Gutachterverfahren Wohnbebaung Kalsdorf entschieden

Unter dem Vorsitz von Arch. Prof. DI Hubert Riess wählte die Jury des steiermarkweit offenen Verfahrens das Projekt des Teams Schwarz.Platzer.Architekten (Christopf Platz

11/05/2007

Unter dem Vorsitz von Arch. Prof. DI Hubert Riess wählte die Jury des steiermarkweit offenen Verfahrens das Projekt des Teams Schwarz.Platzer.Architekten (Christopf Platzer/Werner Schwarz) zum Sieger. Insgesamt wurden 40 Projekte eingereicht.

Gegenstand des von der ÖWGES ausgelobten Gutachterverfahrens war die Planung einer Wohnanlage auf den Grundstücken Nr. 391/3 und 391/1 KG Kalsdorf mit einer Gesamtgrundstücksfläche von 40.000 m² und einem Bebauungsdichtewert von 0,2 - 0,6.

WEITERE PREISTRÄGER SIND:

2. Preis: Malek & Herbst Architekten ZT GmbH

3. Preis: Arch. DI Alfred Graffer

Ankäufe:

1. Ankauf: Arch. DI Martin Strobl

2. Ankauf: Balloon - Wohofsky ZT-KEG

3. Ankauf: Arch. DI Kurt Fandler

Nachrücker:

Univ.Prof. Arch. DI Dr. Hansjörg TschomPreisgelder:

1. Preis = 11.380,- €

2. Preis = 9.140,- €

3. Preis = 6.830,- €

3 Ankäufe je 3.420,-

ZUSAMMENSETZUNG DER JURY

- Kammer der Architekten und Ingenieurkonsulenten:

Arch. Prof. DI Hubert Riess

Arch. Prof. DI Ruth Berktold

Arch. DI Michael Gattermeyer (Ersatzjuror ohne Stimmrecht)

Arch. DI Eva Gyüre (Ersatzjuror ohne Stimmrecht)

- Marktgemeinde Kalsdorf

Bgm. Helmuth Adam

GR Werner Grubholz

- Amt der Steiermärkischen Landesregierung

FA 13B - DI Daniel Kampus

A 15 - OBR DI Johann Tatzl

Büro LR Seitinger - DI Gerhard Bräuer

- ÖWGES Gemeinnützige Wohnbaugesellschaft m.b.H.

Bm. Ing. Johann Frank

Arch. DI Dieter Salzmann

Ing. Elfriede Teubenbacher (Zuhörerin)

- Vorprüfung: Arch. DI Elisabeth Heyszl

- Schallgutachter: Dr. Gerhard Tomberger

- Protokollführung: Hildegard Hollerer, ÖWGES

AUSSTELLUNG:

Die Ausstellung der Projekte wird im Marktgemeindeamt Kalsdorf stattfinden. Der Termin ist noch zu vereinbaren und wird ehest möglich auf GAT bekannt gegeben.BEURTEILUNG DER PREISTRÄGER, ANKÄUFE UND DES NACHRÜCKERS:

(Auszug aus dem Juryprotokoll)

SIEGER: Projekt 40 - Leitprojekt

Schwarz.Platzer.Architekten

Christopf Platzer/Werner Schwarz

- Die Siedlungsstruktur wird als wesentlicher Beitrag dieses Projektes bewertet.

- Die daraus resultierenden Freiraumqualitäten sind unübersehbar.

- Allerdings wird die interne Schallproblematik nicht konsequent gelöst.

- Die Qualität der Wohnungsgrundrisse birgt keine Überraschungen.

- Die intensive und engagierte Ausbildung des Freiraumes wird nochmals hervorgehoben.

- Die Qualitäten als städtebauliches Leitprojekt überwiegen.

2. PREIS - Projekt 19

Malek & Herbst Architekten ZT GmbH

- Die bewusst reduzierten Baukörper bilden durch versetzt Stellung wechselnde

Außenräume.

