Kurzzusammenfassung des Regierungsübereinkommens für die XXIII.Gesetzgebungsperiode

Dr. Susanne Jenner fasst für die Bundeskammer der Architekten und Ingenieurkonsulenten die für Freie Berufe, Kammern und Architektur relevanten Punkte des Regierungsübereinkommens zusammen.

11/01/2007

Wien, 09.01.2007

Dr. Susanne Jenner, Bundeskammer der Architekten und Ingenieurkonsulenten

(aufgrund des „ersten Querlesens“ - ohne Anspruch auf Vollständigkeit, Anm. Dr. Jenner)

> Spezifische Punkte für die Freien Berufe und die Kammern:

Seite 24:

Die Einrichtung von gesetzlichen beruflichen Vertretungen mit Selbstverwaltung ist in der Verfassung vorzusehen.

Seite 38:

Abbau von Wettbewerbsbeschränkungen, etwa beim Zugang zu den freien Berufen

Seite 40:

„Mehr Wettbewerb bei den Freien Berufen

Nicht nur aus wettbewerbspolitischen, sondern auch aus beschäftigungspolitischen Erwä-gungen soll es mehr Wettbewerb und leichteren Zugang bei den Freien Berufen geben. Da-bei soll es im Hinblick auf die angebotenen Dienstleistungen aber auch der einzelnen Zulas-sungsverfahren zu einem Mehr an Transparenz kommen um die Berufschancen für Absol-venten und Berufseinsteiger zu verbessern. Gebietsschutzregelungen sollen auf ihre Not-wendigkeit überprüft werden. Schließlich sollen Ausbildungszeiten einschließlich erforderli-cher Praxiszeiten in Richtung möglicher Straffung überprüft werden.“

Seite 84:

Verwaltungsmanagement: Ziel ist die Einführung von Verwaltungsbenchmarks zwischen den Gebietskörperschaften, insbesondere die Straffung der UVP-Verfahren durch verbessertes Verfahrensmanagement bei den UVP-Behörden, eine Verstärkung des Umweltsenates durch Beiziehung unterstützender Mitglieder in den Kammern, der Ausbau des UVP-Verfahrens mit seiner umfassenden Verfahrens- und Entscheidungskonzentration auf weitere Bereiche.

Seite 158:

„Architektur

Ausgehend vom Baukulturreport wird die Bundesregierung Maßnahmen zur Verankerung qualitativer Baukultur in allen Bereichen des öffentlichen Lebens setzen und die Vermitt-lungstätigkeit für Baukultur und zeitgenössische Architektur forcieren.“

> Weitere relevante Punkte, gegliedert aufgrund des Inhaltsverzeichnisses des Regierungsübereinkommens:

0. Präambel (Seite 3)

Seite 9, 1. Absatz:

Entschlossene Umsetzung der neu ausgerichteten Lissabon-Strategie für Wachstum und Beschäftigung (Zielsetzung: Jugendbeschäftigung, Unternehmensgründungen, Förderung des Mittelstandes)

Seiten 12 u. 13

Entwicklungszusammenarbeit und Auslandskulturpolitik;

Seite 14, 2. Absatz:

Österr. Außenpolitik wird auch weiterhin in enger Zusammenarbeit mit der Wirtschaftskam-mer konsequent österr. Unternehmen in deren Bemühungen, sich auf den innereurop. u. intern. Märkten erfolgreich zu verankern, unterstützen.

1. Europa, Außenpolitik, äußere Sicherheit und Landesverteidigung (Seite 16 f)

2. Staats- und Verwaltungsreform (Seite 23 f)

Seite 23, 1. Absatz:

Einrichtung einer Expertengruppe beim Bundeskanzleramt zur Formulierung der notwendi-gen Rechtstexte (Vorschläge bis 30.Juni 2007) auf Grundlage der Arbeiten des Österr. Kon-vents.

Dieser Expertengruppe gehören an:

SPÖ: Kostelka, Öhlinger

ÖVP: Fiedler, Khol

2 Vertreter der Landeshauptleute-Konferenz

Seite 26, letzter Absatz:

Einrichtung eigener Senate mit Laienbeisitzern in den (Länder)Verwaltungsgerichten für be-stimmte Bereiche (jedenfalls Bau-, Vergabe- u. Dienstrecht).

