Juryprotokoll Kärntner Landesbaupreis 2006

Protokoll der Jurysitzung zum Kärntner Landesbaupreis 2006 vom 28.09.2006 mit den begutachteten Projekten, darunter Gemeindebad Nord und der erste Kärntner Passivwohnbau.

05/02/2007

Jurysitzung:

28.09.2006 8:30 – 17:00 Uhr

Mitglieder der Jury:

Arch. Prof. Roland Gnaiger, Bregenz

Arch. DI Elke Delugan - Meissl, Wien

Prof. Otto Kapfinger, Wien

DI Erich Fercher, AKL, Abteilung 7 - Wirtschaft und Infrastruktur, UA - Landeshochbau

Arch. DI Gernot Kulterer, in Stellvertretung von DI Bernhard Wohlmuther

Nach Begrüßung durch Herrn DI Erich Fercher, Landeshochbau, erfolgte die Konstituierung des Preisgerichtes, wobei Hr. Prof. Gnaiger einstimmig zum Vorsitzenden gewählt wurde. Nach einer grundsätzlichen Erörterung der Belange um den Kärntner Landesbaupreis erfolgte eine informative Sichtung der eingereichten Projekte.

Im Rahmen des ersten Wertungsdurchgangs wurde mit Einstimmigkeit festgelegt, dass die Projekte 3, 6, 9, 10, 16 nicht besichtigt werden. Das Projekt Nr. 11, eingereicht durch den Bauherrn, wurde bereits aufgrund einer durch den Architekten vorgenommen Einreichung zum Kärntner Landesbaupreises 2005 beurteilt und konnte somit nicht mehr Berücksichtigung finden.

Weiters wurde in einem weiteren Wertungsdurchgang, 2. Runde, vereinbart, die Projekte 4, 5, 14 und 15 ebenfalls keiner weiteren Betrachtung zu unterziehen.

Somit kann nachfolgendes festgehalten werden:

