Juryprotokoll des Wettbewerbs Heilpädagogische Station in Graz-Wetzelsdorf

Protokoll zur Preisgerichtssitzung vom 7. März 2006.

30/03/2006

Die Jury des geladenen Wettbewerbs Heilpädagogische Station in Graz-Wetzelsdorf wählte in ihrer Sitzung am 7. März 2006 unter dem Vorsitz von Arch. DI Josef Hohensinn das Projekt des Grazer Architektenteams ANDEXER MOOSBRUGGER zum Sieger. (GAT berichtete)

Gegenstand des von der Landesimmobilien Gesellschaft Steiermark ausgelobten einstufigen, geladenen, baukünstlerischen Architekturwettbewerb im Unterschwellenbereich war der Um- bzw. Zubau und eine Umstrukturierung der Heilpädagogischen Station des Landes Steiermark, in Graz-Wetzelsdorf zur Unterbringung einer Tagesklinik, eines stationären Bereiches, eines psychotherapeutischen Ambulatoriums für Kinder, Jugendliche und Familien sowie eines dazugehörenden Schulbereiches.

WETTBEWERBSERGEBNIS:

1. PLATZ: Arch. DI Christian Andexer, Arch. DI Georg Moosbrugger, Graz

2. PLATZ: Arch. DI Adolf Schmölzer, Graz

3. PLATZ: dreiplus FEDERSPIEL ZT KEG, Thomas HEIL, Stephan

HOINKES, Bernd FEDERSPIEL, Graz

Weitere Teilnehmer waren die Architektenteams Croce Klug (Graz) und Halm Kaschnig (Graz) sowie die ArchitektInnen Mag. Arch. DI Thomas Forsthuber (Salzburg), Arch. DI Alexandra Nahrgang (Graz), o. Univ.-Prof. DI Dr. techn Hansjörg Tschom (Graz), Arch. DI Karin Wallmüller (Graz), Arch. DI Ulrike Wallnöfer (Graz), Arch. DI Wolfgang Weissenbacher (Graz), Arch. DI Fritz Wiesenhofer (Graz),.PROTOKOLL ZUR PREISGERICHTSSITZUNG

Datum: 7. März 2006

Zeit: 09.10 bis 16.00 Uhr

Ort: Ausbildungszentrum Graz Andritz, Hoffeldstraße 20, 8046 Graz

PREISGERICHT

_ Fachpreisrichter:

Arch. DI Josef HOHENSINN Fachpreisrichter/Vorsitzender, anwesend

Arch. DI Herbert LISKA Ersatz - Fachpreisrichter, nicht anwesend

Arch. DI Olivia SCHIMEK Fachpreisrichterin / stellvertr.VS., anwesend

Arch. DI Anna WICKENHAUSER Ersatz - Fachpreisrichterin, anwesend

Arch. Mag.arch Johannes Axel JUSTIN Fachpreisrichter - Schriftführer, anwesend

DI Paul BITZAN Ersatz - Fachpreisrichter, anwesend

_ Sachpreisrichter

Magª. Ulrike BUCHACHER Sachpreisrichterin, anwesend

Mag. Andreas AMTMANN Ersatz - Sachpreisrichter, anwesend

DI Barbara BINDER Sachpreisrichterin, anwesend

Magª. Martina MAJCAN Ersatz - Sachpreisrichterin, nicht anwesend

_ Berater des Preisgerichts:

(ohne Stimmrecht)

Dir. Dr. Volker DANZINGER Leiter der HP-Station, anwesend

Johanna MARBLER Wirtschaftsleitung + Verwaltung, anwesend

Gottfried ENGELMANN Psychotherapeutischer Bereich, anwesend

Dir. Melitta GYPSER Schule Aso - Pestalozzi, anwesend

Ing. Dietmar POZAR Fachabteilung 11B Sozialwesen, anwesend

Dr. Peter RADL FA 6B Pflichtschulwesen, anwesend von 10.30 – 13.30 Uhr

Ing. Peter STOCKNER LIG Landesimmobilienges.mbH, anwesend

Arch. DI Ulrike BOGENSBERGER architekturbüro b+p, Vorprüfung anwesend

09.10 Uhr: Begrüßung / Eröffnung:

Arch. Hohensinn begrüßt alle Anwesenden und eröffnet die Preisgerichtssitzung. Er stellt die Beschlussfähigkeit fest und befragt die Juryteilnehmer bzgl. ihrer Unbefangenheit. Diese wird von allen Jurymitgliedern bestätigt.

Des Weiteren weist er nochmals auf die Verschwiegenheitspflicht aller Anwesenden während des gesamten Verfahrensablaufs bis zum Vorliegen des Wettbewerbsergebnisses hin und erklärt den geplanten Ablauf der Preisgerichtssitzung. Die Tagesordnung wird von allen zustimmend zur Kenntnis genommen.

Übergabe des Vorprüfberichtes

Der schriftliche Vorprüfbericht wird durch Frau Arch. Bogensberger an alle Jurymitglieder verteilt. Der Bericht beinhaltet die Erklärung der Vorprüferin mit Aussagen zur Erfüllung der Kriterien des Allgemeinen Teils der Ausschreibung und der Einhaltung der Wettbewerbsbedingungen.

