Kinder - der nächste Sommer kommt bestimmt!

Für alle, denen der Winter schon zu lange dauert, zum Aufwärmen eine Architekturgeschichte zum Badengehen: Das Margarethenbad, so wie es früher einmal war, und wie es in

11/02/2009

Für alle, denen der Winter schon zu lange dauert, zum Aufwärmen eine Architekturgeschichte zum Badengehen: Das Margarethenbad, so wie es früher einmal war, und wie es in Zukunft aussehen könnte - wenn es nach den Plänen der jungen Planerinnen und Planer geht, die letzten Sommer im Rahmen eines Workshops unter der Leitung der Architektin Jördis Tornquist Ideen nicht nur für den Pool entwickelt haben.

Aber der Reihe nach: Letztes Jahr feierte das Margarethenbad, von seinen Benutzern liebevoll auch "Margerl" genannt, seinen 80. Geburtstag. Das wurde groß gefeiert, wenn auch mit ein wenig Zähneknirschen, denn es war nicht sicher, ob das Bad Bad bleiben konnte, obwohl hier schon Großmütter, Großväter, Mütter, Väter, Onkel, Tanten ihre Sommer mit all seinen Freuden verbracht und vielleicht auch das eine oder andere Abenteuer erlebt hatten.

Die Stadt Graz hatte Bedenken, ob es es sich lohnen würde, das Freibad weiterhin aufzusperren, weil es nicht genug Geld einbringt, das heißt, dass es nicht rentabel ist. Aber die Bewohnerinnen und Bewohner rund um das Margarethenbad beschlossen eine "Bürgerinitiative zur Erhaltung des Margharetenbades" zu gründen. Sie wollen weiterhin, vielleicht irgendwann auch mit ihren Enkelkindern in "ihr" Bad gehen, denn wenn man viel Zeit, vor allem viel schöne Zeit an einem Ort verbringt, dann mag man ihn einfach und will nicht woanders hingehen oder -fahren zum Schwimmen, Sonnenliegen oder Freunde treffen; man identifiziert sich mit dem Ort. Und so wie es aussieht, können die Anrainerinnen und Anrainer, aber auch alle anderen, die gerne möchten, diesen Sommer wieder ins "Margerl" schwimmen gehen.

Nun hat das Margarethenbad nicht immer so ausgesehen wie heute: Geplant von einem Architekten namens Eugen Székely wurde es 1928 eröffnet. Schwimmbäder waren damals ziemlich modern, die Idee, seine Freizeit mit Schwimmen zu verbringen recht neu. Das Margarethenbad bestand ursprünglich aus mehreren kleineren Holzbauten, ein aus Stahl gefertigter Sprungturm sowie das betonierte Schwimmbecken waren ganz auf der Höhe der Zeit. Viele bequeme Holzpritschen luden zum Sonnebad ein. Die alten Bauten aus Holz gibt es nicht mehr, dafür wurde 1983 ein Neubau mit Sauna und Restaurant errichtet, der leider nicht besonders gelungen war und auch schon eine ganze Zeit lang leer steht.

Es war also an der Zeit, sich Gedanken über einige Veränderungen im Bad zu machen: Die Architektin Jördis Tornquist, die selbst schon ihre Kindertage hier verbracht hatte, veranstaltete einen Workshop mit Kindern; gemeinsam entwarfen sie das Margerl der Zukunft. Dabei entstand ein ganzer Ideenpool, der das Margarethenbad in ein wahres Erlebnismargerl verwandeln könnte:

~~~ das Dach des bestehenden Gebäudes wird zur Wassertanzfläche mit Rutsche ins Pool

~~~ es soll wieder einen hohen Sprungturm geben

~~~ und ein großes Trampolin

~~~ im Norden eine schöne, hohe Wandverkleidung voll mit Sonnenkollektoren

~~~ viele bunte Holzpritschen

~~~ mehr Grün und geheime Plätzchen und Winkerl

~~~ ein Kletterparcours über dem Babybecken

~~~ eine Jugendsportarena mit kleinem Vereinshäuschen

und fertig ist das neue Bad.Zu den Aktivitäten des letzten Jahres gibt es weiter unten einen Link zu einem Bericht auf GAT sowie zur Homepage des Margerls.

Die Adresse des Bades, falls es jemand noch nicht kennt und neugierig geworden ist:

Margarethenbad

Grillparzerstraße 10

8010 Graz

Auch wenn man diesen Sommer noch mit dem alten Bad Vorlieb nehmen muss.

Verfasser/in:
Ute Angeringer-Mmadu, kinderGAT

Weiterführende Links

grancy_margarethenbad_ausstellung_stadtarchiv2_0.jpg
Das Margarethenbad, so wie es früher einmal war. Foto: Stadtarchiv
zerkovitzmargarethenbad_bau.jpg
Bau des Margarethenbades, 1928, Foto: Claus Zerkowitz, Bestand Büro der Einnerungen.
www.margerl.at.jpg
Die jungen Planerinnen und Planer beim Entwerfen des Margerl_Neu
img_4634_kl.jpg
Und so könnte das Margarethenbad der Zukunft nach einem Entwurf von Liam, Martin, Max und Co. aussehen
margerl_rutsche.jpg
In den 1960er Jahren sah das Bad so aus... Foto: (c) Claudia Beiser
margerl_sprungturm.jpg
Der Sprungturm war zu seiner Zeit ziemlich cool! Foto: (c)Claudia Beiser
tg.jpg
Die Architektin Jördis Tornquist führte bereits 1970 Tagebuch über ihre Aufenthalte im Margarethenbad
grancy_margarethenbad__szekely.jpg
Ein Schaubild des Architekten Eugen Szekely für das Margarethenbad 1927/28
grancy_margarethenbad_ausstellung_andigutl_0.jpg
So sieht das Margarethenbad heute aus. Foto: Andi Gutl

Artikelempfehlungen der Redaktion