Projekt 1

Gemeindebad Nord

St. Kanzian am Klopeiner See

Planung: Klaura + Kaden ZT GmbH

bereist

Projekt 2

1. Kärntner Passivwohnbau

10 Wohneinheiten, 1 Atelier

„1 Gemeinschaftsprojekt als Bauherrenmodell“

Planung: Klaura + Kaden ZT GmbH

bereist

Projekt 3

Amtshaus der Marktgemeinde Weißenstein

Planung: DI Otmar Miklautsch und

DI Jakob Staunig

nicht bereist

Projekt 4

Atelier Russ, Gmünd

Planung: Architekturbüro Falle & Omann

nicht bereist

Projekt 5

Rüsthaus Freiwillige Feuerwehr Krumpendorf am Wörther See

Planung: Weingraber & Prohart Architekten ZT OEG

nicht bereist

Projekt 6

Einfamilienwohnhaus Birck Maierniggalm, Klagenfurt

Planung: Weingraber & Prohart Architekten ZT OEG

nicht bereist

Projekt 7

Niedrigenergiewohnanlage in Holzbauweise, Feldkirchen

Planung: Architekt DI Dietger Wissounig

bereist

Projekt 8

Geschäfts- u. Wohnhaus Velden am Wörthersee

Planung: Architekt DI Karl-Heinz Winkler

bereist

Projekt 9

Neubau Hubertusapotheke, Spittal/Drau

Plaung: Architekten DI Zeljka Hajsok-Momic, DI Ranko Momic, DI Heinz Kerstein

nicht bereist

Projekt 10

Klocker Nebengebäude

Planung: Architekt Klingbacher ZT GmbH

nicht bereist

Projekt 11

Stadtsaal und Stadtbibliothek Feldkirchen – Fachhochschule Feldkirchen

Architekt DI Ferdinand Certov

nicht beurteilt

Projekt 12

Geschäftshaus Pichler, Klagenfurt

Planung: Architekturbüro Peyker

bereist

Projekt 13

Hypo Alpe-Adria-Bank AG, Klagenfurt

Planung: Architekt DI Reinhold Wetschko

bereist

Projekt 14

Wohn- u. Bürohaus Gabriel, Velden

Planung: ARCH+MORE ZT GmbH, Arch. DI Gerhard Kopeinig

nicht bereist

Projekt 15

Spar – Verpackt Krumpendorf

Planung: ARCH+MORE ZT GmbH, Arch. DI Gerhard Kopeinig

nicht bereist

Projekt 16

Spar – Stadt Villach Ossiacher Zeile

Planung: ARCH+MORE ZT GmbH

Arch. DI Gerhard Kopeinig

nicht bereist

Projekt 17

Senioren-Wohnanlage Wernberg

Planung: Architekturbüro Falle & Omann

bereist

Projekt 18

Zu/Umbau mit Carport

3 PKW Stellplätze, Neuer Eingang, Klagenfurt

Planung: Ogris und Wanek Architekten

bereist

Projekt 19

Neubau Einfamilienhaus mit Garage und Schuppen, Klagenfurt

Planung: Ogris und Wanek Architekten

bereist

Am Donnerstag, den 28.09.2006, um 09:30 Uhr wurde mit der Bereisung der in der Wertung verbliebenen Projekte begonnen.

Im unmittelbaren Anschluss an die Bereisung fand eine eingehende Erörterung der besichtigten Projekte, wie auch eine vergleichende Diskussion statt, so dass ab 16.00 Uhr folgende Anträge zur Abstimmung gebracht wurden:

Projekt Nr. 7: Landesbaupreis 2006, Einstimmigkeit

Projekt Nr. 8: Anerkennung, Stimmenmehrheit

Projekt Nr. 13: Anerkennung, abgelehnt mit einer Pro-Stimme

Projekt Nr. 2: Anerkennung, abgelehnt mit zwei Pro-Stimmen

Als Ergebnis der Jury kann somit festgehalten werden, dass der Kärntner Landesregierung empfohlen wird, den Landesbaupreis 2006 für das Projekt Nr. 7 Niedrigenergiewohnanlage Markstein, Feldkirchen und eine Anerkennung zum Kärntner Landesbaupreis 2006 das Projekt Nr. 8 Geschäfts- und Wohnhaus (Sonnenapotheke) in Velden zu vergeben.

Ende der Jurysitzung zum Kärntner Landesbaupreis 2006, 17:00 Uhr.

Projekterläuterungen:

Projekt 1

Gemeindebad Nord

St. Kanzian am Klopeiner See

Planung: Architekten Klaura + Kaden ZT GmbH, Klagenfurt

Bauherr: Gemeinde St. Kanzian am Klopeiner See

Das neue Gemeindebad von St. Kanzian am Klopeinersee ist eine Absage an Freizeitevent und Badeinszenierung und eine Anforderung zum Vertrauen – in Landschaft, Wasser und Sonne – somit in Kärntens nachhaltigste Ressource. Nirgendwo anders in Österreich verlangt „Bauen am Wasser“ eine vergleichbare Thematisierung. In ruhiger Gestik geht das Badehaus von St. Kazian den Weg von der „Kultur der Sommerfrische“ zur „Tourismusindustrie“ ein gutes Stück zurück. Der längsorientierte Holzkörper beschränken sich auf die wesentlichen Infrastrukturbedürfnisse und artikuliert einen nördlichen öffentlichen (Straßen)Raum und einen intimen „halbprivaten“ Raum der Badegäste. Die Freiflächen erfahrt damit Fassung und Rückhalt und erzeugen einen erkennbaren Ort unaufgeregten Vergnügens. Mit einer etwas intensiveren Bearbeitung der Übergänge, insbesondere zwischen Baumasse und Gelände wäre die Wirkung noch steigerbar.

