx, City Hybrid, Aquatic Engine oder Bizzarribrido lassen die Prämisse der Projekte, zukunftsweisend zu sein, erahnen.
Akustisch begleitet von „Mama Rose“ betrachtet man Projekt um Projekt, schaut noch einmal und dann noch etwas genauer – man könnte etwas übersehen haben. Viel Inspiration durch wenig Information.
Eine schöne Ausstellung, anspruchsvolle Projekte, eine echte Empfehlung.
- Verfasser/in:
- Elisabeth Krammer - EMPFEHLUNG


