Hanns-Koren-Kulturpreises 2010 geht an den Kunstverein

Die Steiermärkische Landesregierung hat in ihrer Sitzung am 10. Mai die Verleihung des Hanns-Koren-Kulturpreises 2010 an den Kunstverein beschlossen.

09/05/2010

Die Steiermärkische Landesregierung hat in ihrer Sitzung am 10. Mai die Verleihung des Hanns-Koren-Kulturpreises 2010 an den Kunstverein beschlossen.

Der Preis ist mit € 12.000 dotiert und wird im Zweijahresrhythmus vergeben.

Landesrätin Bettina Vollath begrüßt die einstimmige Entscheidung der Jury, die damit den Preis nicht nur als retrospektive Würdigung der Arbeit einer Einzelperson oder Gruppe, sondern auch – ganz im Sinne Hanns Korens – zukunftsorientiert versteht. „Gerade in Zeiten, in denen von bestimmten Gruppen immer wieder die Angst vor dem Fremden geschürt wird, ist es eine der wesentlichen Hauptaufgaben der Kulturpolitik, künstlerische Initiativen zum besseren Verständnis des Anderen und zur Begegnung verschiedener Kulturen zu unterstützen.“, bekräftigt Bettina Vollath inhaltlich die Jury-Entscheidung.

Der Kunstverein wird von Margarethe Makovec und Anton Lederer geleitet und hat seinen Sitz sowie Ausstellungsräume in der Volksgartenstraße in Graz. Durch seine künstlerische Arbeit, die sich immer wieder immer im öffentlichen Raum manifestiert, will der 1999 gegründete Verein das „Bewusstsein für aktuelle gesellschaftliche Fragen fördern, das Zusammenleben in einer transkulturellen Gesellschaft reflektieren und jene zu Wort kommen lassen, die sonst keine Stimme haben“ (Margarethe Makovec). hat dazu immer wieder KünstlerInnen aus den Ländern im Südosten Europas eingeladen und mit kritischen Positionen und Statements den kulturellen Dialog belebt und gefördert. Als Beispiele sind die die Programme „real*utopia“, Balkan Konsulat und Land of Human Rights zu nennen. Zur Zeit tritt in Graz im öffentlichen Raum mit dem Projekt „Annenviertel“ auf, mit dem Projekt „Freizeichen“ in mehreren steirischen Orten von Bad Aussee bis Stainz und in Budapest mit der Ausstellung „IF NOT NOW [WENN NICHT JETZT]“,die die Solidarität von KünstlerInnen mit der Roma Bevölkerung und die Forderung nach gleichen Rechten thematisiert.

Die Jury-Begründung im Wortlaut: Der Kunstverein ‹rotor› hat seit seiner Gründung im Jahre 1999 wesentliche und erfrischende Impulse zur Belebung der steirischen Kunstszene geleistet, wodurch „die Entwicklung des Kulturlebens in der Steiermark beispielgebend gefördert wurde“ wie es die Statuten für die Vergabe des Hanns-Koren-Kulturpreises vorsehen. ‹rotor› hat in seiner Arbeit stets gesellschaftspolitische Aspekte der Gegenwartskunst betont, ohne deshalb zu sehr theorielastig zu werden. Die Blickrichtung in den Südostens Europa und die Schaffung eines Netzwerks mit zumeist jungen und kritischen KünstlerInnen und Institutionen dieser Länder sind durchaus als heutige, zeitgemäße Umsetzung von Korens trigon-Gedanken zu sehen. Mit der einstimmigen Entscheidung zugunsten der noch relativ jungen Kunstvereinigung ‹rotor› will die Jury den Hanns-Koren-Preis nicht ausschließlich als Würdigung des Lebenswerks einer Person sondern auch als Signal für eine zukunftsorientierte kulturelle Entwicklung interpretiert wissen.

Die Überreichung des Hanns-Koren-Kulturpeises des Landes Steiermark 2010 erfolgt am 26. Mai 2010 um 19 Uhr im Weißen Saal der Grazer Burg.

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