Juryprotokoll des geladenen Wettbewerbs "Neubau der EFKON Niederlassung im Innovationspark in Graz"

Die Jury wählte in ihrer Sitzung vom 03.11.2005 das Projekt des Grazer Architekten Alfred Bramberger zum Sieger. GAT gratuliert!

21/11/2005

Die Jury wählte in ihrer Sitzung vom 03.11.2005 das Projekt des Grazer Architekten Alfred Bramberger zum Sieger.

Die Projekte von Kriegl & Mörtl, Arch. DI Manfred Partl und Arch. DI Rolf Seifert wurden ex aequo an die zweite Stelle gereiht.

Weitere Teilnehmener waren Frankl & MAGG, Arch. DI Ernst Giselbrecht, PITTINO & ORTNER sowie DI Peter Teuchl/DI Silvia Teuschl.

Gegenstand des Wettbewerbs war der Entwurf eines neuen Firmengebäudes für die Fa. Efkon, ein schnell wachsendes High-Tech Unternehmen mit Hauptniederlassung in Graz. Die Mitarbeiter der Fa. EFKON agieren in einem internationalen Umfeld. Entsprechend der EFKON Corporate Identity soll das neue Firmengebäude innovative Lösungen sowohl im Gebäudeentwurf als auch in der Gebäudetechnik bieten. Laut Ausschreibung war eine architektonische Lösung gefordert, welche die eigene Unternehmenskultur aktiv nach außen verkörpert. Das Raumprogramm umfasst ein Bürogebäude mit fast 5000 m², eine Produktionshalle mit etwa 1000 m² und eine attraktive Gestaltung der Außenanlagen mit Erholungspark, Biotop, Pavillon und Parkierungsflächen. Sowohl für das Büro als auch für die Produktion war eine Erweiterungsmöglichkeit in Form eines 2. Bauabschnittes zu konzipieren, damit das neue Gebäude mit dem dynamischen Unternehmen mitwachsen kann. Der Entwurf sollte den Schwung und den innovativen Charakter des Unternehmens veranschaulichen und die städtebaulichen und funktionalen Fragen der Planungsaufgabe baukünstlerisch überzeugend beantworten.> DAS JURYPROTOKOLL

Protokoll zur Preisgerichtssitzung vom 03.11.2005

Beginn der Preisgerichtssitzung: 9.13 Uhr

PREISGERICHT:

Arch. DI. Markus Pernthaler / AIK Fachpreisrichter / Vorsitzender anwesend

Arch. DI. Heimo Math / AIK Fachpreisrichter anwesend

BM. Ing. Heinz Moser / Immorent Fachpreisrichter anwesend

DI. Heinz Reiter/Stadt Graz/Baudirektion Graz

Fachpreisrichter / Schriftführung anwesend

Dr. Helmut Rieder / EFKON Sachpreisrichter anwesend

Dr. Raimund Pammer / EFKON Sachpreisrichter anwesend

Mag. Johann Stritzelberger/ EFKON Sachpreisrichter anwesend

Ing. Wolfgang Boh anwesend

_ Berater des Preisgerichts: (ohne Stimmrecht)

DI. Michael Redik / Stadt Graz / Stadtplanung

DI. Robert Wiener Stadt Graz / Grünraum -------

DI. Peter Kostka Stadt Graz / Verkehrsplanung anwesend

Barbara Horst Stadt Graz / Umweltamt anwesend

_ Weitere Teilnehmer: (ohne Stimmrecht)

Arch. DI. Michael Gattermeyer / Vorprüfung anwesend

DI. Anita Stallinger / EFKON Verfahrensorganisation anwesend

Begrüßung / Eröffnung:

Arch. Pernthaler begrüßt alle Anwesenden und eröffnet die Preisgerichtssitzung. Er bestätigt die Beschlussfähigkeit und befragt die Juryteilnehmer bzgl. ihrer Unbefangenheit. Des Weiteren weist er nochmals auf die Verschwiegenheitspflicht aller Anwesenden hin und erklärt den geplanten Ablauf des Wettbewerbes.

09.30 Uhr: Arch. Gattermeyer überreicht allen Jurymitgliedern den Vorprüfungsbericht und erläutert diesen, ergänzt durch umwelttechnische Stellungnahmen von Frau Horst, projektbezogen.

10.15 Uhr: Arch. Pernthaler bedankt sich für die Vorstellung der Vorprüfung der Projekte und beginnt in umgekehrter Reihenfolge die Projekte noch einmal zu analysieren.

Im ersten Bewertungsrundgang werden von Arch. Pernthaler die Anträge zum Verbleib bzw. zur weiteren Beurteilung wie folgt gestellt (zum Verbleib reicht die einfache Stimmenmehrheit).

Projekt Nr. 1:

Der Antrag gegen den Verbleib in der weiteren Bewertungsrunde wird einstimmig angenommen

Projekt Nr. 2:

Dem Antrag zum Verbleib in der weiteren Bewertungsrunde stimmen 5 Juroren zu, 2 stimmen dagegen.

Projekt Nr. 3:

Der Antrag gegen den Verbleib in der weiteren Bewertungsrunde wird einstimmig angenommen.

Projekt Nr. 4:

Dem Antrag zum Verbleib in der weiteren Bewertungsrunde stimmen 5 Juroren zu, 2 stimmen dagegen.

Projekt Nr. 5:

Dem Antrag zum Verbleib in der weiteren Bewertungsrunde stimmen 3 Juroren zu, 4 stimmen dagegen.

