JURYPROTOKOLL
Ort: Volksheim Zeltweg
Zeit: 20. 06. 2006, 9:00 – 14:30
Anwesende:
für den ÖISS: DI Peter Gattermann
für die AIK: Arch. DI Alfred Bramberger
Ersatz: Arch. DI Veronika Hofrichter-Ritter
für den Auslober: Arch. DI Gerhard Kreutzer
für die Stadtgemeinde Zeltweg:
BGM Kurt Leitner
1. VzBgm. Kurt Haller
2. VzBgm. Johann Richter
Dr. Roland Widowitz
für die Stmk. Landesregierung, FA 12C: HR Dr. Friedrich Stehlik
für die Raiffeisen Leasing GmbH.: Mag. Gottfried Heneis
Berater ohne Stimmrecht:
StR Hermann Dullnig
StR Robert Weber
GR Helmut Ranzmaier
GR Ernst Wieser
GR Leopold Leitner
Vorprüfung: Arch. DI Barbara Strenitz
Nach der Begrüßung durch den Bürgermeister werden die erforderlichen Funktionen jeweils einstimmig wie folgt verteilt:
Vorsitzender: Arch. DI Alfred Bramberger
Schriftführer: Arch. DI Gerhard Kreutzer
Der Vorsitzende stellt die Beschlussfähigkeit des Preisgerichtes sowie die Unbefangenheit der Preisrichter fest und verweist auf die Verschwiegenheitspflicht während des Verfahrens.
Frau Strenitz teilt mit, dass beim Projekt 1111 der Verfasserbrief ohne Kuvert bei den Plänen in der Rolle lag. Er wurde von ihr in ein Kuvert gesteckt und dieses verschlossen.
Nachdem kein Mitglied des Preisgerichtes den Verfasserbrief gesehen hat, wird einstimmig beschlossen, das Projekt im Verfahren zu belassen.
Zum Projekt 1117 teilt Frau Strenitz mit, dass es ohne Modell abgegeben wurde und die Projektspläne Namen und Anschrift des Verfassers enthalten.
Das Projekt wird einstimmig gemäß § 8 (1) d) WOA ausgeschlossen.
Rundgang Vorprüfungsbericht
Frau Strenitz trägt den Vorprüfungsbericht vor, außerdem erfolgen Erläuterungen durch die Fachpreisrichter.
1. Wertungsrundgang
In diesem Rundgang werden die Projekte vertieft besprochen und anschließend wird jeweils über ihren Verbleib in der Wertung abgestimmt.
Projekt 1111:
Das Projekt hat städtebauliche und funktionelle Mängel, die Ausarbeitung entspricht nicht der Ausschreibung - es fehlen generell Schnitte und Schaubilder.
Es wird daher beantragt, das Projekt auszuscheiden und die Aufwandsentschädigung auf € 1.500,-- zu reduzieren. Der Antrag wird einstimmig angenommen.
Die Abstimmungen zu den weiteren Projekten verlaufen unter Berücksichtigung der Beurteilungskriterien wie folgt (pro : contra):
Projekt 1112 0 : 9
Projekt 1113 5 : 4
Projekt 1114 0 : 9
Projekt 1115 8 : 1
Projekt 1116 1 : 8
Projekt 1117 7 : 2
Projekt 1118 9 : 0
Projekt 1119 7 : 2
Es bleiben die Projekte 1113, 1115, 1118 und 1119 im Verfahren.
2. Wertungsdurchgang
In der Diskussion werden Vorzüge und Nachteile der Projekte, auch vergleichend, erörtert. Anschließend wird wie folgt abgestimmt:
Projekt 1113 scheidet einstimmig aus.
Projekt 1115 erhält einstimmig den 3. Rang,
Projekt 1118 erhält einstimmig den 1. Rang,
Projekt 1119 erhält einstimmig den 2. Rang.
Kurzbewertung der Projekte:
1111, 1112, 1113, 1114, 1115, 1116, 1118, 1119
Städtebau -- o + - ++ - + +
Baukunst *) o + o + o + +
Funktion -- - o - - + ++ +
Ökonomie - - + + o + ++ o
*) auf Grund der mangelhaften Ausarbeitung nicht zu bewerten
Verbale bewertende Beschreibung der Projekte 1115, 1118 und 1119:
Projekt 1118 (1. Rang)
Das Projekt überzeugt durch die konsequente Umsetzung der Idee der Zusammenführung der heterogenen Struktur der derzeitigen Anlage zu einem neuen Sportzentrum mit architektonischem Anspruch. Sowohl funktionell als auch in der äußeren Gestaltung wird die Aufgabenstellung mit sparsamen Mitteln konsequent und qualitätvoll umgesetzt. Die Situierung der Kegelbahn, des Saunabereiches und der dazugehörigen Freibereiche wertet die bestehende Anlage entsprechend auf. Das Foyer bildet auch für alle sportfremden Nutzungen wie Ausstellungen, Messen und Konzerte in der Tennishalle den adäquaten Rahmen. Die zusätzliche Freiterrasse mit Pergola an der Südseite der Aichfeld-Halle ist gut dimensioniert und funktionell richtig positioniert.
