JURYPROTOKOLL > Städtebauliches Gutachterverfahren Wohnbebauung Obdach

Der Grazer Architekt DI Hans Mesnaritsch gewinnt mit seinem Entwurf das geladene städtebauliche Gutachterverfahren Wohnbebauung Obdach.

18/05/2005

Der Grazer Architekt DI Hans Mesnaritsch gewinnt mit seinem Entwurf das geladene städtebauliche Gutachterverfahren Wohnbebauung Obdach.

Weitere Teilnehmer waren:

Arch. Büro Baier/Thoma, Knittelfeld

Arch. DI Michael Homann, Graz

Arch. DI Klaus Jaretzky, Graz

Arch. DI Rainer Wührer, Graz

Auslober:

SG RottenmannJURYPROTOKOLL

Über die Jurysitzung für das städtebauliche Gutachtenverfahren der SG Rottenmann

WOHNBEBAUNG in Obdach

Ort der Jurysitzung: Obdach, Hauptschule

Datum der Jurysitzung: 12.04.2005

Beginn: 09:20Uhr

Anwesende Juroren:

Arch. DI Ortis

BGM Dr. Köstenberger

Ing. Dirnböck

DI Boess

DI Tatzl

BM Dir. Pusterhofer

Zusätzlich anwesend:

Herr DI Köhler, Herr Ing. Kainz und Herr Wilding als Berater der Gemeinde

Herr Arch. Platzer als Ersatzjuror der AIK

Herr DI Wolfsgruber als Vorprüfer

Herr DI(FH) Nerwein vom Auslober

Vorschlag für Vorsitz: Arch. DI Otis, Stellvertreter: BGM Dr. Köstenberger

Schriftführer: OBR DI Tatzl, Stellvertreter: BM Dir. Pustenhofer

Die Wahlvorschläge werden einstimmig angenommen.

Die Unbefangenheit der Jurymitglieder wird festgestellt.

Laut Vorprüfung liegen keine formalen Ausschließungen vor.

Vorschlag Vorgangsweise:

Positives Herangehen an die Projekte

Projekte mit 1 Stimme kommen weiter

Ausgeschiedene Projekte können prinzipiell zurückgeholt werden

Der Vorschlag wird einstimmig angenommen

Zusammenfassung der wesentlichen Beurteilungskriterien:

1) Städtebauliche Eingliederung, verkehrstechnische Anbindung, Situierung der Baukörper, äußere Gestaltung

2) Funktionelle Umsetzung (Erschließung, Grundrisse)

3) Wirtschaftlichkeit

09:40 Uhr : BERICHT VORPRÜFUNG – DI Wolfsgruber (Büro Kampits)

Übergabe der verschlossenen Kuverts vom Vorprüfer an den Vorsitzenden

Formelle Kriterien: Die Vorgaben wurden generell eingehalten und alle Arbeiten anonym und zeitgerecht abgeben.

Vorstellung der einzelnen Projekte durch den Vorprüfer

10:00 Uhr: 1. DURCHGANG

Verlesen der Verfasserbriefe

Allgemeine Diskussion über:

Geschoßigkeit, Parkplätze, Dachformen, Barrierefreiheit, Abstände sowie über die

Vorgenannten und die in der Ausschreibung festgelegten Kriterien.

Der Bürgermeister verlässt die Jury, Herr Wilding übernimmt seine Funktion.

12:45 Uhr: 1. BEURTEILUNGSRUNDE

Abstimmungsmodus:

Alle Projekte, mit mindestens einer Stimme verbleiben in der Wertung

Projekt Nr. A: 2 Stimmen

Projekt Nr. B: 0 Stimmen

Projekt Nr. C: 1 Stimme

Projekt Nr. D: 6 Stimmen

Projekt Nr. E: 5 Stimmen

Projekt A, C, D, E kommen weiter.

Zum ausgeschieden Projekt B:

- PKW-Flugdächer im Bauverbotsbereich

- Verkehrstechnische Erschließung unzureichend (keine Zufahrt zu Altenwohnhaus, steile Fußwege)

- Strukturelle Einbindung in das Ortsgefüge ist wenig überzeugend

- Anordnung und Gliederung der Baukörper nehmen kaum Bezug auf den Bestand

- Strenge Außenräume durch die langgezogenen Baukörper

+ Markante architektonische Gestaltung

Die Herren Kainz und Nerwein verlassen kurz vor Mittag die Jury.

13:00 Uhr: MITTAGSPAUSE

14:15 UHR: ENDE MITTAGSPAUSE

Mit Modellen Fahrt zum Grundstück und nochmalige Diskussion der Projekte vor Ort.

14:45 Uhr

Rückkehr zur Hauptschule

Herr BGM Köstenberger ist wieder dabei, als weiterer Berater Herr Dir. Schreiner – dieser verlässt um 15:10 Uhr die Jury.

15:20 Uhr: 2. BEURTEILUNGSRUNDE

Abstimmungsmodus:

Alle Projekte, mit einfacher Mehrheit kommen weiter.