Projekt 2

1. Kärntner Passivwohnbau

10 Wohneinheiten, 1 Atelier

„1 Gemeinschaftsprojekt als Bauherrenmodell“, Klagenfurt

Planung: Architekten Klaura + Kaden ZT GmbH, Klagenfurt

Das kleine Wohn- und Arbeitsquartier am Lendkanal ist in mehrfacher Hinsicht bemerkenswert: Es ist die erste Wohnanlage mit Passivhaus-Standard in Kärnten; die ökologische, nachhaltige Bauweise mit hochgedämmten Holzelementen, mit kontrollierter Be- und Entlüftung und Nutzung der Erdwärme für Heizung, Warmwasser und Kühlung ist technisch vorbildlich; die Wahl des innerstädtischen Standortes und dessen Nutzung mit 10 Wohnungen samt integriertem Büro zeigt eine maßstäbliche, urbane Nachverdichtung - eine Alternative zum allgegenwärtigen Trend der Landschaftszersiedelung durch Einfamilienhäuser; die Haustypologie ist so konzipiert, dass innerhalb der Winkel-Grundrisse viel Freiheit für individuelle Raumteilung entsteht, dass generationsüber¬greifende Wohnformen, Einliegerwohnungen u.dgl. ermöglicht sind.

Die Jury würdigt all diese Qualitäten, besonders die mit dem Künstler Hanno Kantz gestaltete Fassadenlösung des straßenseitigen Traktes. Widersprüchlich wurde allerdings die Gestaltung der Außenanla¬gen an der Villacher Straße sowie der Vor- und Eingangsbereiche dieses Traktes bewertet.

Symptomatisch für den sozialen Wohnbau im Land ist die Absurdität, dass einerseits die hiesigen Wohnbauträger solche zukunfts¬weisende, mit Sonderförderungen bedachte Projekte nicht anbieten, während andererseits eine engagierte private Errichtergemeinschaft wie hier, die ein solches Projekt in Eigeninitiative gemeinschaftlich entwickelt, dafür keine öffentlichen Fördermittel erhalten kann!

Projekt 3

Amtshaus der Marktgemeinde Weißenstein

Planung: Architekten DI Otmar Miklautsch u. DI Jakob Staunig, Villach

Bauherr: Marktgemeinde Weißenstein

Nicht bereist – nicht beschrieben

Projekt 4

Atelier Russ, Gmünd

Planung: Archtikten Falle & Omann, Villach

Bauherr: Fritz Russ, Gmünd

Nicht bereist – nicht beschrieben

Projekt 5

Rüsthaus Freiwillige Feuerwehr Krumpendorf am Wörther See

Planung: Weingraber & Prohart Architekten ZT OEG, Klagenfurt

Bauherr: Gemeinde Krumpendorf Immobilien Kommanditerwerbsgesellschaft

Nicht bereist – nicht beschrieben

Projekt 6

Einfamilienwohnhaus Birck, Klagenfurt Maierniggalm

Planung: Weingraber & Prohart Architekten ZT OEG, Klagenfurt

Bauherr: Familie Andreas und Michaela Birck, Deutschland

Nicht bereist – nicht beschrieben

Projekt 7 – Landesbaupreis 2006

Niedrigenergiewohnanlage in Holzbauweise, Markstein/Feldkirchen

Planung: Architekt DI Dietger Wissounig, Feldkirchen

Bauherr: Vorstädtische Kleinsiedlung, Klagenfurt

Die Wohnanlage Markstein setzt ihre „Mark“ in den Zwischenbereich der Orte, in einen naturräumlich, aber nicht baulich definierten Ort. Die Definition des Ortes bleibt dem Neubau vorbehalten, der auf die besondere Idylle eines parkähnlichen Landschaftsraumes trifft.

