STÄDTEBAULICHES GUTACHTERVERFAHREN
ZUR ERLANGUNG VON BEBAUUNGSVORSCHLÄGEN FÜR DEN VERANSTALTER
GWS, Steyrergasse 5, 8010 Graz, in
Graz, Körösistraße
Grundstück Nr. 309/2
JURYPROTOKOLL - 1. STUFE
JURYSITZUNG
Ort: GWS, Steyrergasse 5, 8010 Graz
Datum: Montag, dem 26. April 2004
Dauer: Jurybeginn: 09:00 Uhr
Mittagspause: 12:50 bis 14:15 Uhr
Juryende: 19:00 Uhr
ANWESENDE:
Arch. DI Ernst Giselbrecht
Für den Auslober/GWS und SOB:
_ Herr Dir. Ing. Johannes Geiger (teilweise/nicht stimmberechtigt)
Herr Dir. Fritz Gande,
Herr Ing. Josef Hoffmann
_ Für die Stadt Graz:
Herr Stadtbaudirektor DI Mag. Bertram Werle
_ Für das Stadtplanungsamt:
Frau DI Angelika Lingenhöle-Kohlbach
Herr DI Michael Mayer (nicht stimmberechtigt)
_ Für das Büro Landesrat Seitinger:
Herr Mag. Gerhard Uhlmann
_ Für das Amt der Steiermärkischen Landesregierung/A15:
Herr OBR DI Johann Tatzl
Als Vorprüfer im Auftrag der GWS:
Herr Arch. DI Dr. techn. Georg Plankensteiner, Graz (teilweise)
Frau Sylvia Sturm (Schreibkraft - teilweise)
Um 9:10 Uhr begrüßt Herr Dir. Ing. Geiger - im Namen des Auslobers GWS - und Herr Dir. Gande - im Namen des Auslobers SOB - die anwesenden Jurymitglieder, Vorprüfer und nicht bestimmberechtigte Anwesende zur gegenständlichen Durchführung der Jury.
Anschließend erläutert Herr Ing. Hoffmann nochmals die Rahmenbedingungen für ggst. Verfahren anhand der Ausschreibungsunterlagen und des Protokolls der Vorbegehung. Weiters stellt Herr Ing. Hoffmann fest, dass die Jury beschlussfähig ist und ersucht die anwesenden Jurymitglieder, die Wahl der Juryfunktionen vorzunehmen.
Herr Dir. Ing. Geiger übergibt aus terminlichen Gründen sein Stimmrecht an Herrn Ing. Josef Hoffmann.
Zum Vorsitzenden der Gutachterkommission wird Herr Architekt DI Giselbrecht gewählt.
Zum stellvertretenden Vorsitzenden wird Herr Stadtbaudirektor DI Mag. Werle gewählt.
Zum Schriftführer wird Herr OBR DI Tatzl gewählt.
Zum stellvertretenden Schriftführer wird Herr Ing. Hoffmann gewählt.
Im Anschluss daran übernimmt der Vorsitzende seine Tätigkeit, stellt die Beschlussfähigkeit und Unbefangenheit sämtlicher Jurymitglieder fest und verweist auf die Verschwiegenheitspflicht während der Jurysitzung und übernimmt vom Vorprüfer die Vorprüfberichte und die verschlossenen Verfasserkuverts und bittet den Vorprüfer um die Vorstellung der einzelnen Projekte.
09:40 Uhr - Bericht des Vorprüfers:
Der Vorprüfer erklärt die Vorgangsweise seiner Prüfung und verweist auf seinen Vorprüfbericht, welcher einen Bestandteil dieses Protokolls darstellt.
Von 4 geladenen Teilnehmern haben alle Verfasser ihre Projekte zeitgerecht abgegeben und haben die formalen Voraussetzungen erfüllt.
Ende der Vorprüfung um 10:30 Uhr.
Danach erfolgt die erste Diskussionsrunde:
Es werden nochmals die Beurteilungskriterien in Erinnerung gerufen und es wird festgehalten, dass die Aufteilung der Bauabschnitte und die Anzahl der Besucherparkplätze kein Ausscheidungskriterium ist.
Es folgt eine Diskussion über den internen Verkehr, die Rad- bzw. Fußanbindung zur Mur, Vorgaben der Lärmimmission, Anzahl der Lifte etc.
Erste Bewertungsrunde um 11:30 Uhr:
Hier wird der Antrag gestellt, über das Projekt 2 abzustimmen.
Das Projekt wird mit 7:0 Stimmen ausgeschieden.
Projektbeschreibung:
• Lärm geht bis ins Innere des Wohngebietes
• Systematisierung, die eventuell gefragt sein könnte, hat hier nicht so große Bedeutung
• Die Erschließung (Dreispänner) ist wirtschaftlich
• Ohne zweite Hülle würde das Projekt viel verlieren und hätte den Charakter einer Trabantenstadt
• Städtebaulich keine ausgeprägte Reaktion auf die Umgebung (Naturraum, Y-Haus, Körösistraße)
• Dichte bei geschlossenen Terrassenflächen wäre zu hoch
• Großzügige Grundrisse, jedoch nachteilige Orientierung
Es folgt die zweite Bewertungsrunde um 12:30 Uhr:
Hier wird der Antrag gestellt, über das Projekt 4 abzustimmen.
