PROTOKOLL
JURYSITZUNG
Architektenwettbewerb für die Errichtung des innovativen Gründer- und Forschungsgebäudes W.E.I.Z. II
Datum: 12. August 2004
Ort: Weizer-Energie-Innovations-Zentrum
Beginn: 9:00 Uhr
ANWESENDE
Juryvorsitzender Arch. DI Irmfried Windpichler, Graz
OBR DI Gernot Axmann, Land Steiermark, Abteilung 16
Arch. DI Werner Nussmüller, Graz
Mag. Arch. Erich Prödl, Graz
DI Wolfgang Jilek, Energiebeauftragter des Landes Steiermark
BGm. Helmut Kienreich, Weiz
Vbgm. DI Klaus Mayr, Weiz
Vbgm. Anton Schlacher, Krottendorf
Bgm. Johann Reisinger, Krottendorf
Dir. Friedrich Perner, Geschäftsführer Steiermärk. Sparkasse
Mag. Oswin Donnerer, Weizer Umweltreferent
Ing. Walter Wirtl, Stadtgemeinde Weiz (bis 15:30 Uhr)
GR Günther Perner, Weiz
DI Franz Kern, Geschäftsführer Weizer Energie Innovations Zentrum
Dr. Georg Jakopic, Institut für Nanostrukturierte Materialien und Photonik, Joanneum Research, Weiz
Ing. Gottfried Derler, Energieberater Weiz
Vorprüfer DI Heimo Tröster, INGENOS ZT GmbH, Gleisdorf
Edith Reithofer, Weizer Energie Innovations Zentrum.Eröffnung, Begrüßung und Feststellung der Beschlussfähigkeit
DI Heimo Tröster
Erläuterung der Vorprüfung, Bericht wird an alle anwesenden Personen ausgeteilt. Erläuterung der Wettbewerbsunterlagen (siehe bereits durch Aussendung erhaltene Unterlagen)
Prüfung der Teilnahmeberechtigung von den anwesenden Personen
Siehe Anwesenheitsliste; die Jurymitglieder sind teilnahmeberechtigt.
Überprüfung der Befangenheit von Preisgerichtsmitgliedern.
Siehe Protokoll konstituierende Sitzung
Unterweisung hinsichtlich der Verschwiegenheitspflicht.
Vom Vorsitzenden wurde auf die Verschwiegenheitspflicht hingewiesen.
Vorlage der Wettbewerbsprojekte
Die Wettbewerbsprojekte sind auf Wandtafeln und ergänzenden Unterlagen präsentiert.
Entgegennahme des Vorprüfungsberichtes und Vorstellung der Wettbewerbsprojekte durch den Vorprüfer. Vorprüfungsbericht (siehe erhaltene Unterlagen)
Von jedem Teilnehmer wurde ein Modell abgegeben. Kurzbericht über 3 Seiten von jedem Teilnehmer erhalten. Kostenschätzung liegt nur bei Projekt 2 vor. W.E.I.Z. hat gemeinsam mit Ingenos Raumprogramm vorgegeben.
Reinraum und Laborräume
Kriterium Schleuse für Reinraum ist sehr wichtig! Einbringung von Geräten soll über eigenen Zugang erfolgen (wünschenswert für Joanneum Research). Rechteckige Form ist relativierbar.
Anbindung der Gebäude W.E.I.Z. I und W.E.I.Z. II wäre von Vorteil war aber nicht verbindlich vorgeschrieben.
Erster Durchgang der Bewertung der Projekte
- Stützen in den Laborräumen müssen als problematisch beurteilt werden, können aber zum jetzigen Zeitpunkt nicht als Ausscheidungskriterium gelten.
Projekt 1
Erläuterungsbericht wurde abgegeben - wird vom Vorprüfer verlesen und anhand der Pläne erklärt. Diskussion der Jurymitglieder und Berater. Prinzipiell wird die städtebauliche Situierung des Gebäudes diskutiert. Der Baukörper orientiert sich an der Franz-Pichler-Straße, W.E.I.Z. III ist angedeutet.
- Anbindung an W.E.I.Z. I erfolgt über einen überdeckten Gang, der gemeinsame Eingangsbereich ist gut erkennbar
- Lage der Parkplätze für Besucher entlang der Franz-Pichler-Straße, für Beschäftigte hinter dem Gebäude mit eigener Zufahrt.
- Seitens der Stadtgemeinde wird die direkte Ausfahrt auf die Franz-Pichler-Straße bemängelt ,die Jury empfiehlt eine komplette Neugestaltung der Parkraumsituation sowie der Außenanlagen
- Einbringungsöffnung ist nicht vorhanden, ist aber einfach nachrüstbar
- Schleuse vorhanden
- Energieversorgung
- Glasdach auf Grund der planlichen Darstellung nicht vorhanden
- Die kompakte Grundform erlaubt aber eine effiziente Energienutzung
- Atrium erhält wenig Licht, Vorteil im Sommer (Überhitzung), die Lüftung erfolgt offenbar über die Thermik über mehrere Geschoße, eine regelbare Beschattung ist vorgesehen, aber nicht genau beschrieben. In den Plänen ist eine geschlossen Decke über dem Atrium dargestellt, im Modell ist diese als Glasfläche gebaut. Die Jury empfiehlt der Darstellung des Modells zu folgen, um eine gute belichtete Innenzone des Hauses zu erreichen. Es ist natürlich auf eine funktionierende ausreichende Beschattung gegenüber der sommerlichen Hitze zu achten. Beheizung über Wärmepumpe und Erdkollektor.
