In den nächsten Jahren soll im Bezirk Jakomini unter dem Projekttitel "Messequadrant" ein großes innerstädtisches Gebiet verschiedenen neuen Nutzungen zugeführt werden.
Das räumliche Leitprojekt zum Gesamtbauvorhaben mit dem Titel „Der Messequadrant" - Städtebaulicher Dispositionsleitfaden. Entscheidungsgrundlage für die Grazer Stadtregierung – 2001" wurde von den zuständigen Magistratsabteilungen gemeinsam mit dem Büro SAIKO.CC entwickelt. Für das Moserhofschlössls, das sich am Osteingang zum Grazer Messegelände befindet, sind darin folgende Empfehlungen festgehalten:
"Moserhofschlössl - Solitär mit besonderer Identität"
_ Freistellen des Moserhofschlössls
_ Gestalteter, durchlässiger Übergang zwischen Stadtraum und Messegelände
_ Moserhofplatz: Platzgestaltung an der Kreuzung Moserhofgasse – Münzgrabenstraße
_ Aufheben von Sichtblockaden
Teile des östlichen Messegeländes stehen zum Verkauf frei. Die Grazer Wechselseitige VersicherungsAG erwarb das ca. 6000 m² große Grundstück, auf dem auch das Moserhofschlössl steht.
Im Juli 2005 wurde für die Bebauung dieses Areals ein geladener Wettbewerb, übrigens ohne Abstimmung mit der Kammer der Architekten und Ingenieurkonsulenten, ausgeschrieben. Fünf junge Teams, u. a. LOVE, purpur.cc und more architecture nahmen daran teil. Die Vorbereitungen zum Wettbewerb übernahm damals der Grazer Architekt Gerhard Kreutzer, der dem Auslober und künftigen Bauherrn, nachdem keine Wettbewerbsentscheidung gefallen war, einen eigenen Entwurf für das Gebiet vorlegte (siehe Modellfotos). Dieser berücksichtigt weder die Vorgaben des räumlichen Leitprojektes, noch entspricht er der von der Stadt Graz im Stadtentwicklungskonzept definierten Zielsetzung, wonach bei einer Bebauung der Gebietscharakter zu beachten sei.
Für den überwiegenden Teil der Messegründe gibt es übrigens keine Bebauungsplanpflicht.
Die seit Herbst/Winter 2004 bestehende Bürgerinitiative
"BI Grünraum rund um die Grazer Messe" befürchtet nun eine weitere scheibchenweise Verbauung des Stadtviertels ohne adäquates Verkehrskonzept und ohne öffentliche Grünräume, die im Bezirk Jakomini wirklich dringend gebraucht werden. Die Initiative steht im Dialog mit dem Grazer Stadtrat Rüsch und versucht Konzepte für bürgerfreundliche Lösungen zu erarbeiten.
Alle interessierten Grazerinnen und Grazer, die die Anliegen der Initiative unterstützen wollen, sind zu den regelmäßigen Treffen herzlich eingeladen - das nächste findet am 01.12.2005 statt. Ort und Uhrzeit werden noch bekanntgegeben.KONTAKT
BI Grünraumerhaltung rund um die Grazer Messe
Ansprechpartnerin: Monika Michalek
Fröhlichgasse 21, 8010, Graz
T 0316/91 45 81
peter.michalek1@chello.at
- Verfasser/in:
- Arch. DI Fanta Maria, Kommentar