Das Repertoire an baulichen Typologien, innerhalb der engen Grenzen des sozialen Wohnbaus, ist hinreichend bekannt. Es geht somit mehr darum, diese in eine Beziehung zu setzen, in der ein Bedeutungsgleichgewicht zwischen Bau-(körper) und (Frei-)Raum entsteht. Je reduzierter die Baukörper werden, umso wichtiger wird ihre Stellung zueinander und im Raum. Der Entwurf schöpft aus dem Potential neuer Muster, die sich aus der unerschöpflichen Kombination, mitunter alter Elemente, ergeben. Dass es dabei um Feinheiten in der Abstimmung geht, wurde in „Markstein“ erkannt. Baukörper und Naturraum dringen ineinander vor, ohne dabei zwischen „Vorne“ und „Hinten“ zu unterscheiden. Die „durchgesteckten“, manchmal auch dreiseitig orientierten Wohneinheiten sprechen auch über ihre „Rückseiten“ zum Außenraum.

Die an der Ökonomie und am konstruktiven Holzschutz orientierte, nahezu lapidare, Baugestalt bleibt in ihrer Unaufdringlichkeit im Hintergrund. Sie öffnet aber gerade dadurch den Raum für das Leben. Mit diesem Statement wirkt die Anlage „Marktstein“ über den Ort hinaus und wird so ihrem Namen gerecht. Punkto Genossenschaftsbau und Holzbau definiert sie regional einen neuen Standard. National hat sie keine Vergleiche zu scheuen.

PS.: Es bleibt ein Bedauern: Die Qualität der Bebauung und die besondere Gunst des Naturraums trösten nicht gänzlich über einen Mangel an sozialer und infrastruktureller Anbindung hinweg. Nicht nur gehen den Bewohnern die Dörfer und Städte verloren, sondern auch den Dörfern und Städten die Bewohner. Welche Zufälligkeiten Kärntens Landbesiedlung bestimmen blieb der Jury, nicht nur in diesen Fall, verborgen. Jedenfalls sind die Defizite der Raumordnung nicht zu übersehen.

Projekt 8 - Anerkennung

„Geschäfts- und Wohnhaus Velden am Wörther See

Planung: Architekt DI Karl-Heinz Winkler, Graz

Bauherr: Mag. Wolfgang Wenger, c/o Sonnenapotheke, Velden am Wörther See

An einer städtischen Randzone von Velden situiert, bietet dieses Projekt durch sein homogenes und kräftiges Erscheinungsbild ein Entrée zur Stadt. Die vorhandene Größe des Bauplatzes bietet Möglichkeiten einer Mischnutzung, die in stadtstruktureller Hinsicht das Gebiet belebt.

Nutzungen wie Apotheke, Ordination und Wohnen wurden vom Projektanten gekonnt in das Konzept aufgenommen und umgesetzt. Das Gebäude gliedert sich in zwei höhendifferenzierte L-förmige Baukörper, welche sich im Sockelbereich verzahnen und um ein Atrium angelagert sind. Der zur Straße gerichtete Bauteil weist eine weitgehend transparente bzw. transluzente EG-Zone auf, welche die gewerbliche Nutzung einer Apotheke beinhaltet. Durch die gewählte Materialität ist die weitgehende „Auflösung“ des Sockelgeschosses und dadurch die Verbindung mit dem städtischen Außenraum sowie dem introvertierten Hof gegeben. Der Übergang zwischen öffentlichem, halböffentlichem und privatem Raum wird durch die gewählte Konzeption thematisiert und äußerst sensibel bewältigt. Im straßenabgewandten eingeschossigen Baukörper befindet sich die Ordination, die durch die gewählte Fassandengestaltung eine introvertierte Haltung einnimmt.

Der zur Straße gerichtete metallverkleidete Bauteil kragt über das Sockelgeschoß aus und vermittelt somit einen leichten, fast schwebenden Eindruck. Hier sind Wohneinheiten situiert, die durch bewußt gesetzte Fensteröffnungen zur Straße einen homogenen Eindruck vermitteln und zum Hof mit großzügigen Erkerlösungen einen offenen und differenziert atmosphärischen Raum bilden. Der Zugang zu den Wohneinheiten erfolgt über den Innenhof und ein lichtdurchflutetes Treppenhaus, das durch die höhenversetzten Fensteröffnungen immer wieder neue Perspektiven und Bezüge zum Außenraum bietet, wenngleich die Position des Treppenturmes im Sinner der Gesamtkonzeption nicht konsistent gelöst erscheint.

