Kommentar von Martin Krammer zu den Korruptionsvorwürfen gegenüber der Grazer Bau- und Anlagenbehörde:
Vorausgeschickt sei, dass es bei der Segelgeschichte um rein gar nichts geht. Segeltörn und zugehöriges Foto sind nur als journalistische Appetizer aufzufassen. Vielmehr gilt: Es bricht jetzt auf, was in dieser Behörde jahrelang schon schwelt, unabhängig davon, ob sich jemand schlecht benommen hat oder nicht: Das Problem ist, dass es genügend Leute gibt, die auf dieses Amt beleidigt sind. Interessant ist weiters, dass die Geschichte, an der offensichtlich wenig dran ist, jetzt im Vorfeld der Gemeinderatswahl aufgebracht wird, und der zuständige politische Referent überhaupt nicht erwähnt wird.
Inhaltlich ist wichtig, dass dieses Amt einer Reform unterzogen wird. Der vorgebliche Skandal könnte dafür als Anlass genommen werden, weil in den letzten Jahren die Verfahren lange dauern, weil das Amt chronisch unterbesetzt ist. Es gehört nicht bestraft, sondern vielmehr nachgedacht, wie man Verfahren effizient und erfolgreich abschließen kann. Die Grazer Architekten drängen deshalb darauf, endlich den seit Jahren geforderten und im Vier-Punkte-Konzept des Grazer Modells verankerten Projekttisch mit allen Partnern - Feuerpolizei, Stadtplanung, Straßenbauamt, Baubehörde – umzusetzen. Dadurch kann die Kommunikation mit den zuständigen Beamten verbessert und beschleunigt und können die Verfahren transparenter gestaltet werden. Es ist nämlich für die Architekten höchst unerfreulich und immens zeitaufwändig, von den Ämtern mit untereinander widersprüchlichen Angaben im Kreis geschickt zu werden. Von der vielbeschworenen Rechtssicherheit ist jedenfalls noch nicht viel zu bemerken.
Weiterführende Links