Sollte ein Projekte bei dieser Abstimmung die Stimmen aller Juroren erhalten, wäre dies automatisch das Leitprojekt, ansonsten wäre in einer weiteren Runde explizit über das Leitprojekt abzustimmen

Projekt Nr. A: 0 Stimmen

Projekt Nr. C: 0 Stimmen

Projekt Nr. D: 6 Stimmen

Projekt Nr. E: 1 Stimme

D.h., das Projekt D ist das Leitprojekt.

Herr Bürgermeister verlässt um 16:00 Uhr die Jury.

Zu den Projekten:

Projekt A:

- Sehr große Versiegelungsflächen durch zahlreiche Wohnstraßen

- Steile Zugänge bei den Geschossbauten

- Eindeutige, klare Aufschließungen

- Undifferenzierte Baukörper zwischen Maisonetten und Geschossbau

- Im Altenwohnhaus viele Wohneinheiten nur nach Osten orientieren

- Sensibler Umgang mit Grünraum (Bachrandgestaltung)

- Die Grundrisszuschnitte sind nicht ideal

Projekt C:

- Ordentliche verkehrstechnische Erschließung

- Die strukturelle Eingliederung geht kaum auf die umgebende Situation ein

- Riegelbildung in Verbindung mit der Parkierung ist im östlichen Bereich problematisch

- Durch überdachte PKW-Plätze entsteht auch im Westen ein Eindruck einer geschlossen Bebauung

- Zweispännerlösungen sind ziemlich konservativ

- Erschließung im Altenwohnhaus sind wenig attraktiv

Projekt E:

- Die strukturelle Einbindung ist uneindeutig und diese Baukörpermassierung am gewählten Ort nicht nachvollziehbar (Altenwohnhaus), ebenso die Situierung des südlichen Baukörpers

- Die Verkehrsschließung ist durchdacht und in Ordnung, wobei die fast durchgehende Ausbildung der Abstellflächen ein sehr städtisches Milieu darstellt

- Die im Westen vorgeschlagene Notzufahrt ist so nicht realisierbar

- Gute Maßstäblichkeit

- Die Auseinandersetzung mit den energetisch-technischen Anforderungen

- Die Grundrisse sind für den geförderten Wohnbau angemessen

- Die Maßstäblichkeit der Grünräume ist qualitätsvoll

Projekt D:

- Eindeutig, klare strukturelle Einbindung in die Ortsstruktur

- Baukörperdimension reagiert gut auf Bestand

- Durch die kammerartige Struktur wird der Grünraum des Baches in die Siedlung eingebunden und bietet gute Durchblickmöglichkeiten und hohe Außenraumqualität, in Verbindung mit dem zentralen Grün

- Grundsätzlich erscheint die Verkehrserschließung logisch, Maisonetten an der Westseite benötigt aber eine vollwertige Zufahrtsstraße

- Die Verkehrserschließung im südlichen Grundstücksteil erscheint in der Realisierung problematisch (Auffahrt nördlich des Altenwohnhauses)

- Der Baukörper des Altenwohnhauses erscheint massiv

- Grundrisslösung mit Loggien sinnvoll

EMPFEHLUNG DER JURY

- Für die Zufahrt im Südbereich (mit barrierefreiem Zugang Altenwohnhaus) ist eine Verschiebung westlich des Trafos zu überdenken, ebenso die Anbindung der westseitigen Maisonetten gemeinsam mit der Situierung der dazugehörenden überdachten Abstellplätze.

- Eine Unterbrechung der Erschließungstrasse im nordöstlichen Teil ist denkbar (steiles Gelände).

- Die Situierung (Abstand zur Landstraße) und Ausformulierung des Altenwohnhauses ist zu überprüfen, die zurückhaltende architektonische Gestaltung beizubehalten.

- Die Bäder sollten optimiert werden (Raumbreit)

- Balkone sind zu überdachen (oder Loggien).

- Eine Fußgängerverbindung von der L 539 entlang des Rosenbaches bis zur nördlichen Grundgrenze und von dort bis zur Verkehrsfläche 128/20 ist auszuführen

16:45 Uhr ÖFFNEN DER VERFASSERBRIEFE

Projekt Kennzahl Verfasser

B - 118877 - Arch. Dipl.-Ing. Homann

C - 987654 - Arch. Dipl.-Ing. Jaretzky

A - 009600 - Arch. Dipl.-Ing. Wührer

E - 753197 - Arch. Büro Baier/Thoma

D - 020301 - Arch.Dipl.-Ing. Mesnaritsch

Verständigung der Teilnehmer:

Der Vorsitzende der Jury benachrichtigt den Sieger und die restlichen Teilnehmer vom Ausgang der Jury

18:00 Uhr: ENDE DER JURYSITZUNGDas Siegerprojekt und alle eingereichten Projekte können bis Ende Mai 2005 während der Amtsstunden in der Gemeinde Obdach (Ansprechpartner: Hr. Wilding) besichtigen werden.

Verfasser/in:
Redaktion GAT Graz Architektur Täglich

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