Nicht nur Autos kann man tunen!

Die Ausstellung "getuned - dinge im kontext" im ESC präsentiert ab kommenden Samstag ungewöhnliche Leistungssteigerungen: Von der Waschmaschine mit eingebautem Biofeedbac

09/06/2006

Die Ausstellung "getuned - dinge im kontext" präsentiert ab kommenden Samstag ungewöhnliche Leistungssteigerungen: Von der Waschmaschine mit eingebautem Biofeedback bis zum unendlichen Wattestäbchen. Eine Gruppe junger Wiener Künstlerinnen und Künstler thematisiert das 'tunen' von Gegenständen des täglichen Gebrauchs.

Eröffnung, Performance und Musik:

Samstag, 10.06.2006, 19.00 Uhr

Veranstaltungsort:

ESC, Jakoministraße 16, 8010 Graz

Ausstellungsdauer: 10. bis 17. Juni 2006

Öffnungszeiten: Dienstag bis Sonntag: 14.00-19.00 Uhr

"Die Modifikation von industriellen Standards, die Auflehnung gegen kommerzielle Willkür oder die Überschreitung von gesetzlichen Einschränkungen ermöglicht durch Grenzverschiebungen das Erlangen eines kleinen Bereiches von persönlichem Freiraum in einer Welt von vorklassifizierten Konsumentenprofilen und genormten Standardeinstellungen."

In Performances, Installationen und Projektionen werden Objekte aus dem alltäglichen Leben gezeigt, deren Versatzstücke und Artefakte eine ganz neue Sichtweise auf diese Gegenstände eröffnen. Teilweise spielerisch, teilweise erschreckend ernst erhalten die Arbeiten in

der Transformation ihrer ursprünglichen Bedeutung ihr Eigenleben: Der einäugige harmlos wirkende Roboter offeriert der Dame im Schleudergang der Gehirnwäsche Drinks, erst bei genauerem Betrachten ist er selbst ein scharfer Beobachter mit eingebauter Webcam. Die Gehirnwaschmaschine bedient sich der Technik des Neurofeedbacks, um Vorgänge des Nervensystems hör- und sichtbar zu machen. Gehirnwäschen in unterschiedlichen Programmen bereits erfolgreich getestet! Schonprogramme sind empfehlendwert.

(Ein Projekt von Chris Veigl & Magnus Wurzer: shifz.org)

Daneben tausende Wattestäbchen zu Polygonen geformt, die eine Skulptur bilden, welche sich organisch anmutend im Raum ausbreitet. Durch gezielte Beleuchtung verschwimmen die Grenzen zwischen dem Objekt und seinem Schatten. (Künstler: Peter Wehinger)

"unreal overall" von Shusha Niederberger ist die Umarbeitung eines virtuellen Körpers in eine Hülle für den realen Körper. Der virtuelle Körper stammt aus einem Echtzeit-3DSpiel. Es handelt sich um ein PlayerModel, einen Avatar. Spieler suchen sich vor dem Spiel ein Player Model aus, das sie während des Spiels in der virtuellen Welt repräsentiert – sie stecken beim

Spielen in dessen virtueller Haut. Es erzählt über die Verschlungenheit der Beziehungen zwischen der Realität und dem Virtuellen und von den Übertragungsmechanismen zwischen beiden Seiten.

Und noch einige Umkehrungen mehr. Auffallend ist neben dem mehr oder weniger exzessiven Umgangs mit den Technologien des letzten Jahrzehnts der sehr "handwerkliche" Zugang zum Thema.

Künstlerinnen: Kerstin Nigsch, Chris Veigl & Magnus Wurzer: shifz.org, Cölestine Engels, Judith Fegerl, Leo Peschta, Günter Seyfried,

Peter Wehinger, Markus Hafner: renfah+error, Ella Esque, Shusha Niederberger, Christian Gützer & Emanuel Andel: 5voltcore:

Idee und Konzept: Niki Passath und Wolfgang Reinisch

Verfasser/in:
Ute Angeringer, Empfehlung

Weiterführende Links

getuned_wehinger_dscn0676_200606051231_aa_03_s.jpg
Ohne Titel, Peter Wehinger Wattestäbchen getuned...
getuned_niederberger_overalcheatwood_s.jpg
"unreal overall", Shusha Niederberger
getuned_fegerl_memory03_s.jpg
"read-only-memory", Judith Fegerl: Konzentriertes, monochromatisches Licht eines Laserstrahls tastet in kreisförmigen Bewegungen, je einen Tag lang, getragene Einweg-Kontaktlinsen ab. Das Laserlicht bricht sich in der verformten und kontaminierten Linse

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