Bgmst. Rosenberger eröffnet / die Teilnehmer kennen sich aus der 1. Runde bis auf die zusätzlich eingeladenen Vertreter der örtlichen Wirtschaft.
Müller als Juryvorsitzender bittet um den Bericht über die Vorprüfung durch Fechner von Van Melle & Partner. Zu jedem Projekt wurde ein Prüfbericht ausgearbeitet.
Präsentation der 5 verbliebenen Teilnehmer:
1. Team A
Präsentation anhand der eingereichten Planparie und dem Einsatzmodell große Änderungen wurden nicht vorgenommen
hinsichtlich Verkehr waren Anpassungen erforderlich (Rampenführung) gravierender war die Vergrößerung der Platzaufbauten auf 160 m² NF damit keine Platzteilung entsteht wurde auf eigenständige Dachelemente verzichtet
der Bereich um die Maria ist weiter Ruheplatz (ohne Gasthäuser) vor der Maria ist ein weicher abgesenkter Boden vorgesehen (Holz) der Kinderspielbereich davor soll auch mit mobilen und akustischen Elementen ausgestattet werden
Form der Baukörper soll die kubisch angelegte Umbauung nicht konkurrenzieren (Anmerkung: Brucker Murnockerl) bei der Platzgestaltung wurde das sog. Brucker Muster verfeinert
Beleuchtung wie gehabt
2. synn-architekten
Zur Präsentation wurde eine eingefärbte, aber sonst mit dem Abgabeexemplar idente Planparie aufgehängt, weiters das Einsatzmodell. Die Präsentation wird mit Darstellungen über PC und Videobeam unterstützt, zur Planung wurde ein Tag am Platz verbracht. Es wurde gefragt, wer Kol.Wallisch war, es gab aber keine Antworten. Mit der Gestaltung wurde versucht, Gegenwart und Vergangenheit am Platz zu verbinden, der Platz soll so offen wie möglich gehalten werden. Zonierungen sind nur über die Benutzungen des Platzes vorgesehen. Planung wurde nach verschiedenen Ebenen angelegt. Ein grundlegender Gedanke bei der Gestaltung war die Geste der schützenden Hand viele Ausführungsüberlegungen (Rasenstreifen, grüne Welle, Pflanztröge, Sitzbänke, Lichtwand bei unterirdischer TG-Rampe
Bäume Ahorn und Esche, bei Denkmäler etwas gewichtigere Arten
Beleuchtung grundsätzlich über uplight´s, die Denkmäler über punktuelle Beleuchtung, LED entlang der Schriftzeichen, Fluter über den Dächern
3. Gerner
Präsentation mit Planausdruck, Einsatzmodell und Videobeam
Projekt ist auf vorhandene Stadtstruktur ausgerichtet, TG Rampen grundsätzlich gleich (nur bei der Platzzufahrt um 90° nach Westen abgedreht), Beleuchtung wurde auf Wunsch geändert: über 3 Masten diffuse Grundausleuchtung, die moving spots sind jetzt statt an Spannseilen auf den Masten montiert, der Bodenbelag soll als massive STB-Platte ausgebildet werden, Plattenbelag wäre aber auch möglich, die Streifen im Bodenbelag sind bei den Schanigärten aus delstahl, im Bereich Maria aus Marmor, die Verglasungen der up´s sollen mit speziellen Reflexionsfolien bei Bestrahlung interessante Lichtwirkungen erzeugen
4. Schulz
Präsentation mit Planausdruck, Einsatzmodell und Videobeam (ppt und mediaplayer). Ausgehend von den städtebaulichen Bezügen wurde eine funktionelle Struktur aufgebaut. Es werden die unterschiedlichen Bereiche erklärt, es wurde auch ein Vorschlag für Marktstandl präsentiert. Südlich des Eisernen Brunnens ist ein breiterer Grünstreifen (Baumbestand) entstanden, die Bushaltestellen wurden verschoben, der Platz vor dem Kornmesser aufgewertet, Beläge generell aus Betonpflaster, verschiedene Strukturen, verschiedene Farben
