Wettbewerb Graz Augarten Nord: Protokoll Preisgericht
Ort: TPA-Center, Münzgrabenstraße 36, Graz
Zeit: 18.09.2006, 9:00 bis 13:00 Uhr
Anwesende:
_Preisrichter/Preisrichterinnen:
Arch. DI Daniela Vukovits (Ersatz für DI Klinar)
Direktor Fritz Gande
Baumeister Ing. Siegfried Günther
Baumeister Ing. Johannes Schweiger
Arch. DI Gerhard Kreutzer
Arch. DI Christian Probst
Arch. DI Reinhold Wetschko
_Beraterin:
Heide-Irene Bäck
_Vorprüferin:
Arch. DI Barbara Strenitz
Nach der Begrüßung werden die erforderlichen Funktionen einstimmig wie folgt besetzt:
Vorsitz: Arch. Wetschko
Schriftführung: Arch. Kreutzer
Der Vorsitzende stellt die Beschlussfähigkeit des Preisgerichtes sowie die Unbefangenheit der Preisrichter fest und verweist auf die Verschwiegenheitspflicht während des Verfahrens. Frau Arch. Strenitz teilt zu Beginn des Vorprüfungsberichtes mit, dass das Projekt 1125 aus 6 Plänen besteht, jedoch laut Ausschreibung nur 5 Pläne zulässig sind. Als 6. Plan wurde das Schaubild vorläufig nicht aufgehängt. Zwei weitere Pläne, ebenfalls Schaubilder wurden verspätet abgegeben und daher ebenfalls vorläufig nicht aufgehängt. Das Preisgericht stellt fest, dass die 5 aufgehängten Pläne zur Beurteilung des Projektes ausreichen. Die zusätzlichen Pläne bleiben in den Planrollen.
_1. Rundgang:
Frau Arch. Strenitz trägt nun ihren Bericht vor, außerdem erfolgen Erläuterungen durch die Fachpreisrichter.
_2. Rundgang:
Im 2. Rundgang werden die Projekt ausführlich erörtert und es erfolgt die erste Bewertung derartig, dass jedes Projekt im Verfahren verbleibt, das bei der Abstimmung mindestens eine Prostimme erhält.
Die Abstimmungen führen zu folgendem Ergebnis: die Projekte 1122, 1123, 1125, 1126 und 1128 verbleiben, die Projekte 1121, 1124 und 1127 scheiden aus.
Zu den ausgeschiedenen Projekten gibt es folgende Bemerkungen:
_Projekt 1121:
Positiv bewertet wird das Erscheinungsbild des Projektes in der Grazbachgasse und der
Friedrichgasse. Der über das Grundstück verlaufende Kanal (siehe Pkt. 2.6 des Protokolls der Vorbesprechung) wurde nicht berücksichtigt. Die Situierung von Kindergarten und Kinderkrippe entspricht nicht der Ausschreibung, ebenso die Orientierung von Büros zum Hof (Südfassade). Die Spange zwischen Osttrakt und Nordtrakt ist weder funktionell noch städtebaulich überzeugend.
_Projekt 1124:
Positiv bewertet werden die konsequente Aufschließung und Anordnung der Büros und
Wohnungen gemäß Ausschreibung. Das Projekt wurde nicht im Maßstab 1:200, sondern etwa M 1:223 abgegeben und war daher schwer vorzuprüfen. Die Spange zwischen Osttrakt und Nordtrakt ist auch bei diesem Projekt nicht überzeugend. Eine dreigeschossige Tiefgarage ist wegen des Grundwassers nicht erwünscht. Die Maisonette-Wohnungen im Trakt Friedrichgasse mit den Wohnesszimmern nach Osten zur Friedrichgasse werden negativ bewertet.
_Projekt 1127:
Positiv bewertet werden die weitgehend konsequente Aufschließung und Anordnung aller Funktionsbereiche, sowie die Penthouses und die Gestaltung der Hoffassaden. Das Projekt hat mit Abstand die größte Bürofläche und die geringste Wohnfläche, die Vorgaben lt. Pkt. 2.6.10 des Protokolls der Vorbesprechung (Wohnungen im „Turm“), wurden nicht eingehalten, ebenso die Vorgaben zur Überbauung des Kanals.
_3. Rundgang:
In diesem Rundgang wird nach weiterer Diskussion über die verbliebenen Projekte mit einfacher Mehrheit abgestimmt.
Es verbleiben die Projekte 1122, 1123 und 1128, die Projekte 1125 und 1126 scheiden aus.
