"Intensive Oberflächen - zur sinnlichen Materialität von Beton in Fassade und Gebäude"

Die Vereinigung der österreichischen Zementindustrie veranstaltete mit der TU Graz den Studierendenwettbewerb Beton Kreativ. Bis 23. Mai sind die prämierten Projekte und

18/05/2010

Die Vereinigung der österreichischen Zementindustrie veranstaltete in Kooperation mit der TU Graz den Studierendenwettbewerb "Beton Kreativ". Bis 23. Mai sind die prämierten Projekte und alle eingereichten Entwürfe im HDA Graz ausgestellt.

Gegenstand des einstufigen Wettbewerbs war der Entwurf eines signifikanten, landmarkfähigen bis zu achtgeschoßigen Geschäfts- und Wohnhauses am Andreas-Hofer-Platz in Graz, mit Fokus auf Fassadengestaltung, innovatives Tragsystem und Nutzung der speicherwirksamen Masse für energie- und haustechnische Konzepte. Bei Gestaltung und Konstruktion sollte dem Werkstoff Beton eine wesentliche Rolle zukommen.

Für die Ausarbeitung waren Projektteams aus Architektur- und Bauingenieurstudierenden erwünscht. Am 14. April 2010 ermittelte die Jury unter dem Vorsitz von Prof. Bruno Krucker aus insgesamt 18 Einreichungen die sechs besten Projekte.

DIE PREISTRÄGERiNNEN IM ÜBERBLICK:

1. PREIS:

Projekt "Element"

Entwurf: Valentina Kehrer (Architektur)

Preisgeld: € 3000.-

Begründung der Jury:

Städtebauliche, konstruktive und technologische Aspekte werden glücklich zusammengeführt und gleichermaßen gut abgebildet. Die Baukörperstaffelung birgt faszinierende Durchblicke und fügt sich sehr gut in den bisher leeren Stadtraum ein. Durch die Wahl der organischen Grundrissform vermeidet das Projekt jegliche Zwänge an den Anknüpfungspunkten der heterogenen umgebenden städtischen Raumstruktur. Die Gebäudestruktur wird durch ein einfaches, leicht umsetzbares Stützensystem gebildet, das durch die sehr feingliedrigen seriellen Betonfertigteile eine hohe Gestaltungsqualität mit einer Offenheit und einer räumlichen Tiefe erhält. Die Verwendung des fast gleichen Ornamentes als strukturelles tragendes Element im Erdgeschoß hingegen schwächt den Entwurf und scheint unnötig.

Betreuerteam:

TU Graz | Institut für Gebäudelehre

Univ.-Prof. DI Architekt Hans Gangoly

DI Dr. Andreas Lechner

DI Dr. Michael Zinganel

2. PREIS:

Projekt "strichCODE3D"

Entwurf: Barbara Sima (Architetur)

Preisgeld: € 2000.-

Begründung der Jury:

Das Projekt besticht durch die ausgereifte, durchgezogene Grundrissführung. Die Grundrisse sind kongruent zur vorgeschlagenen Konstruktion. Die lamellenartige Fassade verspricht spannende Durchblicke. Die sich nach oben hin auflösenden Stabstrukturen lösen auch das Volumen auf und geben dem Baukörper Leichtigkeit. Der nördliche runde Baukörper scheint in seinen Dimensionen überzogen und zu wuchtig. Klare Straßenfronten begrenzen den Baukörper. Die Abrundung des Gebäudes reagiert auf die umliegende Bebauung und schafft einen städtebaulichen Akzent.

Betreuerteam:

TU Graz | Institut für Gebäudelehre

Univ.-Prof. DI Architekt Hans Gangoly

DI Dr. Andreas Lechner

DI Dr. Michael Zinganel

3. PREIS:

"Stadthybrid Congresscenter Graz"

Entwurf: Verena Auer, Eva Beyer, Christina Windisch (Architektur)

Preisgeld: € 1000.-

Begründung der Jury:

Die Platzfläche unter das Haus hineinführend ergibt eine spannende schwebende Situation. Die Höhenentwicklung der Gebäudestruktur wirkt wohltuend in Reflexion auf den umliegenden Gebäudebestand. Das Gebäude wirkt als eigenständiger Auftritt eines Kongresszentrums. Das Tragsystem bildet zugleich die Raumstruktur und wahrnehmbare Oberflächen und ermöglicht darüber hinaus das freie Erdgeschoß.

Betreuerteam:

TU Graz | Institut für Architekturtechnologie

Univ.-Prof. DI Architekt Roger Riewe

DI Architekt Till-Matthias Lensing

ANERKENNUNG:

"Concrete Landscape"

Entwurf: Sabine Britzmann, Wolfgang Jancar (Architektur)

Preisgeld € 500.-

Begründung der Jury:

Durch die betonte Landschaft in der Stadt wird dem Platz, architektonisch spannend, eine neue Bedeutung gegeben. Die Idee der gefalteten Landschaft wird im Inneren logisch abgebildet. Durch die Wandscheibe an der Mur wird der bestehende Hochhausbestand gemildert. Die Fassade mit rasterartigen Öffnungen bricht den Maßstab des Gebäudes. Durch die Schlankheit der Scheibe treten gravierende funktionelle Mängel auf. Als weiterer Mangel wird die notwendige Absenkung der Uferstraße gesehen.

