Nächste Runde für "Kastner & Öhler Neu"

Am 20.10.2006 werden Vertreter der UNESCO im Grazer Rathaus mit Stadtpolitikern, der ASVK und dem K&Ö-Team die "abgespeckte" Version des geplanten Zu- und Umbaus des K&Ö-

14/10/2006

Am 20.10.2006 werden Vertreter der UNESCO im Grazer Rathaus mit Stadtpolitikern, der ASVK und dem K&Ö-Team die "abgespeckte" Version des geplanten Zu- und Umbaus des K&Ö-Stammhauses diskutieren und ihr Urteil abgeben. Sollte ein negativer Bescheid für die Umsetzung erfolgen, denkt man bei Kastner & Öhler über eine Abwanderung aus dem Grazer Zentrum in die Peripherie nach.

Nach Meinung des planenden Achitektenteams Nieto / Sobejano sollte dieser Fall nicht eintreten, da bei der Überarbeitung des Entwurfs die Einwände der UNESCO-Delegation im Juli weitgehend Berücksichtigung fanden. So wurden das ursprünglich konzipierte Raumvolumen um 35% und die Nettonutzfläche um die Hälfte reduziert. Außerdem soll die Dachhaut nun, anstelle des geplanten dunkelgrauen, einen rötlichen Farbton erhalten. Als Material stehen eloxierte Bronzegussplatten, die Stoß auf Stoß verlegt werden, zur Diskussion. Die Architekten sind überzeugt, dass es bei den Verhandlungen mit den beiden Abgesandten der UNESCO, Irene Wiese von Ofen (UNESCO) und Tamas Fejerdy (ICOMOS), am 20. Oktober in Graz keine Probleme geben wird, "wenn sich die politischen Kräfte der Stadt einig sind". Enriquo Sobejano empfindet manche Einwände der UNESCO zum Dachaufbau im Nachhinein als hilfreich und er meint: „Es ist nicht so, dass man sich auf den Schlips getreten fühlen muss, wenn man konstruktive Kritik akzeptiert und einarbeitet.“

Die Grazer Stadtpolitiker signalisieren geschlossen die Unterstützung des Projektes. Sollte die UNESCO wider Erwarten keinen positiven Bescheid erteilen, ist fraglich, ob die Stadtväter zu ihrer Haltung stehen werden, fürchten sie doch den Verlust des Welterbetitels, dessen Erhalt für die Grazer Bevölkerung laut einer Umfrage oberste Priorität hat. Allerdings würde ein negativer Bescheid und eine Entscheidung des Grazer Gemeinderates gegen die Umsetzung des K & Ö-Projektes zu der Schlussfolgerung führen, dass es für private Investoren, auch wenn diese wie im besprochenen Fall bereit sind, nach allen Regeln der Qualitätssicherung Wettbewerbsverfahren abzuwickeln, keine Planungssicherheit gibt und empfindliche Zeitverzögerungen sowie unerwartete Kosten in Kauf zu nehmen sind. Die langfristigen Konsequenzen dieser Schlussfolgerung liegen auf der Hand.

WEBSITE Kastner & Öhler Neu:

Die Kastenr & Öhler Warenhaus AG hat eine Website mit detaillierten Informationen zum Projekt und Expertenmeinungen eingerichtet. Folgen Sie dem unten angeführten Link.

Verfasser/in:
Redaktion GAT Graz Architektur Täglich

Weiterführende Links

Artikelempfehlungen der Redaktion