Die Beleuchtungsmasten vor dem Kornmesser gibt es nicht mehr, dafür wurden einfachere Mastkonstruktionen in den aufgewerteten Grünbereich integriert
5. Partl
Präsentation mit Planausdruck, Einsatzmodell, Videobeam und Plattenmuster. Projekt baut auf auf Funktionen, Affinitäten (über Materialität) und Licht, zum Platz als solchem ist dann die Schnittstelle Automobilisierung dazugekommen, Einschnitt in den Platz als grundlegendes Gestaltungselement über Einschnitt Licht nach innen (Tag) aber auch Licht nach außen (Nacht), die Aufbauten wurden aus dem Platz entwickelt, alle Aufbauten sind in einer keilartigen Gesamtform zusammengefügt, der Keil ist wiederum ausgerichtet nach einer städtebaulichen Achse, beim Bodenbelag soll durch entsprechende Betonmischungen eine Annäherung an die
Materialität des Kornmesserhauses erreicht werden. Edlere Flächen sollten mit hartem Sandstein ausgelegt werden, die Begrünung ist ebenfalls in die Keilform integriert (geschnittene Hecken, Bäume, Kletterpflanzen), die Begrünung ist auf 3 Ebenen angelegt (TG-Niveau, Platzniveau, Überdachungen). Lichtplaner erklärt die Überlegungen zur Platzbeleuchtung
Mittagspause
1. Punkt am Nachmittag sind die Kosten. In Abwägung der Jury wird von realistischen Baukosten in der Höhe von 4,5 – 5 Mio. € ausgegangen. Die Kostenschätzungen der Teilnehmer bewegen sich zwischen rd. 2,3 Mio € und 4,4 Mio. €. Es folgt eine langwierige Diskussion über die Bewertung der Kostenschätzung ohne konkretes Ergebnis
2. Punkt Verkehr
Weber möchte vermeiden, dass sich die Projektbewertung zu stark auf die VK-Diskussion reduziert, deshalb soll dieser Punkt vorab abgeklärt werden, VK-Lösung Projekt 3 hat gröbere Nachteile, die Lösung von Projekt 2 und 5 haben die meisten Vorteile, Projekt 1 und 4 liegen irgendwo dazwischen, erscheinen aber auch noch als verbesserbar, die Darstellung der Rampenlängen bei Projekt 4 ist zu kurz ausgefallen, Richtigstellung ist aber kein Problem. Zusammenfassend einigt man sich darauf, dass letztlich die Optimierung über den VK-Planer erfolgt und vom Architekten umzusetzen ist
Es beginnt die 1. Beurteilungsrunde
Team A
Der Platz wird von Fassade zu Fassade in gleicher Weise durchgestaltet, aus Steinlisenen mit Betonplattenbelegen dazwischen bzw. Asphaltierung der Fahrbahnen, es werden gewisse Ruhebereiche hervorgehoben, die Hochbauten werden in der Sprache der 1.Stufe weitergeführt, sie sind gut gelöst, weil sie die Hauptplatzfassaden großteils freilasssen,
die Form dieser Bauten ist sehr gutmütig (weniger problematisch als rechteckige Lösungen), ein sehr ordentlicher Entwurf, wenn auch nicht besonders innovativ, ein gut durchführbares, leicht realisierbares Projekt. Der Bereich Maria erscheint überzentriert, der Baumbewuchs ist nur wenig in den Platz eingebunden vom Ortsbild her der positivste weil zurückhaltendste Entwurf. Das Brucker Muster erscheint in der Ausformung überzogen, je nach Verkehrsführung hat die vorgeschlagene Rampenplatzierung
erhebliche Nachteile.
