Helix

Entwurf „Helix“: Ausstellungsraum und Lebenszone für Künstler in Spiralform am Rand des Grazer Stadtparks, abgeleitet von Peter Koglers Arbeiten.

17/03/2005

Interpretation von Peter Koglers Werken:

In Peter Koglers Arbeiten kommt häufig die „Unendlichkeit“ vor. Ein Symbol dafür ist die Spirale, die relativ häufig in seinen Arbeiten vorkommt. (Bsp.: Unendlichkeit: Kunsthaus Zug Mobil 2002; Spirale: Galerie Edition Atelier, Graz 2000 bzw. 2001)

Als Künstler stellt er seine Arbeiten aus, äußert sich selbst aber nicht dazu, was zeigt, dass er Wert auf Privatsphäre legt.

Aufgabenstellung war, eine „Lebenszone“ für Peter Kogler zu entwerfen.

Ich habe mich dazu entschieden, einen Ausstellungsraum und eine Lebenszone nicht nur für Peter Kogler, sondern für Künstler allgemein zu entwerfen.

Wichtig für mich war, die Privatsphäre der jeweiligen Künstler zu wahren, ihnen aber die Gelegenheit zu geben, jederzeit Zutritt zu ihrer Kunst zu haben.

Als Standort dafür habe ich den Rand des Stadtparks in Graz gewählt, da dieser mitten in der Stadt liegt, aber doch ruhig ist.

Die Helix besteht aus 2 Zonen: Arbeits-/Ausstellungszone und Lebenszone

Der Eingang in die Helix liegt gewissermaßen versteckt, damit man sich mit dem Gebäude auseinandersetzen muss, um ihn bewusst wahrzunehmen. Somit kommen auch nur wirklich Interessierte in den Genuss der Ausstellungsbesichtigung.

Die Lebenszone befindet sich im Inneren der Spirale. Sie dient als Wohnzone für den jeweils ausstellenden Künstler, dieser wechselt natürlich von Ausstellung zu Ausstellung.

Die Lebenszone besteht aus Sichtbeton (Bodenständigkeit – im Gegensatz zum künstlerischen Überirdischen der Arbeits-/Ausstellungszone).

Zugang ist über eine unauffällige Tür neben der auffälligen Tür zur Spirale nur für den Bewohner möglich (Stimmerkennung).

Im 1. Level befinden sich eine Dusche und ein WC. Über eine Spirale (Fortsetzung der Spirale außen) gelangt man auf das 2. Level, auf dem sich eine Kochgelegenheit und eine Schlaf/Sitzgelegenheit befinden. Die Einrichtung ist wegen dem häufigen Benutzerwechsel relativ spartanisch ausgeführt, vorhanden sind nur die nötigsten Funktionen.

Die Arbeits-/Ausstellungszone besteht zum einen aus der Spirale, die als Aufgang in die Sphere dient. Die Spirale verjüngt sich nach oben, sie soll in die Sphere „hineinziehen“ und auf die eigentliche Ausstellung vorbereiten, genauso wie sie beim Verlassen der Ausstellung zum Nachdenken über das soeben gesehene anregen soll.

Die Sphere dient als eigentlicher Ausstellungsraum und kann mit auch als Erlebnisraum genutzt werden (Projektoren bieten die Möglichkeit eines „Rundum-Erlebnisses, im Fall Peter Kogler wäre dies eine Möglichkeit, den „Cave“ rundum zu erleben).

Die Spirale/Sphere dient zur ausstellungsfreien Zeit als Arbeitsraum für Künstler.

Durch die Form ist es dem Künstler erlaubt, sich „unendlich lange“ zu bewegen, während dem Entwerfen zu spazieren und seinen Gedanken freien Lauf zu lassen.

Die Spirale besteht aus einem transluzentem Material, die Sphere ist wegen der Sichtbarkeit der projizierten Bilder dementsprechend lichtundurchlässig ausgeführt.

Die Interaktion findet durch Lichtröhren, die sich in/auf der Lebenszone befinden.

Diese reagieren mit Hilfe von Sensoren auf die Besucheranzahl im Inneren der Spirale bzw. der Sphere mit Farbwechsel. Die jeweiligen Farben können benutzerspezifisch eingestellt werden.

Die Lichtröhren beleuchten sowohl die Spirale wie auch die Wohnzone. So weiß der Aussteller, ohne die Lebenszone zu verlassen, wie viele Besucher seine Ausstellung besuchen. Der Farbwechsel erfolgt stufenlos und langsam, damit der Künstler im Inneren und die Besucher in der Spirale durch abrupte Farbwechsel nicht gestört werden.

Verfasser/in:
Alexandra Pieler
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