Seiten 33 und 34, Punkt 14.:

Schaffung eines einheitlichen Anlagenbegriffes und einheitlichen Parteienbegriffes

Einsetzung einer Expertengruppen beim Bundeskanzleramt

Schaffung der rechtl. Grundlagen für die Bildung von Sachverständigen-Pools – dadurch sollen Amtssachverständige bei allen Gebietskörperschaften eingesetzt werden können.

3. Wirtschaft und Arbeit (Seite 37 f)

Seiten 37 bis 39:

Wachstums- und Konjunkturpolitik - u.a. folgende Ziele:

_ Ausbau u. Modernisierung der Infrastruktur, Programm für Infrastrukturinvestitionen,

_ Althaussanierungsprogramm mit Schwerpunkt Energiesparen,

_ Erleichterung der Anwendung von ppp-Modellen,

_ Spezielle Maßnahmen für KMU,

_ aktive Außenhandelspolitik zur Unterstützung der Exportoffensive; Unterstützung der österr. Unternehmen bei ihrer Internationalisierung insbes. bei der Expansion durch Markterschließung; Begleitung von Projekten österr. Unternehmen in Dritte-Welt-Staaten durch Entwicklungshilfemaßnahmen

_ bestmögliche Berücksichtigung der Interessen der österr. KMU im Rahmen der Verga-bepraxis und diesbezügl. Prüfung des innerösterr. Rechtsrahmens

_ Sicherstellung von qualitativ hochwertigen Dienstleistungen von allgemeinem Interes-se.

Seite 41:

Zusammenführung des Bundeskartellanwaltes und der BWB in die BWB; Prüfung einer erst-instanzlichen Entscheidungskompetenz der BWB.

Seiten 41 u. 42:

KMU, Erleichterungen bei Betriebsübergaben, Offensive Jungunternehmer

Seite 44, Kreativwirtschaft:

u.a. Aufbau eines konsistenten Förderinstrumentariums für die in der Kreativwirtschaft täti-gen Unternehmen, insbes. Strategieplan Kreativwirtschaft; Stärkung des know-how-Transfers für urheberrechtsbasierte Verwertungsstrategien.

Seite 46, 1. Absatz:

Klare Grenzziehung zwischen kommerziellen u. öffentlichen Dienstleistungen

Seite 46, Europ. Wirtschaft:

Ausbau der Transeurop. Netze, Stärkung der KMU durch Abbau von Marktzutrittsbarrieren und verbessertem Zugang zu Kapitalmärkten

Übergangsfristen bei der Arbeitnehmerfreizügigkeit und bei der Dienstleistungsfreiheit sollen offensiv genutzt werden

Seite 52; vorletzter Unterpunkt:

Generalunternehmer/Subunternehmer – Haftung „Auftraggeber/Generalunternehmer“ für Dienstgeberbeiträge zur Sozialversicherung für Arbeitnehmer des Subunternehmers / Ver-tragspartners als Bürge

Seite 53:

Arbeitszeitflexibilisierung

4. Forschung, Technologie, Infrastruktur (Seite 56 f)

Seite 56:

Österreich soll im Forschungs-, Technologie und Innovationsbereich die Lissabonziele errei-chen

Seite 58, Punkt 3., 3. Unterpunkt:

Öffentliche Unterstützung der Kooperation Wirtschaft-Wissenschaft

Seite 59 ff – Infrastruktur:

Siehe insbes. S. 60, letzter Unterpunkt: für die Legislaturperiode werden zur Umsetzung des ÖBB-Rahmenprogramms ein Investitionsvolumen rd. 6 Mrd. Euro in Aussicht genommen, für das Bauprogramm der ASFINAG rd. 4,5 Mrd. Euro.

Seite 67:

Verfahrensbeschleunigung: Zur effizienteren und schnelleren Umsetzung von überregionalen Infrastrukturprojekten wird eine bundesweit einheitliche Straffung, Vereinfachung und Ver-kürzung der Planungsprozesse im Straßen- und Schienenbau, aber auch im Bereich der Energieinfrastruktur umgesetzt.