synn – Arch
Durchgehende Homogenität ist Grundlage des Entwurfs, weitestgehend ähnlich der 1. Stufe, der Hochbauteil ist durchlässiger geworden und formal mit einer VKRampe
zusammengeschlossen, die Dachfläche ist aber etwas monströs
ausgefallen, ein verbindendes Dach erscheint aber auch nicht als unbedingt notwendig, hier wären Auflagen angebracht
eine sehr feine und zarte Bodentextur mit zusätzlich interessant angelegtem Baumbestand, jedoch vor Kornmesser und Brunnen zu üppig. Maria lagemäßig etwas verbessert, kombiniert mit kontemplativer Wasserfläche, grundlegende Schwächen bleiben, der Kinderbereich ist sehr gut angelegt,
die Bereiche lassen sich gut erweitern und ggf. verschieben (hohes Maß an Flexibilität), die durchgehende Belagsausbildung wirkt geschwindigkeitsbremsend, einfügen von Asphaltflächen würde die Gestaltungsqualität zerstören, die Art der Baumplatzierung hat polare Ausgleichsqualität zur
baulichen Textur.
Ortsbild: der Aufbauteil ist zu groß, die Wasserfläche erscheint auf den Platz bezogen als zu klein, das Projekt hat keine echten Schwachstellen.
Gerner
up & down – Streifen dominiert die Platzgestaltung, keine disperse Lösung wie bei Team A sondern mehr auf
Konzentration angelegt, ein gut entwickelbares Projekt, es wurde aber nicht auf die letzten Anforderungen eingegangen, der Hauptteil ist als Inselbereich angelegt, so wie vorgeschlagen, ist es nicht gut realisierbar, die TG-Rampen werden durch den Hochbauteil bestimmt und liegen relativ ungünstig, ungenügende Bereichsdifferenzierung, wenig Anknüpfungspunkte, etwas klobig mit einer gewissen Strenge
Ortsbild: der bauliche Ansatz ist ähnlich wie bei der Platzierung eines Hauses oder eines Einkaufszentrums – für einen Platz nicht adäquat.
Schulz
Das Projekt ist gekennzeichnet von großer Dynamik, es werden
besonders viele Richtungen aufgenommen und miteinander
verschnitten. Ein zweiteiliges Konzept: ostseitig die Belagsseite, westlich die Hochbauten.
Das einzige Projekt mit einem dominant vertikalen Element
positiv ist die Verbindung mit der FUZO sowie die anschließende Verkippung, was schöne räumliche Ausbildungen zur Folge hat, das Stufenpodest ist sowohl markant als auch dominant, der Abstand zu den Häusern ostseitig ist zu gering, mit einer Richtigstellung wird der freie Platz noch schmäler
es gibt eine Unzahl von Materialien, die Wasserfläche vor dem
Kornmesser steht in keinem richtigen Verhältnis, mit der Vielfältigkeit wurde überzogen. Die Arbeit ist stark durchstrukturiert, sehr engagiert, aber auch sehr
modisch und überfrachtet, ggf. muß es durch Auflagen stark reduziert werden. Bei der Begrünung des Platzes wurden bei diesem Projekt die meisten Verbesserungen vorgenommen, ebenso bei der Situierung der Tiefgaragenrampen.
Ortsbild: Sprungturm und Tribüne haben auf dem Platz nichts verloren. Das Projekt zielt stark auf Emotionen und hat eine eingeschränkte Flexibilität
Partl
Von der ursprünglichen Idee der Faltungen ist nicht mehr viel übrig geblieben. Der Platzvorschlag wirkt im Modell etwas abstrakt, ist vom Ansatz her relativ einfach aufgebaut. In der gebündelten Zone wird alles untergebracht, was vorzusehen war, einschließlich Grüninseln (ein sehr aufgeräumtes Projekt). Zonierungen am Platz sind nicht ablesbar. Das Projekt ist entwicklungsfähig, es sind aber viele Fragen offen. Die TG-Rampen sind gut gelöst, nachteilig sind die in den Platz hineinstehenden Rampenelemente, der Lichtschlitz zur Tiefgarage wird grundsätzlich positiv gesehen. Eine geschickte und ästhetische Modulation, die funktionell starre
Trennung erscheint für Bruck unangemessen.
