JAKOMININTERVENTIONEN

Minimale Interventionen. Aneignungen im Kleinformat - Projektpräsentation im Zentrum von Graz, von Studierenden der Lehrveranstaltung „Kunst und Öffentlichkeit“, am Insti

22/01/2008

Minimale Interventionen. Aneignungen im Kleinformat.

Projektpräsentation im Zentrum von Graz, von Studierenden der Lehrveranstaltung „Kunst und Öffentlichkeit“ am Institut für Zeitgenössische Kunst / TU Graz

Leitung: Hans Kupelwieser, Nicole Pruckermayr

Mitarbeit: Patrick Reynolds

Wer um die Mittagszeit des 21. Januar im Bezirk Graz-Jakomini zu tun hatte, der begegnete möglicherweise Ungewöhnlichem. Studierende der Lehrveranstaltung „Kunst und Öffentlichkeit“ am Institut für zeitgenössische Kunst/TU Graz präsentierten ihre Arbeiten im öffentlichen Raum.

Diese Interventionen waren Bemächtigungen im Kleinformat die es in sich hatten.

Die Studierenden stellten sich die Frage nach den Möglichkeiten der Aneignung des öffentlichen Raumes. Ihre kleinen und flüchtigen Interventionen waren sehr subtil in ihrer Wirkung und, durchaus beabsichtigt, oft erst auf den zweiten Blick erkennbar.

„The Beauty of the Ordinary“ beispielsweise lenkte den Blick auf den Zauber von Alltagsarchitekturen und –räumen wie etwa einem stillgelegten Bahngleis, über dem als Zeichen ein blauer Ballon schwebte. In die periphere Idylle hinein erklang das Geräusch eines vorbeifahrenden Zuges. Hinter einem verwitterten Gemäuer hat ein Zirkus sein Winterlager aufgeschlagen, und die Nähe von Elefanten, Lamas und Co. verstärkte die surreal-poetische Atmosphäre dieser Szene. Robert Schäffer und Martin Überriegler wünschen sich, dass ihr Beitrag auch andere Grazer dazu anregt, ähnliche Orte in ihrem Umfeld zu suchen und zu markieren. (Näheres dazu unter: http://beauty-of-the-ordinary.heim.at).

täglich*

*wenn die sonne scheint

ist eine sehr persönlich motivierte Arbeit von Georg Kettele. In seine Wohnung in der Klosterwiesgasse fällt nur für wenige Minuten täglich direktes Sonnenlicht. Dann nämlich, wenn das Nachbargebäude für kurze Zeit nicht seinen Schatten auf die Fassade wirft. Kettele hat nun seine Fenster vergoldet und lässt so zusagen in einem selbstlosen Akt der Nachbarschaftshilfe die eingefangenen Sonnenstrahlen mittels Goldfolie an eben jenen Nachbarn zurückstrahlen.

Klein aber gemein war auch die Installation „cuffed in“ in der Conrad von Hötzendorf Straße, deren Vielschichtigkeit sich erst beim längeren Betrachten entblättert. Vor der Justizanstalt Graz-Jakomini baumeln allseits bekannte und präsente Absperrketten, die die Zugänglichkeit des Gebäudes stark einschränken. Eine subtil-ironische bewusste Öffnung der Situation, einen „Befreiungsakt“, vollzogen Ina Rebhandl und Verena Schulter hier. In dieser gleichermaßen absurden wie logischen Aktion konnte die Absperrkette mittels Handschellen geöffnet werden.

Wie schon die Lehrveranstaltung ZONE 101 des IZK im vergangenen Jahr waren auch die JAKOMININTERVENTIONEN wieder eine wunderbare Möglichkeit für die Studierenden, die Stadt als Labor zu verstehen und zu überprüfen, inwieweit es ihnen gelingt, ihre Ideen und Konzepte im Realraum umzusetzen.

Veranstalter:

Institut für Zeitgenössische Kunst / TU Graz

Hans Kupelwieser, Nicole Pruckermayr; Mitarbeit: Patrick Reynolds

Beteiligte Studierende:

Ludovic Bacon, Michael Brantner, Leszek Barszczewski, Magdalena Brunner, Adina Camhy, Lucia Cattalani, Ondrej Chybik, Lubomira Doytchinova, Konrad Edlinger, Eric Godiveau, Harald Grantner, Regina Holzleithner, Georg Kettele, Christof Krusch, Alexander Leitenbauer, Maria Luccioli, Susanne Moherndl, Thomas Mohr, Michael Pletz, Christiane Putz, Mike Ramsauer, Ina Rebhandl, Katharina Reichweger, Ariane Reinhofer, Michael Reitmann, Lukas Ries, Susanne Rieser, Robert Schäffer, Verena Schulter, Stefan Soom, Anna-Maria Tax, Christoph Tscharf, Reinhard Unterpertinger, Martin Überriegler, Judith Urschler, Katerina Vanova, Claudia Weiss, Martina Zieher

Verfasser/in:
Anke Strittmatter, Bericht

Weiterführende Links

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5m² Austausch von Ludovic Bacon
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5m² Austausch von Ludovic Bacon
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Bauplan von Katerina Vanova. Foto: Nikolaos Zachariadis
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Detailaufnahme The Beauty of the Ordinary von Martin Überriegler und Robert Schäffer
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The Beauty of the Ordinary von Martin Überriegler und Robert Schäffer. Foto: Nikolaos Zachariadis
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Collect them all von Lukas Ries, Susanne Rieser, Anna-Maria Tax – präsentieren mittels einer Schnitzeljagd (Pickerlaktion) junge Kunst in Schaufenstern/Fassaden/Straßenflächen
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Collect them all - im Fenster des Augartenkinos wird z. B. eine Arbeit von lila ausgestellt.
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Crashed von Eric Godiveau
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Hemingway-Bar: flag invasion von Ariane Reinhofer, Michael Reitmann, Christoph Tscharf – fiktive Flaggen werden in die vorhandenen Flaggenköcher der Hemingway-Bar gesteckt.
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TrashXXS von Konrad Edlinger – mittels amtlicher Mitteilung der Stadt Zarg wird auf die Übergangsfrist für den Austausch zu kleineren Mülltonnen hingewiesen.
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cuffed in von Ina Rebhandl und Verena Schulter
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sonntagnacht* von Stefan Soom – die nächtliche Beleuchtung wirft ihre immer gleichen Schatten und dieser Umriss wird nun in den Tag gebracht.
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täglich*, wenn die Sonne scheint von Georg Kettele – vergoldete Rolläden lenken die Sonne in einem winzigen Zeitfenster an die gegenüberliegende Häuserzeile.
jakominiinterventionen_tglich2.jpg
täglich* wenn die Sonne scheint von Georg Kettele – hier kann man nun die umgelenkten, projizierten Sonnenstrahlen sehen. Fotos: Patrick Reynolds, ausgenommen jene mit Fotohinweis unter dem Bild.

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