Rund drei Hektar Gesamtfläche, 22.000 m² Bruttogeschossfläche, 172 Wohneinheiten, Handels- und Gastronomiezonen, Infrastruktur bis hin zu Kinderbetreuungseinrichtungen und Gesamtinvestitionen von 27 bis 30 Millionen Euro umfasst der „Mini-Stadtteil“, der bis Ende 2012 in der Peter-Rosegger-Straße in Graz-Wetzelsdorf entstehen soll.
Zur Erlangung von Entwurfsvorschlägen führte der Investor WEGRAZ gemeinsam mit der Grazer Stadtbaudirektion einen geladenen städtebaulichen Wettbewerb mit sechs Teilnehmern durch. Anfang Dezember 2009 wählte die Jury unter dem Vorsitz von Arch. DI Wolfgang Köck (Pentaplan) das Projekt von Nussmüller Architekten zum Sieger (GAT berichtete).
„Der Grazer Westen ist die attraktivste Zukunftszone der Stadt auf dem Immobiliensektor“, begründete der Geschäftsführer der WEGRAZ, Mag. Dieter Johs, warum seine Gesellschaft für Stadterneuerung und Arrondierung m.b.H. im Jahr 2008 das drei Hektar große Gelände in der Peter-Rosegger-Straße gegenüber der Hummelkaserne gekauft habe. Da es hier aber noch an Infrastruktur fehle, sei die multifunktionale Ausstattung dieses Gebietes bereits in den Auslobungsunterlagen für den Architekturwettbewerb festgehalten worden. „Das Siegerprojekt des Büros Nussmüller erfüllte alle Anforderungen am besten“, freute sich Johs bei der gestrigen Präsentation in der Grazer Stadtbaudirektion über das Ergebnis. Überhaupt habe er – auch bezüglich der Begleitung des Projektes durch die Fachleute der Stadt Graz – „von Anfang an das Gefühl gehabt, dass hier lauter Profis am Werk waren“. Dazu zähle auch das „Grazer Modell“, das bereits im Vorfeld alle nötigen Abklärungen ermögliche, dadurch Planungssicherheit schaffe und somit eine rasche Umsetzung ermögliche. „Wir werden auch weitere Projekte in Graz nach diesem bewährten Modell durchführen“, kündigte Johs an.
Weil die Peter-Rosegger-Straße im Bereich der Hummelkaserne noch kein erkennbares Bild aufweist, konzipierten die Architekten Inge und Werner Nussmüller in ihrem Entwurf entlang der Straße eine Art Zentrum, das die dahinter liegenden Wohnhäuser im Süden auch vor dem Straßenlärm schützt. Alle Wohnungen sind nach Süden ausgerichtet, und die würfelförmige Bauweise der Häuser sorgt für energetische Optimierung. Mit den unterschiedlichen Gestaltungen der Hofbereiche und den verschiedenen Höhen der Wohnhäuser soll den Nutzern die Orientierung in der Anlage leicht gemacht werden.
„Die multifunktionale Nutzung, die Zugänglichkeit für die Öffentlichkeit und die Perspektiven für eine hochwertige öffentliche Verkehrsanbindung durch eine geplante Straßenbahnlinie machen dieses kleine Zentrum zu einem Meilenstein in der Stadt der kurzen Wege“, freut sich der Stadtbaudirektor Werle.
- Verfasser/in:
- Redaktion GAT Graz Architektur Täglich
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