- Außenwände in Massivbauweise
- Positiv – Großteil der Parkplätze hinter dem Haus
- Sehr strenge Fassadenaufteilung
- Abstände zur Grundstücksgrenze ausreichend
- Die Beschattung der Nord/West- Fassade ist nicht erkennbar
Der Grundgedanke der Energieversorgung ist es, ein Passivhaus durch konstruktive Maßnahmen und durch Einsatz von wenig Technik zu erreichen. Der Verfasser lässt allerdings mit der geplanten Ausführung von „Heizdecken“, „Unterflurkonvektoren“ unter den Fenstern und der Erwähnung einer Temperaturspreizung von 30 Grad für das Kühlsystem darauf schließen, dass keine ausreichende Beschäftigung mit dem Heizungs- und Kühlsystem gegeben war.
Projekt 2
Erläuterungsbericht wurde abgegeben - wird vom Vorprüfer verlesen und anhand der Pläne erklärt. Diskussion der Jurymitglieder und Berater. Prinzipiell wird die städtebauliche Situierung des Gebäudes diskutiert.
- Der Baukörper bezieht sich auf W.E.I.Z. I. Der klare Baukörper ist aus Stahlbeton und Holz, der Holzbau ist aber auf Grund der Gestaltung der Fassade als solcher nicht erkennbar. Lange Fassade zur geplanten Umfahrungsstraße (Schallproblem)
- Anbindung an W.E.I.Z. I ist zwar vorhanden aber nicht überzeugend gelöst, der Eingangsbereich ist nicht klar artikuliert
- Flächenmäßige Unterbringung für ein W.E.I.Z. III wird eher schwierig bis nicht möglich sein, es wurde auch kein Positionierung dafür abgeben
- Einbringöffnung ist gegeben
- Schleuse gibt es keine ist aber nachrüstbar, wenn man auf wenige m² in den Laborräumen verzichten würde
- Straßenseitige Parkplätze sind zu diskutieren
- Städtebaulich nicht überzeugend
Energieversorgung
Der Verfasser erwähnt ein „neues System“ mit „erhöhtem Druck“ für die Kühlung, ohne dieses allerdings in irgendeiner Form auszuführen. Zu dem wird eine Wärmerückgewinnung explizit ausgeschlossen, was zu hohen Wärmeverlusten bei der Lüftung führen muss.
Projekt 3
Erläuterungsbericht wurde abgegeben - wird vom Vorprüfer verlesen und anhand der Pläne erklärt. Diskussion der Jurymitglieder und Berater. Prinzipiell wird die städtebauliche Situierung des Gebäudes diskutiert.
- Kompakter Baukörper, orientiert sich an W.E.I.Z. I, hat aber nicht einen gemeinsamen Bereich definiert, das Front Office ist jedoch erkennbar
- Das Atrium beginnt erst im 1 OG, im EG befinden sich zw. den Büros und dem Labor 2 lange großteils unbelichtete Gänge.
- Terrassenform wegen einer „Biologischen Klimahülle“ mit Rankgerüst vorgesehen, von der Nutzung nicht durchdacht
- EG mit Empfang nicht in besonders helle Gänge
- Schleuse ist vorhanden
- Einbringungsöffnung – Rampe
- Städtebaulich gut
- Die dreigeschossige Halle erscheint gegenüber den nach geordneten Bürotrakt überproportioniert ( da ja auch von hieraus kein Übergang zu W.E.I.Z. I ist)
- Die Proportionen des innen liegenden Laborraums im EG erscheinen der Jury problematisch (Licht)
Energieversorgung
Grundsätzliche Überlegungen zu einem Energiekonzept sind vorhanden, jedoch nicht im Detail ausformuliert. Bei der Umsetzung sollte jedenfalls ein Heizungs- Klimatechniker bei gezogen werden. Die Realisierbarkeit der „Biologischen Klimahülle“ erscheint nur in Teilbereichen möglich (Nordseite problematisch).
Projekt 4
Erläuterungsbericht wurde abgegeben – wird von Herrn DI Tröster verlesen und anhand der Pläne erklärt. Diskussion der Jurymitglieder und Berater. Prinzipiell wird die städtebauliche Situierung des Gebäudes diskutiert.
- Der Ausdruck des Gebäudes wie im Plan dargestellt, entspricht eher einer kommerziellen Nutzung, als dass es die Funktion eines Innovationszentrums wieder spiegelt, allerdings erlaubt die doppelte Fassade eine architektonisch unabhängige Gestaltung des dahinter liegenden Baukörpers. Fassade könnte ein Filter von innen und außen sein.