- Durch schlichte Balkone in frei wählbarer Lage an den Fassaden wird eine spielerisch

abwechslungsreiche Gestaltung der Baukörper erreicht.

- Die Abstände der Baukörper untereinander sind teilweise zu gering.

- Die Orientierung der Freiräume nach Osten wird als ungünstig empfunden.

- Als besonders problematisch wird die Öffnung der Bebauung zum nördlichen

Parkierungsbereich betrachtet, wodurch eine Durchlärmung der Freiräume und der

Fassaden entsteht.

3. PREIS – Projekt 10

Arch. DI Alfred Graffer

- Das Projekt ist der überraschendste und frischeste Beitrag des Wettbewerbes.

- Die Qualität der Wohnungen sowie die architektonische Durchbildung sind sehr

überzeugend.

- Die Patio-Höfe werden kontroversiell diskutiert.

- Eine wirtschaftliche Realisierung im Rahmen der Wohnbauförderung wird von den

zuständigen Fachleuten in der Jury als nicht möglich erachtet.

- Als Alternative zum Einfamilienhaus positioniert sich das Projekt gegen die allzu vielen

Beiträge konventionellen Geschossbaues und schafft darüber hinaus eine Einbindung in

die Siedlungsstruktur.

- Der Lärmproblematik (unter anderem von den oberirdischen Parkplätzen und TGEinfahrten

ausgehend) wird nicht allzu große Aufmerksamkeit gewidmet.

1. ANKAUF: Projekt 20

Arch. DI Martin Strobl

- In Teilbereichen werden architektonische Ambitionen sichtbar.

- Das differenzierte Angebot an Haustypen wird trotz gewisser Unstimmigkeiten positiv

bewertet.

- Auf die Erschließungs- und Lärmproblematik wird nicht adäquat reagiert, insbesondere

wird die zusätzliche westliche Erschließung mit Tiefgaragenabfahrten als problematisch

angesehen.

- Die Freiraumqualitäten sind in den Teilbereichen von unterschiedlicher Qualität.

- Diverse Wohnungsgrundrisse und unterschiedliche Gebäudetypologien, die frei auf dem

Grundstück verteilt sind, könnten bei entsprechender Durcharbeitung ein interessantes

Ergebnis erzielen.2. ANKAUF: Projekt 3

Balloon - Wohofsky ZT-KEG

- Die Siedlungsstruktur ergibt Freiräume, die den Dimensionen der Objekte nicht

angemessen sind.

- Die Qualität der Wohnungen wird positiv bewertet.

- Die Reaktion auf die Erschließungsproblematik und den erforderlichen Lärmschutz –

Eigenabschirmung bzw. vorgehängte Fassade – ist gut gelöst.

- Die architektonische Durchbildung ist nur schemenhaft erfolgt.

3. ANKAUF: Projekt 2

Arch. DI Kurt Fandler

- Die Verteilung der Baukörper ergibt Freiraumqualitäten, die als gelungenster Beitrag des

Projektes positiv bewertet werden.

- Die Schallproblematik an der Ost- und Nordseite scheint ohne einen Verlust an Qualitäten

lösbar.

- Kritisiert werden: Zu wenige Bauabschnitte (40 WE je BA), ein zu großer Anteil an 2-

Zimmer-Wohnungen, die zudem noch nur einseitig belichtet und belüftet sind, und zu viele

PKW-Abstellplätze in der Tiefgarage.

- Die unzureichende architektonische Durcharbeitung wird bemängelt.NACHRÜCKER: Projekt 13

Univ.Prof. Arch. DI Dr. Hansjörg Tschom

- Grundsätzlich wird die Siedlungsstruktur positiv bewertet.

- Die Lärmproblematik wird nicht konsequent gelöst.

-6-

- Die Freiraumtrasse in Ost-West-Richtung wird grundsätzlich positiv gesehen.

- Abgesehen von einigen schwierigen Besonnungssituationen werden mangelhafte

Grundrisslösungen kritisiert.

- Fraglich bleibt die architektonische Gestaltung.

Verfasser/in:
Redaktion GAT Graz Architektur täglich

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