Dieses Geschäfts- und Wohnhaus wird von der Jury als gutes Beispiel zeitgenössischer Baukunst gewürdigt. Der städtebauliche Ansatz sowie die Raumkonzeption als auch die gewählte Materialität greifen schlüssig ineinander und schaffen eine bemerkenswerte Wohn- und Arbeitssituation.

Projekt 9

Neubau Hubertusapotheke, Spittal an der Drau

Planung: Architekten DI Zeljka Hajsok-Momic, DI Ranko Momic, DI Heinz Kerstein, Graz

Bauherr: Frau Dr. Mag. pharm. Barbara Schantl, Spittal an der Drau

Nicht bereist – nicht beschrieben

Projekt 10

Klocker Nebengebäude

Planung: Architekt Klingbacher ZT GmbH, Völkermarkt

Bauherr: Mag. Josef Klingbacher, St. Paul im Lavanttal

Nicht bereist – nicht beschrieben

Projekt 11

Stadtsaal und Stadtbibliothek Feldkirchen – Fachhochschule Feldkirchen

Planung: Architekt DI Ferdinand Certov

Bauherr: Feldkirchner Infrastrukturgesellschaft mbH

Nicht beurteilt

Projekt 12

Geschäftshaus Pichler, Klagenfurt

Planung: Architekturbüro Peyker

Bauherr: Paul Hauser Nachfolger Pichler KG, Klagenfurt

Das Geschäftshaus an der Ecke Neuer Platz / Paradeisergasse steht für eines jener typologischen Grundmodule welche den besonderen Reiz und Wert der Klagenfurter Altstadt bestimmen. Die Modernisierungen während der 70iger Jahre bleiben der Qualität des Hofhauses einiges schuldig. Der aktuelle Dachausbau beweist die Sinnhaftigkeit einer Nachverdichtung, anerkennt und erschließt die nahezu unüberbietbare Aufenthaltsqualität des städtischen Hofhauses größeren Nutzerkreisen. Formal führt der Aufbau die traditionelle Subtilität der Hoffassaden nicht fort und bleibt straßenseitig zwischen Anpassung und Eigenständigkeit etwas unentschlossen.

Projekt 13

Hypo Alpe-Adria-Bank AG, Klagenfurt Nord

Planung: Architekt DI Reinhold Wetschko

Bauherr: Hypo Immobilien und Bauconsult GmbH, Klagenfurt

Im Zuge der Erweiterung des Landeskrankenhauses und der Verlegung der Glan entsteht eine Aufwertung und Neustrukturierung des Areals südlich der Feschnigstraße. Der Neubau der Hypo-Filiale setzt hier einen ersten Akzent. Das kleine Volumen erreicht durch die Gliederung in das transparente, helle Erdgeschoß und das eher dunkle, aufgesattelte und zur Straße hin auskragende Obergeschoß eine zeichenhafte Prägnanz - streng aus der Nutzung und den Faktoren des Geländes heraus entwickelt. Wirkt der Bau von außen fast monumental, ergibt sich dann ein Maßstabssprung zu den tatsächlichen Dimensionen der Innenräume. Bei der Besichtigung zeigte sich das Erdgeschoß innen durch die nötigen, doppelten Abschattungen der Panoramaverglasungen eher irritierend dunkel - und der zweigeschossige Teil der Halle mit den hermetischen Lamellen zu Stiege und Obergeschoß gestalterisch fast übermotiviert. Sehr geschickt und extrem kompakt die Einbettung der Neben- und Sozialräume in das durch hochliegende Glasbänder belichtete Souterrain. In der äußeren Erscheinung – wie gesagt – eine stringente, für die weiträumige Situation gut dosierte Variation einer bekannten, bauplastischen Figuration, deren innenräumliche Entsprechung die Jury dann nicht im selben Ausmaß überzeugen konnte.