- Anbindung zu W.E.I.Z. I ist im 1. OG und 2. OG vorhanden, W.E.I.Z. III ist nicht dargestellt
- Atrium – Lichtdurchflutung ist auf Grund der geringen Öffnung nicht gegeben
- Sehr kompakte Erschließung
- Einbringungsöffnung ist vorhanden
- Schleuse ist nicht vorhanden, aber nachrüstbar
- Nicht rechtwinkelige Laborform
Projekt 5
Erläuterungsbericht wurde abgegeben – wird von Herrn DI Tröster verlesen und anhand der Pläne erklärt. Diskussion der Jurymitglieder und Berater. Prinzipiell wird die Städtebauliche Situierung des Gebäudes diskutiert.
- Es wurde eine städtebauliche Großform unter Einbeziehung von W.E.I.Z. I und W.E.I.Z. III definiert, wobei die Haltung zum bestehenden Gebäude kritisch zu sehen ist (keine konkrete Aussage zur Veränderung von W.E.I.Z. I). Bietet mehr an, als gefordert wurde
- Wegeverbindung zu W.E.I.Z. I (und W.E.I.Z. III) ist mehrgeschossig über eine große gemeinsame Fassade.
- Einfache Geometrie des Baukörpers
- Überdachter Innenraum (sehr großes Atrium) ist sehr spannend und ermöglicht eine flexible Nutzung auch als halböffentlicher Raum; Energietechnische Beherrschung ist nicht einfach (Heizung, Kühlung, Lüftung, Beschattung ist nicht in der Beschreibung ersichtlich)
- Gute verkehrstechnische Lösung: 1 Ein- und Ausfahrt, Radweg möglich
- hat sehr viele innovative Ideen
- Nebenräume zu Labor unter der Straße nicht günstig (Schwingungen, Feuchtigkeitseinbruch nach mehreren Jahren)
- Schleuse ist nicht vorhanden aber nachrüstbar
- Einbringungsöffnung ist vorhanden
Energieversorgung
Konkrete Überlegungen zum Sonneschutz sind nachvollziehbar (zB. besondere Fassaden- und Dachverglasung), der an der Innenseite des Atrium vorgesehene Sonnenschutz ist unwirksam.
Bei dem Projekt ist positiv anzumerken, dass sich der Verfasser mit verschiedenen Einsatzgebieten von Energie (auch Stromnutzung, Baustoffwahl, etc.) auseinander gesetzt hat. Allerdings existiert kein konkreter Hinweis auf ein Wärme- und Kühlsystem der Büro- und Laborräume.
Projekt 6
Erläuterungsbericht wurde abgegeben – wird vom Vorprüfer verlesen und anhand der Pläne erklärt. Diskussion der Jurymitglieder und Berater. Prinzipiell wird die städtebauliche Situierung des Gebäudes diskutiert. Stellt keinen Bezug zur Straße und zum bestehenden Gebäude W.E.I.Z. I her (allenfalls Orientierung an geplanter Umfahrungsstraße). Die Lärchenschalung des 1. OG und 2. OG steht im Gegensatz zu dem massiven Unterbau. Der Haupteingang ist eindeutig erkennbar.
- Hat W.E.I.Z. III und eine Verbindung angedeutet, signalisiert den Übergang zu W.E.I.Z. I
- Reinraum im EG
- ein besonderer Innenraumbereich ist nicht erkennbar
- Atrium - Ausbildung ist sehr bescheiden
- Teilunterkellerung ist nicht nachvollziehbar
Gesamtwertung und Festlegung des Wettbewerbssiegers
Im Wettbewerb bleiben die Projekt, die jeweils 1 Stimme bekommen.
Projekt 1
10 Stimmen
Projekt 2
Keine Stimme
Projekt 3
8 Stimmen
Projekt 4
Keine Stimme
Projekt 5
8 Stimmen
Projekt 6
Keine Stimme
Zweiter Durchgang und Disskusion
Sitzungsunterbrechung 16:00 Uhr; Gemeindevertreter ziehen sich zur Beratung zurück.
Wiederaufnahme der Sitzung um 16:20 Uhr
Bgm. Kienreich stellt den Antrag um Reihung der Projekte
1. Projekt 1: 10 Stimmen (einstimmig)
Zusatz: Energiekonzept - es muss auf jeden Fall ein Passivhaus werden. Das Haus muss simuliert werden. Parallelführung des Hauses zum gegebenen W.E.I.Z.
2. Projekt 5: 10 Stimmen (einstimmig)
Zusatz: Kostenrahmen zur Kostenschätzung (m² Preis) muss eingehalten werden. Die Umhüllung des bestehenden W.E.I.Z. ist in dieser Form nicht akzeptabel und muss geändert werden.
3. Projekt 3
Platz 1: Projekt 1
Öffnen der Verfasserbriefe
Projekt: 2 Archi. DI Peter Mutewsky
Projekt: 6 Archi. DI Peter Lidl
Projekt: 4 Archi. DI Erwin Kaltenegger
Projekt: 3 Andexer & Moosbrugger
Projekt: 5 Archi. DI Markus Pernthaler
Projekt: 1 Archi. DI Heimo Staller
Ende der Sitzung: 17:00 Uhr
Schriftführer: Wolfgang Jilek





