Begutachtungsverfahren zur Erlangung von Bebauungsvorschlägen für eine
Wohnbebauung in Lebring - Schlosspark, Gst. Nr. 24
Auslober
GWS, Steyrergasse 5, 8010 Graz,
JURYPROTOKOLL
Ort: Gemeindeamt Lebring, Sitzungssaal
Datum: Dienstag, 13. September 2005
Jurybeginn: 09.00 Uhr
Mittagspause: 12:00 bis 13:30 Uhr
Juryende: 15:30 Uhr
ANWESENDE:
Für die Ingenieurkammer für Steiermark / Kärnten: Arch. DI Wolfgang Köck
Für den Auslober/GWS: Prok. Ing. Josef Hoffmann
Für das Amt der Steiermärkischen Landesregierung:
FA 13b - Frau DI Barbara Böß
A 15 - OBR DI Johann Tatzl
Büro LR Hans Seitinger - Herr Mag. Gerhard Uhlmann
In Vertretung: Herr DI Bräuer, Abt. 15
Für das Gemeindeamt Lebring: Herr Bgmst. Johann Weinzerl
Berater der Gemeinde:
Herr Johann Schnabl
Herr Johann Lenhard
Als Vorprüfer im Auftrag der GWS:
Herr Architekt DI Plankensteiner, Graz (teilweise)
Frau Erna Schabhüttl (Schreibkraft - teilweise)
Um 9:00 Uhr begrüßt Herr Bürgermeister Weinzerl und Herr Prok Ing. Hoffmann - im Namen des Auslobers GWS - die anwesenden Jurymitglieder, Vorprüfer und nicht bestimmberechtigte Anwesende zur gegenständlichen Durchführung der Jury.
Vorschlag für den Vorsitz: Architekt DI Köck, Vorsitzstellvertreter: Bgmst. Weinzerl, Schriftführer: DI Böß, Stellvertreter: Ing. Hoffmann
Anschließend stellt der Juryvoritzende fest, dass die Jury beschlussfähig ist und ersucht die Anwesenden Jurymitglieder, die Wahl der Juryfunktionen vorzunehmen.
Im Anschluss daran nimmt der Vorsitzende seine Tätigkeit auf, stellt die Beschlussfähigkeit und Unbefangenheit sämtlicher Jurymitglieder fest und übernimmt vom Vorprüfer die Vorprüfberichte und die verschlossenen Verfasserkuverts und bittet den Vorprüfer um die Vorstellung der einzelnen Projekte.
Zusammenfassung der wesentlichen Rahmenbedingungen durch Prok. Ing. Hoffmann (Dichte, Erschließung, Platzgestaltung, Denkmalschutz, Verkehrsberuhigung, Lärm, Dachgestaltung, Parkplätze, Energiesituation).
9:20 Uhr - Bericht des Vorprüfers:
Der Vorprüfer erklärt die Vorgangsweise seiner Prüfung und verweist auf seinen Vorprüfbericht, welcher einen Bestandteil dieses Protokolls darstellt. Laut Vorprüfung liegen keine formalen Ausschließungsgründe vor, alle Projekte entsprechen grundsätzlich den Vorgaben.
Ein Projekt wurde 4 Tage zu spät abgegeben.
Antrag: Zulassung dieses Projektes
Abstimmungsergebnis: 6:0:0
Damit werden alle 5 Projekte von der Jury in die Bewertung aufgenommen.
Gemäß Vorprüfung fehlen bei allen Projekten Angaben zu den geforderten Energiekennzahlen (Charakteristische Gebäudelänge usw.). Dies war eine konkrete Forderung.
Diskussion: Abbruch der Sitzung oder Kürzung des Honorars.
9:35 Uhr: Antrag auf Kürzung des Honorars um € 1.000,-- (Anteil Gemeinde und Abt. 15 je € 250,--, Anteil GWS € 500,--).
Abstimmungsergebnis: 5:1:0
Damit wird das Honorar jedes Teilnehmers um € 1.000,-- gekürzt.
Anschließend Fortsetzung Bericht Vorprüfung.
10:30 Uhr - Erste Diskussionsrunde:
Diskussion der Projekte
Verlesen der Verfasserberichte
11:15 Uhr - Erste Bewertungsrunde:
Antrag: Ausscheiden von Projekt 5
Abstimmungsergebnis: 6:0:0
Projekt Nr. 1, 2 3 und 4 verbleiben in der Wertung.
Zum ausgeschiedenen Projekt Nr. 5:
• Wohnungsschlüssel nicht eingehalten
• Verkehr in die Siedlung hineingezogen
• Wendeplatz im Baumbestand
• Städtebaulich strukturell problematisch, stellt sich gegen bestehende Struktur
• Abstände problematisch
• Beschattung problematisch
• Platzgestaltung zu eng
• Zu wenig PKW-Stellplätze
Anschließend Diskussion der verbleibenden Objekte.
11:40 Uhr - Abstimmung über das Leitprojekt:
Anschließend wird über Antrag das Projekt 4 einstimmig zum Leitprojekt erklärt (siehe Projektbewertung und Auflagen).