Betreuerteam:

TU Graz | Institut für Architekturtechnologie

Univ.-Prof. DI Architekt Roger Riewe

DI Architekt Till-Matthias Lensing

ANERKENNUNG:

"Queen Elisabeth"

Entwurf: Thomas Kain (Architektur)

Begründung der Jury:

Eine intensive Beschäftigung der drei-dimensionalen Fassade im Hinblick neuartiger Überlegungen zum Klimadesign mit Fassadenelementen bietet ambitionierte gestalterische und energetische Aspekte. Die technologische und thermische Nutzung mit der Verräumlichung der Fassade ist gut durchgearbeitet. Als „Stadt in der Stadt“ steht dieses Projekt zu unruhig, extrem verdichtet, im innerstädtischen Kontext von Graz.

Betreuerteam:

TU Graz | Institut für Gebäudelehre

Univ.-Prof. DI Architekt Hans Gangoly

DI Dr. Andreas Lechner

DI Dr. Michael Zinganel

TU Graz | Institut für Hochbau und Bauphysik

DI Dr. Architekt Michael Grobbauer

ANERKENNUNG:

"SOL – Shopping, Office, Living Andreas Hofer"

Entwurf: Dominik Troppan (Architektur), Christian Liebminger (Bauingenieurwesen)

Begründung der Jury:

Die Idee der Auflösung der Kubatur in zwei schmale Gebäudescheiben ist städtebaulich interessant, die Hochpunkte der Scheiben sind jedoch ungünstig gesetzt. Anerkannt werden die intensiven und detailliert betrachteten, durchgebildeten Überlegungen zur Energiefassade, die sich auch in einer gut proportionierten Fassadenteilung niederschlägt.

Betreuerteam:

TU Graz | Institut für Gebäudelehre

Univ.-Prof. DI Architekt Hans Gangoly

DI Dr. Andreas Lechner

DI Dr. Michael Zinganel

TU Graz | Institut für Baubetrieb und Bauwirtschaft

Univ.-Doz. DI Dr. Christian Hofstadler

TU Graz | Institut für Hochbau und Bauphysik

DI Dr. Architekt Michael Grobbauer

Jury des Beton Kreativ Wettbewerbs:

Arch. DI Alfred Bramberger (bramberger architects, Graz)

Bmst. Ing. Eduard Dušek (Strabag AG, Wien)

DI Bernhard Göschl (BIG-Standort Graz)

Dr. Georg Grimschitz (Wietersdorfer & Peggauer Zementwerke GmbH, Klagenfurt)

Prof. Bruno Krucker (Von Ballmoos Krucker Architekten, Zürich)

DI Christoph Ressler (Güteverband Transportbeton (GVTB), Wien)

DI Mag. Bertram Werle (Stadtbaudirektion, Graz)

Auslober und Proponenten des Beton Kreativ Wettbewerbs 2010:

DI Theodor Zillner, Bundesministerium für Verkehr, Innovation und Technologie (bmvit);

DI Wolfgang Gleissner, Bundesimmobiliengesellschaft m.b.H (BIG);

Stadtrat Univ. Doz. DI Dr. Gerhard Rüsch, Stadt Graz;

Bmst. Ing. Eduard Dušek, Strabag AG;

DI Karl Gruber, Alpine Bau GmbH;

DI Christopf Ressler, Güteverband Transportbeton (GVTB);

DI Gernot Brandweiner, Verband Österreichischer Beton- und Fertigteilwerke (VÖB); DI Felix Friembichler, Vereinigung der Österreichischen Zementindustrie (VÖZ);

DI Dr. Frank Huber, Zement + Beton Handels- und Werbeges.m.b.H

Unter der fachlichen Begleitung der TU Graz Fakultät für Architektur, Institut für Gebäudelehre: Univ.-Prof. DI Arch. Hans Gangoly, UA DI Dr. Andreas Lechner, UA DI Dr. Michael Zinganel; Fakultät für Bauingenieurwissenschaften, Institut für Betonbau: Univ.-Prof. DI Dr. Lutz Sparowitz; Institut für Baubetrieb und Bauwirtschaft: Ao.Prof. DI Dr. Christian Hofstadler; Institut für Hochbau und Bauphysik: UA DI Dr. Arch. Michael Grobbauer

Veranstalter:

TU Graz in Kooperation mit der Vereinigung der österr. Zementindustrie

Ausstellungsort:

Haus der Architektur im Palais Thinnfeld

Mariahilferstraße 2, 8010 Graz

T 0316/32 35 00

office@hda-graz.at

Ausstellungsdauer: bis 23. Mai 2010

Öffnungszeiten: Di-So 10.00-18.00 Uhr

Verfasser/in:
Redaktion GAT Graz Architektur Täglich

Weiterführende Links

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1. PREIS: Projekt "Element", Entwurf /Schaubild: Valentina Kehrer
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1. PREIS: Projekt "Element", Entwurf / Modellfoto: Valentina Kehrer. Das Fassadensystem basiert auf einem einzelnen Grundelement, einem Rahmen aus Beton, und bedient sich unterschiedlicher Abwandlungen dieses Elements.
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ANERKENNUNG: Projekt "Queen Elisabeth". Entwurf/Modell: Thomas Kain
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ANERKENNUNG: Projekt "SOL – Shopping, Office, Living Andreas Hofer". Entwurf / Schaubild: Dominik Troppan, Christian Liebminger

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