Pause, danach 1. Wertungsrunde
Es sollen die Plätze 4 und 5 ermittelt werden, mit den übrigen drei wird in eine 2. Runde gegangen.
Zur Bewertung werden festgelegt: + / 0 / -
+ 0 - Kostenschätzung
Team A 39 6 9 plausibel
synn-Arch 30 17 7 plausibel
Gerner 11 20 23 nicht plausibel
Schulz 29 12 13 plausibel
Partl 26 19 9 plausibel
Antrag Gerner wird mit 9:0 auf 5 gereiht
Antrag Partl wird mit 8:1 auf 4 gereiht
Antrag auf Rückholungsmöglichkeit mit 8:1 angenommen.
Die restlichen Projekte werden nochmals besprochen:
Schulz
Das Projekt ist überstrukturiert und stark inhomogen, das Wasserbecken vor dem Kornmesserhaus ist platziert wie eine
Briefmarke. Der durch die geplanten Hochbauten abgeteilte Platz SW-seitig verkommt zu einem Subplatz.
Jedes Projekt muß mehr oder weniger nachjustiert werden, es folgt eine Diskussion über alle 3 Projekte:
_ Schulz: Die Großartigkeit des Platzes wird einfach heruntergespielt
_ synn-Arch: Maria deplatziert, unmilitärisches, lyrisches Konzept, intelligenter Umgang
_ Team A: Rampe ostseitig wird negativ bewertet
Unterbrechung, der Bürgermeister möchte sich mit seinen Fachleuten beraten. Nach der Pause:
Antrag Projekt synn-Arch. auf den 3. Platz zu reihen Annahme mit 7:2 stimmen.
Über die verbleibenden 2 Projekte wird nochmals diskutiert, an beiden Vorschlägen ist verschiedenstes zu ändern, die Frage ist, inwieweit im Verhandlungsverfahren noch
Änderungen machbar sind ?
Der Juryvorsitzende stellt dazu fest, dass jedenfalls die Konsistenz des Projektes gewahrt bleiben muß und wesentliche Elemente des Wettbewerbs erhalten bleiben müssen.
Antrag Projekt Schulz auf den 1. Platz zu reihen 4:4:1 (dafür / dagegen / enthalten)
Antrag Projekt Team A auf den 2. Platz zu reihen 3:5:1 (dafür / dagegen / enthalten)
Antrag Stimmenthaltung nicht mehr zulässig 6:3
Antrag Projekt Team A auf den 2. Platz zu reihen 6:3
Antrag Projekt Schulz auf den 1. Platz zu reihen 8:1
Somit ist das Projekt Schulz als das Siegerprojekt ermittel.
Auflagen für die weitere Bearbeitung:
Schulz
Die Achse ostseitig ist in Abstimmung mit Tiefgarage und Feuerwehr von den Bestandsobjekten abzurücken. Entfallen sollen: das Wasserbecken vor dem Kornmesser, die
Sitzstufentribüne, der Turm. Über VK-Lösung ist das Einvernehmen mit VK-Planer und Tiefgaragenplanung herzustellen. Reduzierung der vielen unterschiedlichen Plattenoberflächen (ähnlich dem Stand der Stufe 1).
Dachterrasse soll begehbar und mit Lift erreichbar sein
Team A
Über VK-Lösung ist das Einvernehmen mit VK-Planer und
Tiefgaragenplanung herzustellen. Der Bereich Maria ist überzentriert, hier ist eine Reduktion bzw. Änderung vorzunehmen (verfeinerter Belag davor geht aber in Ordnung).
Die Platzrasterung erscheint zu dicht und sollte reduziert werden. Generell ist mehr grün gewünscht.
Die Sitzung endet um 22:30







