Aus für Projekt Einkaufscenter „Stadtgalerie“ ++ Architektur-Biennale Venedig 2010 bekommt weibliche Leitung ++ Architekt Heidulf Gerngross wurde 70 ++ Wettbewerbserfolge für Dietmar Feichtinger Architectes und Atelier Thomas Pucher ZT GmbH.
* KNALLEFFEKT: Aus für Projekt Einkaufscenter „Stadtgalerie“ in Graz
Wie in der heutigen Ausgabe der „Kleinen Zeitung“ zu lesen ist, hätten die Umweltverträglichkeitsprüfung (die letztlich durch das engagierte Vorgehen der Bürgerinitiativen „ECE-nein danke“ und „5 vor 12“ erwirkt wurde) und weitere Verfahren das Projekt Einkaufszentrum „Stadtgalerie“ in der Annenstraße empfindlich verzögert, weshalb der Shopping-Gigant ECE nun einen Schlussstrich zog und in Graz kein Shoppingcenter errichten wird. Weiters ist zu lesen, dass der City-Park-Eigentümer Friedrich Poppmeier jene 14.000 Quadratmeter Grund hinter dem Leiner-Möbelhaus gekauft haben soll und beabsichtigt, in die Entwicklung dieses Viertels zu investieren. Laut Zeitungsbericht sieht Bürgermeister Nagl den Ausstieg der ECE-Gruppe nicht als politische Niederlage. Die Errichtung des Einkaufscenters hat er stets intensiv vorangetrieben. „In der Wirtschaft zählen letztlich nur Zahlen und Fakten, um Entscheidungen zu fällen. Vorgestern hat sich Fam. Poppmeier, die mit dem Citypark ein nahegelegenes Einkaufszentrum betreibt, entschieden, das „ECE Areal“ zu kaufen. Dies ist ein in der Wirtschaft durchaus normaler Vorgang. Für uns kommt es mit dem Eigentümerwechsel zu einem Wechsel von einem deutschen zu einem österreichischen Investor. Wesentlich ist, dass mit dem Wegfall einer guten Chance, die Annenstraße und das Annenviertel aufzuwerten, sich unmittelbar eine neue Chance ergibt, dies mit einem erfahrenen Grazer Unternehmer zu tun. Das Konzept wird ein anderes sein, aber die Belebung der Annenstraße und damit der Grazer Ost-West-Achse, wird weitergehen. Wir werden jedenfalls, wie auch im Falle des ECE, von Seiten der Stadtplanung gerne bei der Entwicklung des Areals behilflich sein“, meinte Nagl heute in einer ersten Stellungnahme.
Erfreut darüber, dass die ECE-Gruppe das Einkaufzentrum „Stadtgalerie“ nun nicht realisieren wird, zeigt sich die Grüne Gemeinderätin Sigi Binder. „Konsequenter Widerstand lohnt sich, wir haben kontinuierlich unsere Sachargumente gegen das Projekt vorgebracht und sind natürlich froh über den Rückzug der ECE-Gruppe.“ Ein wichtiger Schritt zu einer lebendigeren Annenstraße sind die Verkehrsberuhigungsmaßnahmen, die für nächstes Jahr geplant sind. „Weitere attraktive Maßnahmen für das gesamte Viertel, in die die Menschen, die hier arbeiten und wohnen, einbezogen werden, müssen folgen“, betont GR Sigi Binder.
* Architektur-Biennale Venedig 2010 bekommt weibliche Leitung
Die japanische Architektin Kazuyo Sejima wurde zur Direktorin der 12. Architektur-Biennale in Venedig ernannt. Als erste Frau in diesem Amt wird sie vom 29. August bis 21. November 2010 die 12. Architektur Biennale organisieren.
Kazuyo Sejima (* 1956 in Japan) studierte Architektur an der Frauenuniversität in Japan und arbeitete nach ihrem Abschluss 1981 im Studio von Toyo Ito. 1987 eröffnete sie ihr erstes eigenes Büro und gründete schließlich 1995 gemeinsam mit Ryue Nishizawa das Studio SANAA. Zu ihren wichtigsten Bauten zählen das New Museum in New York, der Serpentine Pavillon in London und das Museum des 21. Jahrhunderts in Kanazawa (Japan), für das sie den Goldenen Löwen der 9. Architektur-Biennale in Venedig 2004 gewann.