Weiters beigelegt sind:

− Diagramme der wesentlichen Kenndaten aller Projekte Heilpädagogische Station Graz

− Eine nicht wertende, projektbezogene Kurzcharakteristik an Hand der wesentlichen Ausschreibungskriterien und Entwurfsabsichten

− Eine bildliche Darstellung der eingereichten Präsentationsblätter

Vorprüfungsbericht / allgemeiner Teil

Jedes der 12 Wettbewerbsprojekte ist termin- und fristgerecht eingelangt und wurde von der Vorprüfung anonymisiert.

Bogensberger führt an, welche Daten der Projekte überprüft wurden.

Vorprüfungsbericht / projektbezogener Teil

(siehe Vorprüfungsbericht, Arch. DI Bogensberger)

Zusammenfassend wird festgestellt, dass alle Arbeiten den Anforderungen der Ausschreibung entsprechen und daher gewertet werden können.

Es folgt eine Pause mit persönlichem Informationsrundgang.

Preisgerichtssitzung im Detail:

Im Anschluss wird ein erster gemeinsamer Sichtungsdurchgang durchgeführt, danach begibt sich die Jury in die Mittagspause. Dem folgt ein Bewertungsdurchgang, wobei einvernehmlich festgelegt wird, dass ein Projekt mit Stimmenmehrheit in den nächsten Rundgang mitgenommen wird.

Einleitend wird der Hinweis eines Projektverfassers dass funktionelle und bauliche Konzentrationen möglichst vermieden werden müssen, um Aggressionen reduzieren zu können diskutiert. Seitens der Leitung der Heilpädagogischen Station wird dem grundsätzlich zugestimmt, dennoch ist aus ihrer Sicht die anspruchsvolle und qualitative Lösung von Schnittstellen im Tagesablauf der Kinder das Thema. Es gibt viele Möglichkeiten, adäquate Vorschläge anzubieten, es rein baulich bzw. funktional zu betrachten ist eine davon, aber untergeordnet. Weiters merkt die Leitung der HP-Station an, dass ein Überwachungsfunktionalität nicht positiv bewertet wird. Man wünscht keine ‚Zuchthausarchitektur’.

Die Jury versucht in der weiteren Diskussion die verschiedenen städtebaulichen Ansätze in Bezug zur Topographie des Grundstücks, zur öffentlichen und privaten Erschließungszone, zum Freibereich mit den entsprechenden Vorteilen der Lösungsansätze herauszuarbeiten. Jene Lösungen, die eine uneingeschränkte Durchlässigkeit der Freiräume anbieten unter Berücksichtigung der Gebäudestellung in Hinblick auf Besonnung werden im Vergleich zu den geschlossenen Ensemblebildungen vorteilhaft beurteilt. Ein großzügiger Außenraum zur sozialen Gruppenbildung bei gleichzeitig hoher Qualität des Freiraumes wird dabei hervorgehoben. Die Einbindung des Bestandes in die Gesamtkonzeption, die Gebäudestellung zueinander wird auf die Logistik im Tagesablauf hin überprüft. Weiters werden auch die funktionalen Zusammenhänge untersucht, wobei auf die Angemessenheit, die Maßstäblichkeit, die Orientierbarkeit Wert gelegt wird. Die Qualität an Lichtdurchfluteten Bereiche, sowie die räumlichen Abwicklungen in den Lösungsvorschlägen werden insbesondere von den Nutzern analysiert. Funktionale Nischenbildungen, räumliche Filter, bei gleichzeitiger Eigenständigkeit werden dabei besonders geschätzt. Der Ablauf in Bezug zur Verteilung des Essens, der interne Verkehrsweg für die Wäsche, die Möglichkeiten der klaren Trennungen aber organisatorischen Unterstützung sind Parameter in der Entscheidungsfindung. Überschaubare Einheiten sind sympathisch, eine klare Architektursprache ist gewollt. Die Benutzbarkeit der Anlage - weitestgehend barrierefrei - ist ein weiters Ziel und Inhalt der Diskussionen.

Die Bewertung ergibt:

Projekt 01: 2 Stimmen

Projekt 02: 5 Stimmen

Projekt 03: 3 Stimmen

Projekt 04: 0 Stimmen

Projekt 05: 5 Stimmen

Projekt 06: 3 Stimmen

Projekt 07: 2 Stimmen

Projekt 08: 0 Stimmen

Projekt 09: 1 Stimmen

Projekt 10: 3 Stimmen

Projekt 11: 0 Stimmen

Projekt 12: 0 Stimmen

Es verbleiben somit die Projekte 2, 3, 5, 6 und 10 in der Wertung.

Die verbliebenen Projekte werden nochmals einzeln und vergleichend diskutiert.

Nach einer Pause stellt der Vorsitzende den Antrag, das Projekt Nr. 05 für den 1. Platz vorzusehen. Der Antrag wird einstimmig angenommen.

Der Vertreter der Ausloberin stellt weiters den Antrag das Projekt Nr. 03 und 10 für den 2. und 3. Platz vorzusehen. Auch dieser Antrag wird einstimmig angenommen.

Der Vorsitzende bedankt sich bei den Jurymitgliedern und den beratenden Mitgliedern für das klare und einstimmige Ergebnis. Nutzer und Architekten haben konfliktfrei zusammengefunden und aus den auf hoher Qualitätsstufe angebotenen Beiträgen das beste Projekt ausgewählt. Er bedankt sich auch bei der Verfahrensorganisation, der Projektleitung und der Schriftführung für die gute Vorbereitung und Begleitung innerhalb des gesamten Wettbewerbverlaufs.

Die Verfasserkuverts werden geöffnet, der Vorsitzende verständigt telefonisch

die Preisträger.

Ende der Jurysitzung 16.00 Uhr

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