Wie soll Graz mit seinem Weltkulturerbe umgehen? Und wie kann der Anspruch, eine lebende Stadt zu bleiben, damit in Einklang gebracht werden? Darüber diskutierten am 31. Jänner 2006 im Meerscheinschlössl Landeskonservator Friedrich Bouvier und Werner Tessmar-Pfohl, Vizepräsident der Industriellenvereinigung Steiermark, unter der Leitung von Ingenieurkammerpräsident Werner Nussmüller - durchaus 'konfrontal', wie der Titel der Veranstaltungsreihe es versprach. Im Mittelpunkt natürlich die aktuelle Diskussion um das K&Ö-Dach: 'Die Alarmlampen sind bei der Unesco durch Thalia und Kommod-Haus aufgegangen - Kastner& Öhler ist teilweise unschuldig ins Visier geraten', meinte Bouvier, beileibe kein uneingeschränkter Befürworter des Projekts. 'So toll ist Graz nicht, dass wir uns leisten können, die Leute zu verkraulen', warnte Tessmar-Pfohl. Konkret zum Projekt: 'Mich überzeugt es, weil es die Melodie der Dachlandschaft spielt.'
Durchaus kontroverse Meinungen kamen aus dem (Fach)Publikum, in einem Punkt gab es jedoch Übereinstimmung: Der Kern des Übels in Graz sind zerplitterte Kompetenzen und teils widersprüchliche Expertisen, die Planern und Investoren das Leben schwer machen. Gegen die unzureichende Prozessqualität sollte ein 'Runder Tisch' nach dem Vorbild des sozialen Wohnbaus in Graz eingerichtet werden.
"konfrontal" ist eine Diskussionsreihe der Kammer der Architekten und Ingenieurkonsulenten für Steiermark und Kärnten
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