Für die Architektur-Biennale möchte sich die frischgebackene Direktorin auf eine Architektur konzentrieren, die durch ihre Benutzer bestimmt wird und nicht der reinen Repräsentation dient. Sie wünscht sich einen fortlaufenden Dialog zwischen den ausgestellten Projekten und den BesucherInnen. Gleichzeitig soll die Biennale Raum für eine Rückschau bzw. ein Reflektieren der gegenwärtigen Strömungen in der Architektur bieten.
* Architekt Heidulf Gerngross feierte runden Geburtstag
Heidulf Gerngross (* 1939 in Kötschach/K), österreichischer Architekt, Künstler und Herausgeber der Kulturzeitschrift ST/A/R ist 70.
Gerngross studierte in Wien und Graz Architektur, absolvierte ein Studium der Malerei in Tokyo sowie ein Postgraduate Studium (Urban Design) an der UCLA Los Angeles. 1976 gründete er mit Helmut Richter das Architekturbüro Gerngross-Richter, mit Robert Schwan das Gerngross Atelier, Der Gerngrossraum, Gerngross ST/A/D. 1995 erfand er die Archiquanten (Architekturteilchen zur Proportionierung architektonischen Machens). 2002 war Gerngross mit den Beiträgen „casa privata“ und „aula discorsiva“ auf der Architektur- Biennale 2002 in Venedig vertreten. Seit 2003 ist Gerngross Herausgeber des Printmediums ST/A/R – Städteplanung, Architektur, Religion. 2004 drehte er den Film „Der Archistrator, Heidulf Gerngross" (RAUM.FILM. Wien). 2008 wurde er mit dem Preis der Stadt Wien für Architektur für sein Lebenswerk ausgezeichnet.
Heidulf Gerngross lebt und arbeitet in Wien.
Zu den bekannteren Bauten des Architekten zählen die 1. Wiener Loft Siedlung und die Friedrich-Kiesler-Schule in Wien-Leopoldstadt. In Graz errichtete er gemeinsam mit Helmut Richter den Wohnblock 3 (mit 13 Wohnungen) der Wohnanlage Peterstalstraße 16 d-f. Die Architekten erhielten über das „Modell Steiermark“ (Dieter Dreibholz) einen Direktauftrag für die Planung, das IFU einen Wohnbauforschungsauftrag zum Thema Energiesparen im geförderten Wohnbau.
* Dietmar Feichtinger Architectes gewinnt Wettbewerb für Brückenbauwerke in Kopenhagen
Kürzlich wurden die Gewinner des Wettbewerbs für 3 neue Brückenbauwerke im Stadtzentrum von Kopenhagen bekanntgegeben, die eine Verbindung über den Inderhaven, eine 3-fach-Brücke über den Trangraven und Christianshavens Kanal sowie eine Verbindung über den Proviantmagasingraven bilden werden.
Neben 6 dänischen Teilnehmern waren die internationalen Büros Foster+Partners, Zaha Hadid Architects, Flint & Neill Ltd, alle London, sowie Dietmar Feichtinger Architectes, Paris/Wien geladen.
DIETMAR FEICHTINGER ARCHITECTES wird die „Schmetterlingsbrücke“ über den Christianshaven und den Trangraven sowie die Brücke über den Proviantsmagasingraven realisieren.
Die „Schmetterlingsbrücke“ verbindet drei Wege und überspannt zwei Hafenbecken. Zwei der drei Brückenarme sind durch einen diskret unter der Brücke situierten Hydraulikmechanismus zu öffnen und ermöglichen die Durchfahrt von großen Segelbooten. Bei gleichzeitigem Öffnen der Brücken erinnert die Bewegung an den Flügelschlag eines Schmetterlings. In der Fortsetzung der Wege vervollständigt eine weitere Brücke über den Proviantsmagasingraven in unmittelbarer Nähe der neuen Oper das Ensemble. Das Büro Flint & Neill Ltd wird die Brücke über den Inderhaven realisieren.
* Atelier Thomas Pucher ZT GmbH erlangte Ankäufe bei zwei internationalen Architekturwettbewerben
Mit dem Projekt WATER FOR THE SOUL erlangte das Atelier Thomas Pucher ZT GmbH aus Graz einen Ankauf beim internationalen Architekturwettbewerb für den zentralen Pavillon für die EXPO 2010 in Yesou, Süd-Korea.
Ebenso wurde das Architekturbüro beim internationalen Architekturwettbewerb für den Entwurf des Nationalmuseums für Naturgeschichte in Kopenhagen, Dänemark, mit einem Ankauf bedacht.
(Weitere Informationen siehe LINKS am Ende dieser Seite)
- Verfasser/in:
- Redaktion GAT Graz Architektur Täglich

