STÄDTEBAULICHES GUTACHTERVERFAHREN
ZUR ERLANGUNG VON BEBAUUNGSVORSCHLÄGEN FÜR DEN VERANSTALTER
GWS, Steyrergasse 5, 8010 Graz, in
Graz, Körösistraße
Grundstück Nr. 309/2
JURYPROTOKOLL - 2. STUFE
JURYSITZUNG
Mittwoch, 02. Juni 2004
Ort: GWS, Steyrergasse 5, 8010 Graz
Jurybeginn: 14.00 Uhr
Juryende: 17.00 Uhr
ANWESENDE:
Herr Arch. DI Ernst Giselbrecht
_ Für den Auslober/GWS und SOB:
Herr Dir. Fritz Gande
Herr Ing. Josef Hoffmann
_ Für die Stadt Graz:
Herr Stadtbaudirektor DI Mag. Bertram Werle
_ Für das Stadtplanungsamt:
Frau DI Angelika Lingenhöle-Kohlbach
Herr DI Michael Mayer (nicht stimmberechtigt)
_ Für das Büro Landesrat Seitinger:
Herr Mag. Gerhard Uhlmann
_ Für das Amt der Steiermärkischen Landesregierung/A15:
Herr OBR DI Johann Tatzl
_ Als Vorprüfer im Auftrag der GWS:
Herr Arch. DI Dr. techn. Georg Plankensteiner, Graz (teilweise)
Frau Sylvia Sturm (Schreibkraft - teilweise)
Um 14 Uhr wurde von Herrn Ing. Hoffmann die Jurysitzung eröffnet und nach kurzem Resümee durch den Vorsitzenden wird der Vorprüfer aufgefordert, die Prüfungen der einzelnen Projekte anhand der Pläne vorzustellen.
Generell sind beide Projekte im geforderten Umfang und termingerecht eingereicht worden.
Weiters erklärt der Vorprüfer seine Vorgangsweise zur Prüfung und stellt die Projekte vor.
Für 14.30 Uhr ist Herr Architekt Spuller geladen und stellt das Projekt Nr. 1 vor.
Nach der Vorstellung gibt es die Gelegenheit zur Diskussion mit dem Projektverfasser.
Diese Diskussion wird kurz vor 15 Uhr abgeschlossen.
Für 15:00 Uhr wird Herr Architekt Neuwirth geladen und stellt seine Überarbeitung des Projektes dar (Projekt Nr. 3).
Nach der Diskussion verlässt Herr Arch. Neuwirth die Jurysitzung.
Anschließend wird die weitere Vorgangsweise diskutiert und es wird festgelegt, dass vom Schriftführer nochmals das Protokoll und die Empfehlungen an die Projektanten vorgelesen wird.
Anschließend beginnt die Diskussion über die Projekte, wobei für die Bewertung die Kriterien der 1. Stufe und die Auflagen bzw. Empfehlungen an die Projektverfasser herangezogen werden.
Nach eingehender längerer Diskussion und Vergleich der beiden Projekte ergibt sich folgendes Bild:
Projekt 1:
Das Projekt hat anstelle der bisher konzipierten 3 Baukörper mit Kopflösung zur Mur 4 Baukörper konzipiert und anstelle eines Baukörpers zur Körösistraße nunmehr 2 Baukörper.
Entgegen der 1. Stufe bringt diese Auflösung der Kopfbauten eine bessere Besonnungssituation. Das Projekt verliert jedoch die markante spezifische städtebauliche Gestaltung.
Die geforderte Verbesserung der Qualitäten und Quantitäten der Dachterrassen ist realisiert worden.
Negativ gesehen wird das nahe Heranrücken des Hauses D an die Grundstücksgrenze und vor allem an den murseitig gelegenen Ast des Y-Hauses.
Durch die Konzeption mit großteils Zweispännern ergibt sich die Notwendigkeit 14 Aufzugsanlagen einzubauen, welche in Errichtung und Betrieb ein Kostenthema darstellen.
Durch den Wechsel von verschiedenen Wohnungsgrundrissen übereinander müssen die Sanitärinstallationsschächte verzogen werden. Weiters ergeben sich innenliegende Bäder ohne natürliche Belichtung und Belüftung.
Projekt 3:
Die Grundkonzeption des Projektes 3 ist ähnlich geblieben.
Durch die Erhöhung der Baukörper zum Y-Haus und zur Körösistraße wird der Grünraum freier und zeigt eine deutliche Qualitätsverbesserung.
Die Gemeinschaftsflächen mit den teilweise überdeckten Räumen lassen eine gute Gestaltung und ein interessantes Ambiente erwarten.
Nicht gut gelöst ist noch immer die Situierung der Müllplätze.
Die Tiefgaragensituation und die Wohnungsgrundrisse sind ähnlich der Stufe 1.
Für die Verwertung sind die qualitätsvollen Terrassenlösungen ein entscheidendes Argument.
Die überregionalen Fuß- und Radwege wurden an den südseitigen Rand zur Tennishalle verlegt und entsprechen so den Vorstellungen für eine Vernetzung.
Nach längerer Diskussion der Projekte stellt Herr Ing. Hoffmann um 15:45 Uhr den Antrag, das Projekt Nr. 3 als Leitprojekt zu wählen.
Der Antrag wird mit 7:0 Stimmen angenommen.
Die Detailabstimmung des Projektes soll direkt mit den Bauträgern erfolgen.
Der Vorsitzende bedankt sich für die bestens vorbereiteten Vorprüfungsunterlagen und die Vorprüfung sowie für das Engagement der Teilnehmer und bedankt sich beim Auslober für seine Gastfreundschaft. Weiters verständigt der Vorsitzende die Architekten der Projekte 1 und 3 telefonisch.
Herr Ing. Hoffmann bedankt sich im Namen der Auslober bei den Jurymitgliedern für deren konstruktive Mitarbeit.