Kada + Wittfeld Architekten baut ein Seniorenheim in Altenmarkt

Das Team Kada + Wittfeld Architekten erhielt bei dem 2-stufigen Vergabeverfahren "Planungsauftrag für die Errichtung des Seniorenheimes Altenmarkt" den Zuschlag für die P

04/08/2005

Das Architektenteam Kada + Wittfeld erhielt bei dem 2-stufigen Vergabeverfahren "Planungsauftrag für die Errichtung des Seniorenheimes Altenmarkt" den Zuschlag für die Planung des 4, 2 Millionen Euro teuren Baus.

Weitere Anbote wurden eingereicht von:

Kofler Architects, Salzburg

Architekturbüro Rainer, Eben im Pongau

Cuubuus Planungs GmbH, Wien

Architekt DI Georg W. Reinberg, Wien

gerner/gerner, Wien

Auftraggeber ist der „Gemeindeverband Seniorenheim Altenmarkt“, p.a. Marktgemeinde Altenmarkt

5541 Altenmarkt im Pongau - Zauchenseestraße

T +43(0)6452/5911-11

gemeindeverband.seniorenheim@altenmarkt.at

"Seniorenhaus mit Pavillon"

Der Baukomplex besteht aus dem zweigeteilten Seniorenwohnheim mit 68 Betten im Osten und dem Sozialzentrum - der s. g. "Pavillon" - im Westen. Ein Foyer verbindet die beiden Baukörper miteinander, durch deren Anordnung das Grundstück in zwei Freibereiche, nämlich in einen öffentlichen Platz, der sich zum bestehenden Ärztezentrum im Norden hin orientiert und in einen privaten Garten geteilt wird. Das Zusammenlegen von Seniorenhaus und Sozialzentrum eröffnet die Chance, den, aus seinem familiären Kontext isolierten, betagten Menschen in ein neues soziales Umfeld zu integrieren, das nicht nur aus Altersgenossen besteht. Hier nimmt die Idee eines lebendigen „Gesundheitszentrums Altenmarkt“ Gestalt an.

Das großzügig verglaste Foyer bildet eine „Spange“, die die Aufenthaltsbereiche des Seniorenhauses mit dem öffentlichen Pavillon verbindet. Die gemeinsame Halle, mit Zugang zum öffentlichen Platz sowie zu einer Sonnenterrasse im Süden, ist damit sowohl Schnittstelle zwischen Ort und Landschaft als auch Dreh- und Angelpunkt des Hauses. Flexible Trennwände machen sie multifunktional nutzbar.

Der Pavillon wird durch seine einladende Offenheitund Leichtigkeit charakterisiert. Im Erdgeschoß befinden sich Gemeinschafts- und Verwaltungsräume des Seniorenheims, sowie die Küche. Im Obergeschoss liegen, über einen Luftraum mit dem Erdgeschoss verbunden, das Sozialzentrum sowie das Kinderspiel mit geschütztem Spielplatz auf dem Dach der Halle.

Die Struktur der Pflegebereiche des Seniorenheimes entwickelt sich aus dem Wunsch nach größtmöglicher Gemeinschaft der Senioren sowie nach Überblick und kurzen Wegen für das Pflegepersonal. So sind die Pflegestützpunkte und die Aufenthaltsbereiche der Senioren in drei identische Stationen zusammengelegt. Die Wohneinheiten enthalten eingestellte Sanitärboxen, die kleine Aufenthaltsbereiche vor den Zimmern bilden. Jedes Zimmer verfügt über ein „Französisches Fenster“ aus Holz, das als Sitzgelegenheit oder als Blumenfenster mit tiefem Fensterbrett fungiert. Das großflächige Fensterelement, mit dem Blickbezug zur Landschaft, wird zum Mittelpunkt des Zimmers.

Der private Garten, der im Osten den Wohneinheiten der Senioren vorgelagert ist, ermöglicht auch den unter ständiger Aufsicht stehenden Senioren verschiedenste Aktivitäten unter freiem Himmel: Das ruhige Sitzen unter Obstbäumen, das Beschreiten des Dementen-Rundgangs oder das Anlegen und die Pflege von Pflanzbeeten. Gleichzeitig bildet der Garten einen Puffer zu der bestehenden, kleinmaßstäblichen Wohnbebauung auf der gegenüberliegenden Straßenseite.

KONSTRUKTION

Die beiden dreigeschoßigen Baukörper des Seniorenheimes sollen in Stahlbetonschottenbauweise ausgeführt werden, wobei jeweils die Außenwand und Gangwand die Tragstruktur bilden. Die Stahlbetonschotten fungieren als thermische Speichermasse, die sich tagsüber erwärmt und in der Nacht die gespeicherte Energie abgibt. Bei der Ausführung der Fassaden ist an ein Wärmedämmverbundsystem gedacht.

Das Tragsystem der Außenwände des zweigeschoßigen Pavillons ist eine Pfosten-Riegelkonstruktion mit großflächigen Verglasungen und einer Fassadenverkleidung aus Lärchenholz.

Das Seniorenheim Altenmarkt ist, neben dem im Thalgau (Fertigstellung 2002) und dem in St. Nikolai (Fertigstellung 2001), das dritte von der Bürogemeinschaft Kada + Wittfeld Architekten geplante Seniorenheim im Land Salzburg. KONTAKT

Kada + Wittfeld Architekten

Univ. Prof. Arch. DI Klaus Kada, Graz

Prof. i. V. DI Arch. BDA Gerhard Wittfeld, Aachen

Theaterstraße 19

D-52062 Aachen

T +49 (0)241/94 69 00

office@kada-wittfeld.de

www.kada-wittfeld.de

Verfasser/in:
Redaktion GAT Graz Architektur Täglich
kada_wittfeld_swh_altenmarkt_detail.jpg
Die "Französischen Fenster" der Wohneinheiten des Seniorenheimes rhythmisieren die Fassaden der Baukörper

Artikelempfehlungen der Redaktion