Diesbezüglich beabsichtigte Maßnahmen – siehe Seiten 67 u. 68 (u.a. Optimierung der Raumplanungspolitik, Einrichtung eines Kompetenzzentrums für PPP-Projekte)

5. Ländlicher Raum, Energie, Umwelt (Seite 69 f)

Seite 69:

Umsetzung Grüner Pakt – Nachhaltige Landwirtschaft

Seiten 73 und 74:

_ Sicherung der Siedlungsgebiete u. Lebensräume

_ Der österr. Wald: Nachhaltig sichern und neue Aufgaben ermöglichen

_ Wasser: sauber erhalten, regionale Kompetenz stärken u. ökolog. nutzen; Umsetzung Wasserrahmenrichtlinie

Seiten 75 u. 76 – Energie sparen:

_ Koordinierung eines nationalen Energieeffizienz-Aktionsprogrammes durch die Österr. Energieagentur

_ Steigerung der Sanierungsrate im Wohnbau – dadurch soll die thermische Sanierung sämtlicher Nachkriegsbauten (1950 – 1980) bis 2020 ermöglicht werden

_ BReg forciert gemeinsam mit den Ländern bei Neubauten Niedrigenergie- u. Passiv-haus-Standards

_ Für 50% des Neubaus wird ein Klima:aktiv Standard angestrebt

_ Ab 2015 sollen im Bereich der Wohnbauförderung nurmehr Häuser u. Bauten im groß-volumigen Wohnbau gefördert werden, die dem Klima-Aktiv-Passivhausstandard ent-sprechen

Seite 80

Mehr Lebensqualität durch saubere Luft u. weniger Lärm

Seite 81:

Effiziente Ressourcennutzung und verantwortungsvolle Abfallpolitik

Seite 82:

Die BReg bekennt sich in allen Politikbereichen zur Nachhaltigkeit und richtet ihr Handeln nach ökologischen, sozialen und ökonomischen Gesichtspunkten aus. Z.B. durch Ökologi-sierung der öffentlichen Beschaffung

6. Bildung, Wissenschaft (Seite 85 f)

Seite 98, Punkt 3. – Umsetzung, 4. Unterpunkt:

Zügige Umsetzung der Generalsanierung und der Universitätsbauplanung (Hochschulraum-beschaffung)

Seite 100, Punkt 7.:

Fortsetzung der Fachhochschul-Offensive (u.a. durch Ausbau des FH-Angebotes)

7. Soziale Herausforderungen, Gesundheit (Seite 103f)

Seite 104, 3. und 4. Unterpunkt:

_ Förderung barrierefreies und/oder generationenübergreifenden Wohnens

_ Ausbau von Begegnunsstätten u. sozialen bzw. sozialmedizinischen Programmen für Senioren

Seiten 107 ff:

Pensionen

Seite 123:

Beratungsstellen zur Herstellung baulicher Barrierefreiheit

8. Familie, Frauen, Jugend (Seite 126 f)

9. Innere Sicherheit, Integration (Seite 134 f)

10. Justiz (Seite 144 f)

Seite 148, 3. Absatz:

Änderung des Bauträgervertragsrechtes zum Schutz der Konsumenten

Seite 149,4. Absatz:

Im Urheberrecht steht die Klärung des Verhältnisses „freie Werknutzung – technische Schutzmaßnahmen“ im Bereich der digitalen Rechte im Vordergrund.

Seiten 149 und 150 – Wohnrecht:

u.a. Beibehaltung der Wohnbauförderung, Förderung der Vielfalt im Wohnbau, Unterstützung eines leistungsfähigen gemeinnützigen Wohnungswesens

11. Medien, Kunst, Kultur, Sport (Seite 153 f)

Seite 155, letzter Absatz:

BReg unterstützt Linz als Europ. Kulturhauptstadt 2009

Seite 157, Punkt 5.:

Evaluierung des Künstlersozialversicherungsfonds

Seite 159, Punkt 11.:

Erstellung eines detaillierten Konzeptes für ein Haus der Geschichte im 2. Quartal 2007

12. Finanzen (Seite 163 f)

Verfasser/in:
Bundeskammer der Architekten und Ingenieurkonsulenten

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