Die Umgestaltung der Tribünen für die Stehplatzbesucher zeichnet sich auch an der Fassade gut lesbar ab und führt die Neugestaltung der Halle an der Westfassade logisch fort. Seitens des Auslobers wird eine Veränderung in der Situierung der Skater-Anlage von der Nordostecke in die Südwestecke des Grundstückes gewünscht um eine leichtere Zugänglichkeit ohne Durchquerung der Gesamtanlage zu gewährleisten. Die Anzahl der PKW-Abstellplätze muss optimiert werden
Projekt 1119 (2. Rang)
Zusätzlich zur gut überlegten Freiraumgestaltung samt Loipenführung bietet das Projekt einen interessanten Ansatz bei der Situierung der Kegelbahn im OG mit direkter Anbindung zur Gastronomie der Aichfeld-Halle. In letzter Konsequenz scheinen jedoch die dadurch erkauften Schwierigkeiten bei der Durchfahrt für die Busse unter der Kegelbahn und den vor gelagerten Tribünen und Sitzstufen für die Beach-Volleyballanlage diesen Bonus wieder aufzuheben. Die Attraktivität der Tribünen und Sitzstufen außerhalb der Spielsaison wird in Frage gestellt. Die gestalterische Lösung der einzelnen Bereiche kann für die Einzelobjekte überzeugen. Problematisch ist allerdings das eigenständige Foyergebäude, das in letzter Konsequenz gegen die vorhanden Kubatur und Form der Tennishalle in seiner Dimensionierung und Ausformung nicht bestehen kann.
Projekt 1115 (3. Rang)
Einer sehr ambitionierten städtebaulichen Gesamtanlage mit sehr gut gelösten Außenräumen und einer außergewöhnlichen Gestaltung der Freianlagen mit Laufbahn und Loipenführung stehen funktionelle Mängel in den einzelnen Bereichen der Anlage gegenüber. Die strikte Trennung der Zugänge zur Aichfeld-Halle wird vom Auslober nicht gewünscht und ist in der vorgeschlagenen Variante nur schwer realisierbar. Die Lage der Kegelbahn ohne wirkliche Anbindung an die vorhandene Gastronomie wird negativ bewertet. Die vorgeschlagene architektonische Lösung kann im Bereich der Tennishalle, des Foyers und des Tennisfreibereiches überzeugen, eine entsprechende Umsetzung im Bereich der Aichfeld Halle ist nicht eindeutig erkennbar. Die vorgeschlagenen Zukunftsszenarien mit weiteren Ausbauten sind für den Auslober nicht eindeutig nachvollziehbar und scheinen vom Umfang her überzogen.
Der Vorsitzende öffnet die Verfasserbriefe:
Projekt Kennzahl Verfasser
Projket 1111, Kz 122889: ARGE Generalplanung ZI DI Gerald Guttmann, Arch. DI Anton Holzer
Steinamangererstraße 5a, 7400 Oberwart
Projekt 1112, Kz 830655: Arch. DI Gernot Fritz
Projekt 1113, Kz 191083: Arch. DI Hubert Riess
Projekt 1114, Kz 070606: Arch. DI Gerhard Mitterberger
Projekt 1115, Kz 222999: Architekten Pernthaler ZT GmbH
Projekt 1116, Kz 687184: Arch. DI Klaus Faber
Projekt 1118, Kz 567890: Arch. DI Hans Mesnaritsch
Projekt 1119, Kz 811104: Hohensinn Architektur ZT GmbH
Abschließend würdigt der Vorsitzende das Engagement der Teilnehmer und dankt den Preisrichtern für die gute und konzentrierte Zusammenarbeit.
Das Protokoll der Preisgerichtssitzung geht an alle Teilnehmer und Preisrichter, sowie an die
AIK.
Die Ausstellung der Wettbewerbsarbeiten findet statt vom 03. bis zum 07. Juli 2006 im 1. Stock
des Rathauses Zeltweg, und zwar Montag bis Freitag von 8:00 bis 12:00 Uhr und von Dienstag
und Donnerstag zusätzlich von 14:00 bis 17:00 Uhr.
