Am 25. März wurde im Weißen Saal der Grazer Burg Werner Wolf, Leiter des Museums der Wahrnehmung (MUWA) in Graz, mit dem Hanns-Koren-Kulturpreis des Landes Steiermark 2008 ausgezeichnet.
Nach der Begrüßung durch Landeshauptmannstellvertreter Dr. Kurt Flecker hielt Univ. Prof. Dr. Marc Ries aus Leipzig die philosophische Laudatio, überreichte Dr. Kurt Flecker die Urkunde, dankte Werner Wolf in launigen Worten, umspielt vom Klavierspiel der Pianistin Mag. Mari Kiyofuji. Anschließend lud Flecker zu Schwammerlsuppe und Haidensterz in die angrenzenden Repräsentationsräume.
Werner Wolf, Jahrgang 1946, startete seine Laufbahn nach der Matura als Journalist bei der ‚Neuen Zeit’ in Graz, bei der er bis in die 1980er Jahre blieb. Er war Gründungsmitglied der Projektschule ‚Modellschule Graz’, deren Verein er mehrere Jahre leitete und versuchte schon damals einen Medienzweig einzurichten, wohl 20 Jahre zu früh.
Jahrelang war er mit Ilse Weber Sprecher der IG Kultur Steiermark.
Seit 1990 leitet er das von ihm gegründete Museum der Wahrnehmung. 1996 zog er mit dem MUWA in das ehemalige Volksbad (Wannenbad) am Augarten und rettete so das so genannte ‚Tröpferlbad’, einen denkmalgeschützten Achteckbau mit einem mächtigen, zentralen Schornstein aus dem Jahr 1905.
Von dem Medienpädagogen gesammelte Gegenstände, Apparate und Installationen, die die Hintergründe der menschlichen Wahrnehmung und die Täuschung unserer Sinne sichtbar, spürbar und hörbar machen, bilden den Grundausstattung des Museums.
Langsam entwickelte sich aber ein Ausstellungsbetrieb mit KünstlerInnen, die die Wahrnehmung auch ästhetisch und vor allem individuell übersetzen. „Denn“, so Werner Wolf, „es spielt die Verbindung zur Kunst zunehmend eine größere Rolle. Ich sehe die bildende Kunst, vor allem die konstruktiven Künstler als maßgeblich für eine gewisse Ästhetisierung der Wahrnehmung“
Der Kulturtheoretiker Marc Ries sagte in seiner Laudatio über Werner Wolf: „Ja natürlich, da ist vor allem der Initiator und bis heute erfolgreiche Manager eines ’anderen’ Museums, eine Institution, die vielfach Anerkennung bekommt und sich durch eine kluge Symbiose von Experiment und Wissen die Aufmerksamkeit vieler sichert.“ Diese öffentliche Person Werner Wolf gäbe es nur, „weil es da jemanden gibt, der sich immer schon sehr ’unnatürlich’ dagegen entscheidet, gegen die Gesellschaft als reale Macht, gegen die allzu unbeweglichen und undurchschaubaren Institutionen, der rebelliert gegen die allzu schnellen Gewissheiten und Halbwahrheiten, gegen die Verurteilungen von dem, was man nicht versteht, gegen die schnellen Dummheiten im Alltag.“
Der mit 12.000 Euro dotierte Hanns-Koren-Kulturpreis wurde von 1978 -2003 jährlich und wird seit 2004 zweijährlich an sehr verschiedene Persönlichkeiten des steirischen Kulturlebens vergeben.
- Verfasser/in:
- Eva Mohringer-Milowiz, Bericht