Das Projekt wird mit 5:2 Stimmen ausgeschieden.
Projektbeschreibung:
• Beschattungs- und Besonnungsprobleme bei den nördlichen Anbauten durch höhere Baukörper im Süden (Eigenabschattung)
• Solitärbaukörper im Südosten nahe der Tennishalle unvorteilhaft
• Tiefgarage müsste vergrößert werden
• Durch reine Zweispänner mit 14 Liften nicht wirklich wirtschaftlich im Betrieb
• Die nördlichen Bauteile im Bezug zum Y-Haus nachteilig
• Die Lage des Kinderspielplatzes im Norden ist nicht befriedigend
Im Anschluss daran erfolgt die Mittagspause.
Nach der Mittagspause werden die verbliebenen Projekte 1 und 3 diskutiert und verglichen, die Erläuterungsberichte werden verlesen.
Beide Projekte haben einen hohen Standard.
Diskutiert werden sowohl die städtebaulichen Qualitäten als auch die Verwertungs- und Verkaufsmöglichkeiten.
17:00 Uhr - Abstimmung über das Leitprojekt:
Nach intensiver Diskussion wird festgestellt, dass beide Projekte, obwohl von gutem Standard, ohne Überarbeitung den Bauträgern nicht zur Realisierung empfohlen werden können. Es entschließt sich daher die Jury mit 6:1 Stimmen die Projekte mit konkreten Hinweisen (diese werden den jeweiligen Verfassern separat übergeben) überarbeiten zu lassen.
PROJEKTBEWERTUNGEN:
Projekt 1:
Klare städtebauliche Struktur und Antwort auf die bestehende Umgebung (Reaktion auf Y-Haus bzw. Tennishalle).
Grünbereich inkl. des öffentlichen Radweges, welcher hier geführt wird, wird als gut nutzbares öffentliches Grün mit großer Qualität als Abgrenzung zur Tennishalle gesehen.
Durch die Wahl der Bebauung ist ein guter Lärmschutz für das Grundstück gewährleistet.
Besonders hervorzuheben ist der urbane Charakter und die gut gestalteten Grünbereiche mit Öffnung zum Naturraum Mur.
Für die Vermarktung werden wesentlich mehr und attraktivere Terrassen-, Balkon- und Loggiazonen bzw. Dachterrassen gewünscht.
Weiters wird der Sichtbezug von innenliegenden Dachterrassen Richtung Mur durch die vorgesetzten Kopfbauten massiv eingeschränkt.
Projekt 3:
Qualitatives und quantitatives Angebot von Dachterrassenwohnungen (offen nach Westen/Süden/Osten) wird als positiv gesehen.
Kleinteiligkeit der Baukörper wird als positiver Aspekt für die Vermarktung registriert, auch die höhenmäßige Abtreppung der Baukörper in Richtung Mur. Dadurch bedingt ergeben sich jedoch öffentliche Grünräume innerhalb der Siedlung, die nicht so optimal nutzbar sind und durch die Kleingliedrigkeit nicht ganz der urbanen Situation entsprechen.
Vom wirtschaftlichen Aspekt ist das Auskommen mit 9 Liftanlagen positiv zu sehen. Hingewiesen wird, dass die zweigeschossigen Baukörper nicht barrierefrei erreichbar sind.
Die zweite Jurysitzung findet am 02. Juni 2004, um 14 Uhr im Besprechungszimmer der GWS, 2. Stock statt.
Die Erläuterung des Projektes 1 (Arch. Spuller) erfolgt um 14:30 Uhr.
Die Erläuterung des Projektes 3 (Arch. Neuwirth) erfolgt um 15.00 Uhr.
Die Abgabe der Pläne und Modelle hat bis spätestens 27. Mai 2004, 12 Uhr, in der GWS, 4. Stock/Frau Sackl zu erfolgen.
Für die Überarbeitung wird von der Jury ein Honorar von brutto € 1.500,-- je Teilnehmer festgelegt.
Als Termin für die mündliche Bekanntmachung der von der Jury beschlossenen Auflagen zur Überarbeitung der Projekte wird Mittwoch, der 28. April 2004, (17:00 Uhr: Arch. Neuwirth, 17:30 Uhr: Arch. Spuller) festgelegt. Diese Besprechung findet in der GWS, Besprechungszimmer 2. Stock, statt.
18:00 Uhr - ÖFFNEN DER VERFASSERBRIEFE:
1) 557170 Arch. DI Heinz Spuller
DI Jakob Leb
DI Jasmin Leb-Idris
2)010404 ARGE spado architects ziviltechniker keg
DI Helmut Rainer-Marinello
DI Harald Weber
ogris:wanek architects
Arch.DI Gerfried Ogris und
Arch.DI Ralf Wanek
DI Hannes Schienegger
3)123567 Arch. DI Michael Neuwirth
4)000099 Architekten DI Kreutzer & Krisper
gebracht.





