Neuausschreibung der Stelle für eine/n „Abteilungsvorständin/Abteilungsvorstand“ des Stadtplanungsamtes Graz ...

... in Wahrheit ein Skandal!

08/04/2010

... in Wahrheit ein Skandal!

Im August 2009 war die Ausschreibung der Stelle für eine/n „Abteilungsvorständin/Abteilungsvorstand“ des Stadtplanungsamtes Graz erfolgt. Wie GAT im Artikel „Und alle fünf Jahre grüßt das Murmeltier" (30.01.2010, Petra Kickenweitz) berichtete, war das standardisierte Bewerbungsverfahren mittels mehrerer Auswahlrunden in Begleitung einer externen Personalberatungsfirma durchgeführt worden. Die sechs ausgewählten KandidatInnen hatten Anfang Dezember 2009 ein eintägiges Assessment-Center, begleitet von einer Hearingjury, durchlaufen. Die zugelassenen externen BeobachterInnen und die VertreterInnen der politischen Fraktionen sollten die notwendige Transparenz im Verfahren garantieren. Aus diesem Verfahren gingen zwei Kandidaten – eine Kollegin und ein Kollege, die nicht genannt werden möchten – hervor, die annähernd punktegleich abgeschnitten hatten und dem Bürgermeister zur Auswahl vorgeschlagen wurden. Bürgermeister Nagl entschied sich als letztgültiger Entscheidungsträger gegen den Vorschlag des Auswahlgremiums und für eine Neuausschreibung. Begründet wurde dies von mehreren Seiten damit, dass die Qualifikationen beider Kandidaten zwar außer Frage stehen, diese allerdings unterschiedliche Bereiche mit ihrer Kompetenz abdecken und damit nicht den Erwartungen, die vonseiten der Politik in diese Position interpretiert werden, entsprechen würden. Welche Erwartungen das sind, konnte oder wollte bis dato niemand beantworten. Einig war man sich unter den Beteiligten insofern, dass das Verfahren sowohl im Stimmrecht als auch im Inhalt zu einseitig, überwiegend verwaltungstechnisch war und die fachliche Komponente nicht im Vordergrund stand. Daher sollte der Ausschreibungstext für die Neuausschreibung der Stelle überarbeitet werden, was, wie man weiter unten (siehe Link) lesen kann, definitiv nicht geschah.

Es ist äußerst fraglich, was sich die Stadt Graz von einer Neuausschreibung erwartet, für die der Ausschreibungstext der ursprünglichen Stellenausschreibung herangezogen wird. Diese Vorgehensweise lässt die Vermutung aufkeimen, dass die Kandidatin und der Kandidat, die dem Grazer Bürgermeister im Dezember zur Auswahl vorgeschlagen wurden, aufgrund der parteipolitischen Couleur und der fehlenden fachlichen Kompetenz (wie im Artikel der „Kleinen Zeitung“ vom 21. Jänner behauptet worden war) abgelehnt wurden. Übrigens wurden die beiden über Nagls Entscheidung nicht von der Stadt Graz in Kenntnis gesetzt, wie man sich das erwarten würde, sondern mussten diese einer lokalen Tageszeitung entnehmen. (mw)

Verfasser/in:
Redaktion GAT Graz Architktur Täglich
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