Das Gebäude in der Nikolaigasse aus dem Jahr 1840, das das Joseph-Fux-Konservatorium - eine Bildungseinrichtung des Landes Steiermark zur Förderung des musikalischen Nachwuchses - beherbergt, wurde im zweiten Weltkrieg fast völlig zerstört und nach 1945 wiederaufgebaut. Nach 50-jähriger Nutzung soll es nun um rund 4 Millionen Euro generalsaniert und das gesamte Erschließungskonzept neu organisiert werden.
Zu diesem Zwecke führte das Land Steiermark einen geladenen Wettbewerb mit EU-weiter Bekanntmachung und nachgeschaltetem Verhandlungsverfahren durch, zu dem sich insgesamt 24 Architekturbüros bewarben. 12 Architekten, darunter drei aus dem EU-Raum, wurden zu einer 1. Stufe eingeladen. Die Jury unter dem Vorsitz des Grazer Architekten Ernst Giselbrecht wählte die Entwürfe der Architekturbüros Anderhalten Architekten (Berlin), Alfred Bramberger (Graz), Kamptis&Gamerith (Graz), Kerschbaumer-Depisch ZT GmbH (Unterpremstätten) und Markus Pernthaler (Graz) für die 2. Wettbewerbsstufe aus. Mit den erstgereihten Architekten Claus Anderhalten und Markus Pernthaler wurde ein Verhandlungsverfahren durchgeführt, aus dem Architekt Claus Anderhalten als Bestbieter hervorging.
BESCHREIBUNG DES SIEGERPROJEKTES
Anderhalten Architekten ordnen die Haupterschließung in der Mittelachse des Altbaues in der Nikolaigasse an. Dort befindet sich der Hallenraum mit Tonnengewölbe. Er wird in Zukunft Eingangshalle sein und soll einen Übergang zwischen Straßenbereich und Innenhof darstellen. Die Fassade wird in diesem Bereich geöffnet und der neue Eingangsbereich als eingeschossiger Glaskörper davor positioniert. Er korrespondiert mit der neu gestalteten, über Glaskuben belichteten Dachzone. Der Innenhof wird in der Erdgeschoßzone an zwei Seiten verglast. Die historischen Fassaden werden nach den Vorgaben des Denkmalschutzes behutsam restauriert und nach historischem Vorbild farblich gestaltet.
Für die Ausführungsplanung und Umsetzung wird ein Bauträger im „offenen Verfahren“ gesucht, der die Finanzierung im Leasingwege unter Inanspruchnahme der Baudienstleistung für die Ausführungsplanung und Umsetzung durchführt.
Geht es nach Plan, ist die Generalsanierung in zwei Jahre abgeschlossen. Um den Unterrichtsbetrieb so gering wie möglich zu belasten, ist eine abschnittsweise Baudurchführung vorgesehen. Die lärmintensiven Arbeiten müssen in die schulfreie Zeit verlegt werden.
AUSSTELLUNG:
Das Siegerprojekt und alle für die zweite Stufe des Wettbewerbs ausgewählten Projekte können während der Öffnungszeiten im 2. Stock des Johann-Joseph-Fux Konservatoriums am Entenplatz 1b (!) in Graz besichtigt werden.
- Verfasser/in:
- Redaktion GAT Graz Architektur Täglich
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