Ein Architekturbüro wählt ein oder mehrere Projekte einer Kollegin / eines Kollegen aus. Dieses Architekturbüro präsentiert das /die ausgewählte/n Projekt/e und stellt es einer interessierten Gruppe zur Diskussion. Diskussionsforum ist das Büros der / des ausgewählten Kollegin / Kollegen.
Sie / er organisiert Erfrischungen sowie „Knabbergebäck“.
> ISSUE 3
Heiner Hierzegger besucht Markus Pernthaler
WANN: MI, 01. Juli 2009, 19.00 Uhr
WO: Rondo, Marienplatz 1, 8020 Graz.
> Nachlese: ISSUE 2
In der zweiten Ausgabe der Veranstaltungsreihe der ZV Steiermark besuchte Martin Krammer am 20.04.2009 das team von HoG Architektur in seinem Büro in der Belgiergasse 6 in Graz. GERNOT STANGL war wieder dabei und hat den nachfolgende Bericht verfasst.
"Im Büro meines Kollegen / meiner Kollegin - die zweite Ausgabe"
"Linz ist schön" ist keine wahre Aussage. Das ist österreichische formale Logik und eine Gemeinheit, die wir schon in der Schule gelernt haben. Linz hat zwischen Hafen, Hochofen und Stadtautobahn eine Fabrikanlage von Peter Behrens, ein Konzerthaus von Heikki Siren und ein Konferenzzentrum von Thomas Herzog - Hamburg oder Helsinki liegen nicht fern. Mit dem Lentos und dem Ars Electronica Center sind großteilige, aber maßstäbliche Museumsneubauten entstanden.
Das junge Grazer Büro "Hope of Glory" (HoG) gewann 2006 den Wettbewerb für ein weiteres Museum in Linz, den Südflügel des Schlossmuseums, der den vorhandenen Torso eines Altbaus am Donauufer ergänzt. Im Rahmen der Veranstaltungsreihe "Im Büro meines Kollegen / meiner Kollegin" (veranstaltet von der Zentralvereinigung der Architekten, Sektion Steiermark) stellte Martin Krammer das Projekt Ende April 2009 vor.
Martin Emmerer, Clemens und Hansjörg Luser nennen sich "Hope of Glory". Sie arbeiten im Griesviertel, einem Stadtgebiet mit hohem Zuwandereranteil. "Hope of Glory" war der Name eines Afro-Shops in der Nähe des Büros. Wer hofft, rechnet mit höheren Mächten. Wer auf Ruhm hofft, gibt zu, ihn noch nicht zu haben.
Der Namensfindung ging eine sensationelle Entscheidung voran. Ein Entwurf, der zuvor als Diplomarbeit von Martin Emmerer ausgearbeitet wurde, siegte im Wettbewerb um eines der wichtigsten Linzer Kulturprojekte. In dieser Situation ist es erlaubt, seinen Fatalismus und seinen Anfängerstatus offen zuzugeben und sich mit dem Abzeichen des Unterprivilegierten zu versehen, obwohl man als Ziviltechnikerbüro privilegiert ist.
Auch junge Büros können große Projekte gut umsetzen. So haben Meinhard von Gerkan und Volkwin Marg 1965, frisch von der Uni, den Flughafen Berlin-Tegel entworfen, der immer noch funktioniert. HoG kann heute, drei Jahre nach dem Wettbewerbsgewinn, das beinahe fertiggestellte Projekt in Linz vorzeigen, das ohne Abstriche realisiert wurde.
Martin Krammer, Teil von Innocad und außerdem Präsident der ZV-Steiermark, war in Linz vor Ort und schilderte am Abend in den Räumen von HoG seine Eindrücke.
Das Linzer Schloss liegt, etwas erhöht, unmittelbar an der Donau und ist ein wesentlicher Teil der Stadtsilhouette, die von der Donaubrücke her sichtbar ist. Die annähernd rechteckige Anlage verlor 1800 durch einen Brand eine ihrer Längsseiten.
Heute beherbergt das Schloss ein Universalmuseum mit dem Schwerpunkt oberösterreichische Natur- Kultur- und Kunstgeschichte.
Der neu zu schaffende Zubau liegt im Bereich der durch Brand verlorenen Längsseite. Das Projekt von HoG schließt den Innenhof, belässt aber durch die Anhebung der Hauptkubatur über Hofniveau die zur Stadt hin offene Ausrichtung des Hofes. Die kristalline Konstruktion ist klar und schlüssig - all das bildet einen schönen Einklang mit den Projekten, die zu Beginn dieses Artikels genannt wurden.
> ERÖFFNUNG Schlossmuseum - Neubau Südtrakt:
Das neu gestaltete Schlossmuseum wird am 4. Juli 2009 um 10.00 Uhr mit der Ausstellung "Das grüne Band" eröffnet (siehe GAT-Kalendarium).
Der Weg nach Linz ist gar nicht so weit!
Fotonachweis:
Fotos Büro HoG: Gernot Stangl
Fotos Baustelle Südtrakt Schlossmuseum Linz: Martin Krammer
Modellfoto: Stadt Linz
- Verfasser/in:
- Gernot Stangl, Bericht













