Internationaler Award „Energiespeicher Beton“ ausgeschrieben

Um den internationalen Erfahrungsaustausch zum Einsatz neuer Technologie zu forcieren, lobt die Österreichische Zementindustrie den mit 30.000 Euro dotierte Innovationspr

05/06/2010

Nachhaltigkeit und Klimaschutz sind zu einem entscheidenden Qualitätsfaktor für Gebäude geworden. Konnte in den letzten Jahren die Energieeffizienz bei der Beheizung verbessert werden, so muss heutzutage für viele Gebäude immer mehr an Kühlenergie aufgewendet werden. Eine neue, zukunftsweisende Technologie ist die sogenannte thermische Bauteilaktivierung. Bauteile aus Beton dienen dabei als Energiespeicher, denn sie eignen sich mit ihrer massiven Speichermasse in hervorragender Weise zum Heizen und Kühlen von Gebäuden. So kann hoher Nutzungskomfort bei niedrigerem Energieverbrauch realisiert werden.

Um den internationalen Erfahrungsaustausch zum Einsatz dieser Technologie zu forcieren wurde nun der mit 30.000 Euro dotierte Innovationspreis „Energiespeicher Beton“ ausgeschrieben. Dieser soll auch für Planer einen wichtigen Anreiz schaffen, sich intensiv mit der Speichermasse Beton als aktives Heiz- und Kühlelement in Gebäuden auseinanderzusetzen.

Einreichschluss ist am 14. Juni 2010.

Die Auslobung dieses Preises erfolgt durch die österreichische Zementindustrie mit Unterstützung des Bundesministeriums für Verkehr, Innovation und Technologie (BMVIT), der Österreichischen Gesellschaft für Umwelt und Technik (ÖGUT), der Austrian Construction Technology Platform (ACTP), des Betonmarketings Österreich sowie der deutschen und schweizerischen Betonindustrie.

Gesucht werden Gebäude, die aktiv die Speichermasse Beton als Heiz- und Kühlelement nutzen und im Zeitraum 2000 bis 2010 errichtet wurden oder gerade in Entstehung sind. Die Projekte können sowohl von Planern, Investoren, Ausführenden, Betreibern als auch von Eigentümern unter www.betonmarketing.at eingereicht werden.

Der Fokus des Wettbewerbs liegt auf der Reduktion des Energieaufwandes bei der Gebäudeklimatisierung durch die Bauteilaktivierung. Die Ressourcen schonende Klimatisierung von Gebäuden durch die Bauteilaktivierung wird durch in Betondecken und -wänden verlegte, wasserdurchflutete Kunststoffrohre erreicht. Die Decken und Wände dienen als Heiz- bzw. Kühlelemente, in die je nach Bedarf Wärme oder Kälte eingespeichert werden kann. Durch die abgegebene thermische Strahlung werden die umgebenden Räume temperiert. Im Vergleich zu herkömmlichen Heizungen können so wesentlich größere Flächen mit vergleichsweise niederen Temperaturen thermisch aktiviert werden, wodurch der Energiebedarf des Gebäudes deutlich sinkt. Richtig eingesetzte Speichermassen verbessern somit nicht nur die Sommertauglichkeit, sie reduzieren auch den Energiebedarf für die Beheizung und Kühlung und sorgen für eine Glättung der Lastspitzen. Die Nutzung von Beton als Energiespeicher bedeutet einen wichtigen Schritt zum energieautarken Haus.

Ansprechen soll der Innovationspreis 2010 „Energiespeicher Beton“ in erster Linie die / den Architektin/en und die/den PlanerIn. Dieser Wettbewerb ist ein Impuls zur intensiven Auseinandersetzung mit der Speichermasse Beton als aktives Heiz- und Kühlelement in Gebäuden. Mit der Ausschreibung des Wettbewerbes erwarten sich die Auslober viele „Good Practice“ Beispiele realisierter bzw. in Bau befindlicher Gebäude.

Verfasser/in:
Redaktion GAT Graz Architektur Täglich

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