MUMUTH wird nun doch gebaut

Am 9. Juni 2005 gaben Landeshauptmann Waltraud Klasnic, Wissenschaftsministerin Elisabeth Gehrer und der Rektor der Kunstuniversität Otto Kolleritsch in der Grazer Burg d

10/06/2005

Am 9. Juni 2005 gaben Landeshauptmann Waltraud Klasnic, Wissenschaftsministerin Elisabeth Gehrer und der Rektor der Kunstuniversität Otto Kolleritsch in der Grazer Burg den Beschluss für den Bau des MUMUTH, für den sich Kolleritsch seit Jahren einsetzt, bekannt.

Seit 1963 besteht die Idee für ein Musik- und Musiktheater in Graz.

Im Herbst 1998 gewann der niederländische Architekt Ben van Berkel unter dem Juryvorsitz des international renommierten Architekten Daniel Libeskind den EU-weit ausgeschriebenen Wettbewerb "Haus für Musik und Musiktheater in Graz". Der Entwurf sieht neben Proberäumen, Werkstätten und Lagerräumen einen multifunktionalen Bühnenraum vor, der bei Aufführungen rund 500 Menschen Platz bieten soll. Seit 2000 ist das Projekt baureif, die Umsetzung kam jedoch wegen Finanzierungsproblemen bis dato nicht zustande. Dem kämpferischen Geist von Otto Kolleritsch ist es zuzuschreiben, dass das von Architekt Ben van Berkel geplante MUMUTH nun doch realisiert werden soll. Am 27. April 2005 präsentierte Kolleritsch bei einer Veranstaltung im ORF Landesstudio Steiermark eine von ihm in Auftrag gegebene Evaluierungsstudie, die die Notwendigkeit des MUMUTH eindeutig belegt. Die Studie zeigt, dass die Kunstuniversität in Graz die einzige Musikhochschule in Europa ist, die über keinen multifunktionalen Raum verfügt, der den Studierenden im Instrumental- und Opernfach eine angemessene Möglichkeit bietet, sich auf die Berufspraxis vorzubereiten. Bei seinem Kampf wurde Kolleritsch von einem prominent besetzten Komitee unterstützt, dem u. a. der renommierte steirische Dirigent Nikolaus Harnoncourt, der russische Cellist und Dirigent Mstislav Rostropowitsch und Altlandeshauptmann Josef Krainer angehören.

Der Baubeginn für das s. g. „MUMUTH“ ist nun, mit fünfjähriger Verzögerung, für kommenden Herbst geplant. Das Projekt könnte laut Kolleritsch in nur 18 Monaten realisiert werden. Die Finanzierung wird über eine Erhöhung des Globalbudgets der Kunstuniversität sichergestellt. Diese wird die Baukosten mit monatlichen Mieten in rund 25 Jahren an den Bauherren, die Bundesimmobiliengesellschaft (BIG), zurückzahlen. Über die tatsächlichen Baukosten ist noch nichts bekannt. Die Kleine Zeitung kolportiert in der Ausgabe vom 10.06.2005 eine Bausumme in der Höhe von 13 Mio Euro, während Die Presse von 18 Mio Euro berichtet (9.06.2005).Immer wieder kommt es bei geplanten Projekten mit vorangegangenen Wettbewerben wegen Finanzierungsproblemen zu einer langjährigen Bauverzögerung, die den Wettbewerbssiegern unter Umständen einiges Stehvermögen abringt. Oftmals ist ein Architekt für die weitere Erhaltung seines Büros auf die baldige Umsetzung seines siegreichen Projektes angewiesen. Es wäre eigentlich Voraussetzung und läge in der Verantwortung der ausschreibenden Stelle, die Finanzierung eines Projektes vor der Wettbewerbsausschreibung abzusichern, um nach der Juryentscheidung ehestmöglich an die Umsetzung des geplanten Projektes herangehen zu können.

Verfasser/in:
Redaktion GAT Graz Architektur Täglich

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