Projekt Nr. 6:

Der Antrag zum Verbleib in der weiteren Bewertungsrunde wird einstimmig angenommen

Projekt Nr. 7:

Der Antrag gegen den Verbleib in der weiteren Bewertungsrunde wird einstimmig angenommen

Projekt Nr. 8:

Der Antrag zum Verbleib in der weiteren Bewertungsrunde wird einstimmig angenommen

Somit verbleiben in der zweiten Bewertungsrunde die Projekte Nr. 2, 4, 6, 8

Nach eingehender Diskussion in der zweiten Bewertungsrunde wird von Arch. Pernthaler der Antrag gestellt, das Projekt Nr. 6 an die erste Stelle zu reihen.

Der Antrag wird einstimmig angenommen.

Weiters stellt Arch. Pernthaler den Antrag, die Projekte Nr. 2, 4, 8 ex aequo an die zweite Stelle zu reihen.

Der Antrag wird einstimmig angenommen.

Beurteilung der Projekte Nr. 2, 4, 6 und 8

Projekt Nr. 6:

Das Projekt besticht durch seinen Ansatz, die Parklandschaft im Gebäude fortzuführen. Über eine attraktive Eingangssituation wird der Besucher vorbei an Lichthöfen und lichtdurchfluteten Arbeitsplätzen in die Tiefe des Gebäudes geführt. Die Intentionen der Verfasser über ein spezielles Mikroklima optimale Arbeitsbedingungen zu schaffen (Beschattung durch natürliche Bepflanzung, Kühlung durch thermischen Auftrieb in den Innenhöfen, angenehme Kontraste durch die Begrünung) werden positiv beurteilt. Die intelligente Lösung des Parkdecks überzeugt sowohl in gestalterischer als auch ökonomischer Hinsicht. Das vorgetragene Konzept für die Gestaltung der Außenhülle ist nachvollziehbar und ablesbar. Der Ansatz über Bepflanzungen und Aufschüttungen aerodynamische Effekte abzuleiten, kann von der Jury nicht beurteilt werden. Durch die Konfiguration der Grundrisse ist ein hohes Maß an Flexibilität für unterschiedlichste funktionelle Anforderungen gegeben.

Projekt Nr. 2:

Die Intention, ein markantes städtebaulich / architektonisches Zeichen zu setzen, ist nachvollziehbar und wird positiv beurteilt. Es wird jedoch kritisiert, dass die Qualität der äußeren Hülle keine Entsprechung in der grundrisslichen Umsetzung findet. Die Zuschnitte einer großen Anzahl von Räumen sind unattraktiv. Der optionale Ausbau einer Tiefgarage müsste durch die projektierte Lage bereits mit der Errichtung der Produktionshalle mitgebaut werden. Als nachteilig wird empfunden, dass die Erweiterung des Bürogebäudes in der Typologie der Produktionshalle vorgeschlagen wird. Gut gelöst ist die Eingangssituation, problematisch erscheint die nach Außen hermetisch abgeriegelte Dachterrasse (keine Aussicht).

Projekt Nr. 4:

Der Umgang mit der Topographie in Form einer Auffaltung unter dem Bürotrakt wird positiv beurteilt und führt zu einer klaren städtebaulichen Lösung. Die Eingangssituation ist lesbar und verbindet auf attraktive Art und Weise Straßenraum mit Parkanlage, wobei jedoch anzumerken ist, dass die im Modell dargestellte Lösung nicht mit den planlichen Darstellungen übereinstimmt (das Höhenprofil der Produktionshalle ist unzureichend). Trotz des relativ tiefen Baukörpers werden die erforderlichen Größen zahlreicher Räume nicht erreicht.

Das Verhältnis der Nettofläche zur Bruttofläche ist sehr ungünstig.

Projekt Nr. 8:

Das Projekt überzeugt durch seine dynamische Linienführung und die geglückte Verschränkung der unterschiedlichen Funktionsbereiche. Es wird allerdings kritisiert, dass die Eleganz der äußeren Hülle keine Entsprechung in der grundrisslichen Ausformulierung findet. Bei einer allfälligen Erweiterung der Produktionshalle müsste die Anlieferung provisorisch verlegt werden. Negativ beurteilt wird der Vorschlag der gesamten Parkierung, insbesondere im Falle eines Ausbaus der Tiefgarage, da dadurch das großflächige Biotop darüber entfernt werden müsste.

13:15 Uhr: Öffnen der Verfasserbriefe

Projekt Nr. 1: DI Peter Teuschl, Sylvia Teuschl, Annenstraße 32/II, 8020 Graz

Projekt Nr. 2: Arch. DI Manfred Partl, Wickenburggasse 32/II, 8010 Graz

Projekt Nr. 3: Frankl & MAGG Arch. ZT GmbH, Franz Schubertstraße 12, 2371 Hinterbrühl

Projekt Nr. 4: Arch. Kriegl & Mörtl, Keplerstraße 105, 8020 Graz

Projekt Nr. 5: PITTINO & ORTNER, Hollenegger Straße 6, 8530 Deutschlandsberg

Projekt Nr. 6: Arch. Alfred Bramberger, Defreggergasse 6, 8020 Graz

Projekt Nr. 7: Arch. Ernst Giselbrecht, Sparkassenplatz 2/III, 8010 Graz

Projekt Nr. 8: Architekturbüro Seifert, Körösistraße 17, 8010 Graz

13:30 Uhr Ende der Jurysitzung

Verfasser/in:
Redaktion GAT Graz Architektur Täglich

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Projekt 1: DI Peter Teuschl, Sylvia Teuschl, Graz

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