Beurteilung Projekt Nr. 1:
Positiv:
• Kompakte Baukörper
• Grundsätzlich interessante Lösung der Bebauung
• Die Einschnitte im Dachbereich als individuelle Freibereiche
Negativ:
• Ausreichende Parkplätze, jedoch angedachte Überdachung teuer und dem Ort nicht angemessen
• Vor Allem NW – NO – Wohnungen bei Besonnung problematisch
• Doppelpultdächer nicht angemessen, wirken als Fremdkörper
• Nur 1 Müllraum in der Garage
• Behindertengerechtigkeit problematisch: Zugang Parkierung – EG
Beurteilung Projekt Nr. 2:
Positiv:
• Gestaltung der Baukörper für Wohnbau
• Die Orientierung der L-Typen zum Park, aufgrund der Ausrichtung jedoch problematische Besonnung
Negativ:
• Zu städtischer Charakter des Platzes
• Nördlicher Riegel mit knapp vorgelagerten Parkplätzen und zu kleinen Gärten, vor Allem bei den 4-Zimmer- Wohnungen.
• Verkehrserschließung in die Siedlung hineingezogen – stört ruhigen Parkcharakter
Beurteilung Projekt 3:
Positiv:
• Ruhige Baukörper
Negativ:
• Abweisende Fassadengestaltung zum Platz
• Wohnungsschlüssel stimmt nicht
• Durchzugsstraße teilt Wohnen und Park, zum Teil im Baumbestand
• Behindertengerechtigkeit problematisch
• Keine Allgemeinräume (Kinderwagenabstellraum usw.)
• Dichte zu gering
12:00 bis 13:30 Uhr Mittagspause
Zum Leitprojekt Nr. 4:
Platzsituation und „Wohnen im Park“ überzeugend gelöst.
Auflagen zum Leitprojekt:
• Darstellung der Bauetappen mit zugeordneten Parkplätzen sowie Dichtenachweis je Bauetappe
• Nachweis ausreichende Anzahl Parkplätze (im einvernehmen mit Bauträger und Gemeinde bis zu 5 mehr).
• Nachweis, dass Notzufahrten auch als Zufahrten für Häuser funktionieren (Möbelanlieferung usw.)
• Empfehlung der Jury: Detaillierte Ausformung/Nutzung des EG-Bereiches des Platzriegels in Abstimmung mit Gemeinde und Bauträger
14:45 Uhr - ÖFFNEN DER VERFASSERBRIEFE:
Projekt 1: Kennzahl 111111
Herr Architekt DI Max Stoisser, 8430 Leibnitz, Augasse 9
Mitarbeiter:
Frau DI Sonja Hirtenfelder, 8010 Graz
Frau Ing. Iris Hanschekowitsch, 8430 Leibnitz
Visualisierung: Herr DI Gernot Angerer, 8010 Graz
Modellbau: Herr DI Andreas Mitterhauser, 8010 Graz
Projekt 2: Kennzahl 123000
Baumeister Leitner, Planung & Bauaufsicht Gesellschaft mbH, Schönaugasse 4, 8010 Graz
Mitarbeiter:
Herr Architekt DI Hubmann
Frau DI Duljkovic
Frau Schreiner
Herr DI Rogner
Projekt 3: Kennzahl 867688
Herr Architekt DI Josef Bacher, Flößerstraße 7, 8811 Scheifling
Mitarbeiter:
Herr Di Reinhard Bacher, 8811 Scheifling
Leitprojekt 4: Kennzahl 580341
Frau Architekt DI Jasmin Leb-Idris, Josefigasse , 8020 gGraz
Mitarbeiter:
Herr DI Jakob Leb
Visualisierer: Herr Andreas Leb
Modell: Herr Patrick Klammer
Herr Michael Ehler – Öko Tech (Energiekonzept)
Projekt 5: Kennzahl 212194
Herr Artürk Balkas, Eisteichgasse 25, 8010 Graz
14:50 Uhr Verständigung der Teilnehmer telefonisch durch den Juryvorsitzenden.
Der Vorsitzende würdigt das Engagement der Teilnehmer, bedankt sich beim Auslober für seine Gastfreundschaft und bei den Jurymitgliedern für ihre konstruktive Mitarbeit. Weiters ersucht er den Auslober bzw. die Gemeinde, den Preisträger mit der weiteren Planungsarbeit zu beauftragen (wobei auf die Einhaltung der baugesetzlichen und förderungsrechtlichen Bestimmungen hingewiesen wird).
Der Vertreter der A 15 ersucht, ein Exemplar der Niederschrift, einen gefalteten Plansatz des Siegerprojektes, eine farbliche Dokumentation desselben in A3-Format (Lageplandarstellung) und Modellfoto an die A 15 zu senden.
Ein Exemplar des Protokolls ergeht an die Kammer der Architekten und Ingenieurkonsulenten für Steiermark und Kärnten.
Diese Protokoll besteht aus den Seiten 1 - 6, der Anwesenheitsliste, dem Vorprüfbericht , der Lärmtechnischen Beurteilung von Dr. Tomberger und den Kopien der Verfasserbriefe.
Das Protokoll wird allen Anwesenden durch Vorlesung zur Kenntnis gebracht.
Mit der Unterschriftleistung auf der beiliegenden Anwesenheitsliste erklären sich die Juroren mit dem Inhalt des Protokolls einverstanden.