Offener Brief von KünstlerInnen und Kulturschaffenden an alle Abgeordneten zum steirischen Landtag ...

... mit der Möglichkeit für alle, die sich auch über die Budgetkürzungen und deren Folgen für das Institut für Kunst im öffentlichen Raum Steiermark empören, zu unterzeic

28/06/2011

Sehr geehrte Damen und Herren, liebe Freunde!

Wie man sich den Kulturbetrieb zurechtstutzt, zeigt uns gerade die steirische Kulturpolitik unter dem Titel "Sparmaßnahmen". Nach unfreundlicher Übernahme wurde das Institut für Kunst im öffentlichen Raum Steiermark in das Universalmuseum Joanneum eingegliedert. Die im Kulturfördergesetz von 2005 verankerte Autonomie der Kunst im öffentlichen Raum ist somit nicht mehr gegeben. Über das "Sondervermögen des Landes" zur Finanzierung der Kunst im öffentlichen Raum ( 1% der Gelder für Baumaßnahmen des Landes, vormals für Kunst am Bau veranschlagt) verfügt nun offenbar ebenfalls das Universalmuseum Joanneum und dessen Leitung hat auch gleich eine Kürzung um 50 % verfügt - von bisher jährlich 1 Mio. Euro auf nun 500.000 Euro, darin Betriebs- und Personalkosten gedeckelt mit 150.000 Euro. Der Leiter des Instituts für KiöR, Univ.Doz. Dr. Werner Fenz, und seine Assistentin Evelyn Kraus sehen sich außerstande, ihre Arbeit nur annähernd wie in den vergangenen vier Jahren fortzuführen. Sie haben die Konsequenz gezogen und gekündigt.

In den letzten Jahren wurden seitens des Instituts für KiöR Steiermark an die 100 Projekte realisiert, wobei das Institut als Auftraggeber für Künstlerinnen und Künstler fungierte. Diese für KünstlerInnen auch einkommensrelevante Einrichtung in der Steiermark scheint derzeit aufgelöst zu sein; jüngst eingereichte Projekte können aufgrund der Budgetsituation und der Fragen um Zuständigkeit hinsichtlich ihrer Realisierung auch vom Fachbeirat für bildende Kunst nicht bearbeitet werden - kurz: der Laden ist stillgelegt.

Statements des Kulturlandesrates lassen auf die beabsichtigte Änderung des Kulturförderungsgesetzes schließen, womit nachträglich auch alles rechtens gemacht wäre. Während vergleichbaren Institutionen in Wien und Niederösterreich, die mit Kunst im öffentlichen Raum befasst sind, die verdiente Anerkennung gezollt wird, international die Aufmerksamkeit zunehmend der Kunst im öffentlichen Raum gilt, fährt man in der Steiermark bewusst in die kulturpolitische Gegenrichtung.

Wir sind empört und haben einen Brief aufgesetzt, der an alle Abgeordneten zum steirischen Landtag gesendet werden soll. Wenn Sie unsere Empörung teilen, bitten wir um Ihre Unterschrift unter: http://www.sinnlos.st/kioer (siehe Verlinkung am Ende dieser Seite).

Für die Erstunterzeichner und

mit freundlichen Grüßen

Wenzel Mracek

Verfasser/in:
Wenzel Mracek

Weiterführende Links

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Lars Johansson, George Osodi: „Real Energy World / Niger Delta“, Graz 2009. Foto: Institut für Kunst im öffentlichen Raum Steiermark / colourspace

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