Eine szenische Installation rund um das Thema Arbeit, passend zum "Tag der Arbeit".
Treffpunkt: Südtirolerplatz, Graz, jeweils 20.00 Uhr
Aufführungsorte: Mariahilferstraße und Hotel "Goldener Engel"
Termine: 1. bis 5. Mai 2009
Eine etwas andere Auseinandersetzung zum 1. Mai, dessen Feiern ihren Ursprung vor 120 Jahren mit dem Gründungskongress der 2. Internationale nahmen. Deren Ziel war unter anderem die Einführung des 8-Stunden-Arbeitstages, der schließlich in jene "nine to five" Jobs mündete, die mittlerweile für viele mehr oder weniger erstrebenswert, meistens aber ohnehin unerreichbar sind, weil sie entweder viel mehr, oder viel weniger arbeiten wollen, können, müssen.
Arbeit ist wie vieles andere auch unbestimmter, vielfältiger, flüchtiger geworden.
"selbstbestimmt? glücklich? zufrieden?
Arbeit strukturiert, fordert, verändert, gibt. Arbeit als grundlegendes Strukturierungselement innerhalb der Gesellschaft. Ansehen, Luxus, Leistung, Anerkennung oder doch das Bedürfnis nach Freiheit, Flexibilität und Gestaltung?
>freigangproduktionen< sucht nach Antworten und geeigneten Fragestellungen innerhalb der Arbeitswelt."
Ort des Geschehens ist der Bezirk Graz-Lend, der als ehemaliger klassischer Arbeiterbezirk und nunmehriger Mitspieler im Phänomen der Gentrifizierung ein stimmiges Ambiente abgibt: Am Südtirolerplatz beginnt die Reise zuerst in die Vergangenheit der Mariahilferstraße bis zum Hotel "Goldener Engel" am Lendplatz, in welches der Besucher gelotst wird. Spätestens im Gang des 2. Stocks sitzend und Kommendes schon irgendwie erahnend, wird dem Besucher schlagartig bewusst, dass hier nicht die Führung durch die Geschichten des Hotels weitergeht.
Geschichten und Textfragmente ziehen sich durch das Gebäude, aber sie handeln von Menschen in unterschiedlichsten Arbeitsverhältnissen, ihr eigener Blick auf die Strukturen wird sicht-, hör- und erlebbar. Der Besucher mit mehr oder weniger Vorahnung wird mit hineingezogen, unter anderem in die einzelnen Zimmer mit dem vergilbten Charme längst vergangener Tage, wo er sich in den verschiedenen Settings von Assessment-Center, Motivationslehrgang, Teamtraining und Co. wiederfindet.
Die Arbeitsweise von >freigangproduktionen< - Regie führte Martina Pusterhofer, Idee und Konzept fr:dl (Gottfried Prasenc) - nimmt Hintergrundgeschichten auf, integriert Textarbeit, Tonaufnahmen, Musikproduktionen, Film und Fotografie und formt daraus szenische Installationen in beachtlicher Dichte und Länge, die Anwesende mitreißen und herausfordern. Ein Stück zu einem sensiblen Thema, das zum Denken anregt, dabei aber ohne erhobenen Zeigefinger auskommt.
Weitere Handelnde:
Schauspiel: Astrid Priesling, Susanne Mohl, Christian Stani, Barbara Christof, Christoph Schalk
Walk: Emil Gruber
Ton: Martin Mehrl
Raum: Christian Hütter
Musik: Initiative Wortspende
Licht: Patrick Suppan
Grafik: Gunter bauer
>freigangproduktionen< ist ein Zusammentreffen von KünstlerInnen zur Realisierung von interdisziplinären und interkulturellen Kunst- und Kulturprojekten und bewegt sich an der Schnittstelle von Kunst und sozialen Fragestellungen. Die Gruppe greift aktuelle soziale, gesellschaftliche Themen des Alltags auf, bearbeitet sie mit künstlerischen Mitteln und präsentiert diese in der Öffentlichkeit. Personen und Gruppen mit unterschiedlichen Ressourcen und aus unterschiedlichen sozialen Kontexten treffen aufeinander, entwickeln gemeinsam Konzepte, arbeiten in Kunstprozessen, präsentieren Ergebnisse.
KONTAKT:
Martina Pusterhofer
freigangproduktionen
Wassergasse 2
8010 Graz
info@freigangproduktionen.at
- Verfasser/in:
- Ute Angeringer-Mmadu, Empfehlung
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