Zu den Projekten 1125 und 1126 gibt es folgende Bemerkungen:
_Projekt 1125:
Positiv bewertet wird das Erscheinungsbild des Projektes in der Grazbachgasse und der
Friedrichgasse. Die städtebauliche Lösung entspricht nicht den Vorgaben des
Stadtplanungsamtes und wird vom Preisgericht auch nicht als Verbesserung empfunden.
Kritisiert werden weiters die Zweigeschossigkeit von Kindergarten und Kinderkrippe, die Situierung der Funktionsgruppe Kinderfreunde, die etwa um ein Drittel zu kleinen Freiflächen für Kindergarten/Kinderkrippe und Kinderspielplatz. Das Projekt weist die niedrigste Bebauungsdichte und die geringste Nutzfläche von allen Projekten auf.
_Projekt 1126:
Positiv bewertet werden die konsequente Aufschließung und Anordnung aller
Funktionsbereiche und die Differenzierung der Fassaden (Büros/Wohnungen). Der
dreigeschossige Keller entspricht nicht den Vorgaben und ist wegen des Grundwassers nicht erwünscht. Die Erdüberschüttung der Tiefgarage in einer Höhe von ca. 2 m ist
unwirtschaftlich. Die Situierung der Tiefgarage ignoriert die Lage des Kanals auf dem Grundstück 43/2 völlig.
_4. Rundgang:
Die Abstimmungen über die 3 verbliebenen Projekte ergeben jeweils einstimmig folgende
Reihung:
_Projekt 1128: 1. Rang
_Projekt 1123: 2. Rang
_Projekt 1122: 3. Rang
Zu diesen Projekten gibt es folgende Bemerkungen:
_Proj. 1122
Positiv bewertet werden die konsequente Aufschließung und Anordnung der Büros und
Wohnungen gemäß Ausschreibung sowie die Baukörper. Die Situierung des Kindergartens als begrüntes Gebäude im Hof widerspricht den Intentionen der Stadtplanung und wird auch vom Preisgericht nicht als Verbesserung der Hofsituation empfunden.
Die eingehausten TG-Rampen vor der Baugrenzlinie werden negativ bewertet.
_Proj. 1123
Positiv bewertet werden die konsequente Aufschließung und Anordnung der Büros und
Wohnungen gemäß Ausschreibung sowie die Baukörper und die Gestaltung der Fassaden.
Im Kindergarten fehlen Räume in einer Größenordnung von ca. 80 m² (z. B.
1 Gruppenraum). Der geforderte Arbeitsraum über dem Kanal ist zum Teil zu niedrig.
Negativ bewertet werden die „Bodenmaisonetten“ im Trakt Grazbachgasse sowie die Innenecklösung.
_Proj. 1128
Positiv bewertet werden die weitgehend konsequente Aufschließung und Anordnung aller Funktionsbereiche gemäß Ausschreibung, die im Projekt vorgeschlagene Anordnung von
straßenseitigen Wohnungen im 4. und 5. OG entgegen den Vorgaben der Ausschreibung ist
noch mit der Bauherrschaft zu diskutieren.
Ebenfalls positiv bewertet werden die Lichthöfe, der Kindergarten, die Baukörper und die Fassadengestaltung.
Die straßenseitigen Terrassenüberdachungen der Penthouses sind im Einvernehmen mit
dem Stadtplanungsamt zu überarbeiten.
Von Seiten des Auslobers werden Kellerabteile für Wohnungen, Büros und Geschäft gewünscht.
Der Vorsitzende öffnet die Verfasserbriefe:
_Projekt - Kennzahl - Verfasser - Rang
_1121 - 246287 - Wicher
_1122 - 580341 - Spuller - 3.Rang
_1123 - 181932 - LOVE - 2.Rang
_1124 - 090807 - Hierzegger
_1125 - 335279 - Hohensinn
_1126 - 816384 - Gangoly
_1127 - 726726 - Tschom
_1128 - 300620 - Giselbrecht - 1.Rang
Abschließend würdigt der Vorsitzende das Engagement der Teilnehmer und dankt den
Preisrichtern für die gute und konzentrierte Zusammenarbeit. Ort und Zeitpunkt der Ausstellung der Wettbewerbsarbeiten wurden bereits per Email am 18.09.2006 bekanntgegeben.
Das Protokoll geht an alle Wettbewerbsteilnehmer und an alle Anwesenden der Preisgerichtssitzung.




