Seit 12.12.2008 hat Graz zwei neue KinderbürgermeisterInnen: Jennifer Schiffer (13) und Mathias Schmidt (12) werden dieses Jahr als VertreterInnen des KinderParlamentes die Anliegen der Kinder dieser Stadt vertreten.
2005 wurde in Graz das KinderParlament, ein Beteiligungsprojekt für alle Grazer Kinder im Alter von 8 bis 14 Jahren, installiert. Jedes Jahr werden aus seinen Reihen die Kinderbürgermeisterin und der Kinderbürgermeister gewählt, die die Geschicke der Stadt im Sinne einer kindergerechten Stadt mitbestimmen. Denn wer, wenn nicht sie, sind die ExpertInnen der Gestaltung ihrer unmittelbaren Umwelt.
Der scheidende Kinderbürgermeister Richard Kirchsteiger (er hat mit seinen 15 Jahren die Altersgrenze erreicht und durfte nicht mehr kandidieren) gibt professionell und kompetent Auskunft über ein Jahr, das für ihn ein aufregendes, spannendes, arbeitsreiches, aber auch lustiges war. Zu den beachtlichsten Erfolgen seiner Amtsperiode, die er gemeinsam mit Katharina Schell bestritt, gehört wohl die Neugestaltung des Spielplatzes "Junges Europa" in Graz-Eggenberg, dem ein Jahr intensive Planungsarbeit vorangegangen war, und der im März eröffnet werden konnte: Das Wichtigste ist die Ritterburg, eine Hütte bietet sich gut zum Plaudern und Sandspielen an, während sich bei den Schwingseilen Bewegungshungrige austoben. Aber auch Klettermaxis, Abenteuerlustige und Geschwindigkeitssüchtige - größere wie kleinere - kommen auf ihre Kosten. Alles, was das Kinderherz begehrt. Bloß auf etwas ganz Elementares wurde nicht vergessen, sondern es scheiterte an der Stadt Graz: Der Spielplatz verfügt, wie die meisten der rund 70 anderen Spielplätze der Stadt, über kein WC! Und das obwohl es "einige Dinge gibt, die die Leute gratis verrichten können müssen, nämlich Klogehen und Wassertrinken. Für das Wassertrinken wurde gesorgt, für ein WC nicht", wie es Richard ganz pragmatisch formuliert. Ein Anliegen, das die neuen Bürgermeister wohl weiter verfolgen werden müssen.
Etliche andere Aktivitäten standen am Programm des KinderParlamentes, wie etwa die Prämierung der freundlichsten Bus & Bimfahrer/innen. Fünfzehn KinderParlamentarier/innen testeten zuvor über mehrere Wochen hinweg mit einem selbst entwickelten Beobachtungsbogen die Bus- und Bimfahrer/innen. Am 11.September wurden die Sieger/innen im Augarten mit einer Medaille und Urkunde ausgezeichnet.
Oder die Kundgebung Ragnitzstraße am 14.11.2008: Zwei Mädchen vom Bezirk Ragnitz setzen sich sehr engagiert für einen sicheren Straßenübergang ein. Der Zebrastreifen Ragnitzstraße/Mosconweg ist gefährlich, weil die AutofahrerInnen sich oft nicht an die Geschwindigkeitsbegrenzung halten und meistens auch nicht stehen bleiben, wenn jemand die Straße überqueren will. Seit eineinhalb Jahren ist das KinderParlament im Gespräch mit der Stadt Graz. Da bis jetzt noch keine konkrete Lösung gefunden wurde, machen wir mit dieser Kundgebung noch einmal alle Verantwortlichen auf das Problem aufmerksam.
Mehr Informationen gibt es auf der Homepage des KinderParlaments, das Kinder zwischen 8 und 14 Jahren einlädt, mitzumachen.
Das nächste Gruppentreffen findet am Dienstag, dem 20.01.2009, um 15.00 Uhr im Kinderbüro, Nikolaiplatz 4a, 8020 Graz, statt.
Grundsätze des Kinderparlaments
Für ein kindergerechtes Graz!
Wir sagen, was wir wollen -
denn wir wissen selbst, was wir brauchen!
Spaß haben!
Alle sind gleich!
Freiwilligkeit!
Rechtschreibfehler sind im KinderParlament erlaubt! Unsere Grundsätze und Regeln sind veränderbar - werden von Zeit zu Zeit neu besprochen!
Das KinderParlament wird vom Kinderbüro Steiermark im Auftrag des Amtes für Jugend und Familie durchgeführt.
- Verfasser/in:
- Ute Angeringer-Mmadu, kinderGAT
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