Am 28. Mai wurde die Landesausstellung in Bruck/Mur mit dem Titel "Wege zur Gesundheit" eröffnet. Das Architektenteam Ernst Giselbrecht und dreiplus architektur (Federspiel, Heil, Hoinkes) leisten mit ihrer Gestaltung zum Hauptthema Wohlbefinden einen wesentlichen Beitrag.
Dass Gesundheit nicht bloß ein Zustand des Fehlens von Krankheit ist, ist in der Definition der WHO (Weltgesundheitsorganisation) festgeschrieben und begleitet uns tagtäglich in mannigfaltiger Form, medial attraktiv aufbereitet, mit guten Tipps, was wir tun und essen sollten oder was eben nicht. Was aber bedeutet Gesundheit wirklich? Ausgehend von einer ganzheitlichen Betrachtung des Menschen ist es die Ausgewogenheit von völligem körperlichem, sozialem und geistigem Wohlbefinden. Diese drei Säulen bilden die Kernthemen der Ausstellung und sind in dieser Form ebenso stimmig wie spannend von den Architekten in die Räume des Brucker Kulturhauses integriert. Das Leitsystem bildet ein durchgehendes blaues dreidimensionales Band, in welches Ausstellungsobjekte eingeschrieben sind und das an anderer Stelle zum (Wohlfühl)- Sitzmöbel wird. Wenn auch nicht in der projektierten Plastizität umgesetzt - es hätte sich mitunter auch an der Decke fortsetzen sollen - ermöglicht seine Konstruktion eine simple technische Wartung und ist zudem auch wieder leicht zu entfernen und somit Kosten sparend.
Sinngemäß wird der Besucher der Ausstellung zuerst in die Tiefen des menschlichen Körpers geführt und erhält im Untergeschoss Einblicke in sein Innerstes sowie einen kleinen Überblick der Geschichte der Erforschung des menschlichen Körpers und seiner Gesundung im Krankheitsfall - Anatomie gestern und heute. Auf dem Weg nach oben begleitet ihn im Laufschritt ein Mensch - zuerst als laufendes Skelett, dann überzogen mit Muskeln - das Modell stammt aus dem Film "Das 5. Element" von Luc Besson und wurde von Denkbar & So in Bewegung gesetzt. Schließlich wird der Mensch doch ganz. Unterwegs gibt es laufend Möglichkeiten, seine eigene Fitness zu testen.
Der physischen Gesundheit folgt das soziale Wohlbefinden: Die oberen Sphären - das 2. Obergeschoss - sind dem geistigen Wohlbefinden vorbehalten: Um dorthin zu gelangen, nimmt man an einer Wallfahrt teil. Nachdem der Besucher nunmehr Bescheid weiß über seine körperliche und soziale Befindlichkeit, Blutdruck, Pulsfrequenz und vieles mehr kennt, kann er sich geistigen Dingen zuwenden: Bemerkenswert die Installation „Betende Hände“ vom Atelier Andrea Knecht/Pascal Raich im letzten Raum des 2. Obergeschosses; die fünf Seiten des Objektes symbolisieren die fünf Weltreligionen und laden zur Kontemplation ein.
Insgesamt eine ansprechende Ausstellung, die komplexe Themenfelder verständlich präsentiert und deren Gestaltung nicht unwesentlich zum Wohlbefinden der Besucher beiträgt.
Ausstellungsort:
Kulturhaus Bruck an der Mur
Stadtpark 1, A-8600 Bruck an der Mur
T +43 (0)3862/553 55
F +43 (0)3862/553 55-5
Öffnungszeiten:
29.04. - 29.10.2006
Mo - So 9.00 - 18.00 Uhr
Kassaschluss: 17.00 Uhr
- Verfasser/in:
- Ute Angeringer, Kommentar
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