Projekt 14

Wohn- u. Bürohaus Gabriel, Velden am Wörther See

Planung: ARCH+MORE ZT GmbH, Arch. DI Gerhard Kopeinig, Velden

Bauherr: Alois Gabriel, Velden

Nicht bereist – nicht beschrieben

Projekt 15

Spar – Verpackt Krumpendorf

Planung: ARCH+MORE ZT GmbH, Arch. DI Gerhard Kopeinig, Velden

Bauherr: Spar Österreichische Warenhandels AG, Maria Saal

Nicht bereist – nicht beschrieben

Projekt 16

Spar – Stadt Villach Ossiacher Zeile

Planung: ARCH+MORE ZT GmbH, Arch. DI Gerhard Kopeinig, Velden

Bauherr: Spar Österreichische Warenhandels AG, Maria Saal

Nicht bereist – nicht beschrieben

Projekt 17

Senioren-Wohnanlage Wernberg

Planung: Architekturbüro Falle & Omann, Villach

Bauherr: Sozialhilfeverband Villach

Volumen, Bau- und Raumtypologie mit dem offenen Sockelgeschoss, dem Atriumhof und den großen Übergangszonen zwischen Parterre und Landschaft sind grundsätzlich gut angedacht. Das Projekt hat freilich gegenüber dem Status der Wettbewerbsplanung in der Materialwahl, im Detail und in der Raumdurchbildung offensichtliche Einbußen erlitten: Eternitverkleidungen auf konventionellem Massivbau anstelle der geplanten Lärchenfassaden; Wegfall der raumbildenden Vordächer; räumlich eher unklare Gliederung des gesamten Erdgeschosses; Reduktionen in der Detailqualität usw. – was insgesamt keine den anderen neuen Seniorenzentren im Lande vergleichbare Qualität ergibt. Die Jury bedauert, dass ein ambitionierter Entwurf, funktionell belebt und angereichert durch die Integration von Arztpraxis, Kinderhort etc., in der Ausführung deutlich unter den strukturell angelegten Möglichkeiten zurückblieb.

Projekt 18

Zu/Umbau mit Carport 3 PKW Stellplätze, Neuer Eingang, Klagenfurt

Planung: Ogris und Wanek Architekten, Klagenfurt

Bauherr: Dr. Brigitte Ehall, Klagenfurt

Die Neukonzeption eines Eingangsbereiches mit Carport stellt in seiner Formensprache und gewählten Materialität eine gelungene Intervention bezogen auf die Verbindung mit dem Altbestand und dem vorhandenen Straßenraum dar.

Ein ambitonierter Entwurf, der in seiner Durcharbeitung eine stärkere architektonische Verbindung zwischen „multifunktionalem Eingangsmöbel“ und Carport, der – bezogen auf sein Umfeld – überdimensioniert erscheint, einfordert.

Projekt 19

Neubau Einfamilienhaus mit Garage und Schuppen, Ebenthal

Planung: Ogris und Wanek Architekten, Klagenfurt

Bauherr: DDr. Gerlinde Tscharre und DI Ralf Wanek, Ebenthal

Der architektonische Zugang dieses Einfamilienhausprojektes besticht durch seine Selbstverständlichkeit und zeitgemäße Sprache in der Ausbildung von Baukörperkonfiguration und Wahl der Materialität. Durch die Situierung der Baukörper am Grundstück entstehen spannende Außenräume, wenngleich die Verbindung der Gebäude mit der vorhandenen Naturlandschaft Innovationen vermissen läßt.

Der Projekt eröffnet eine großzügige innere Struktur. Die differenzierten Raumsequenzen, die gewählte Materialität und die architektonische Durcharbeitung erweisen sich als hohes Nutzerpotential.

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