"Ein ziemlich schönes Projekt. Die ganzen Ideen, die wir gehabt haben, waren bewundernswert." (Lukas)
Nachlese zu einem Workshop, bei dem GEMEINSAM groß geschrieben wurde.
Die Tatsache, dass Schülerinnen und Schüler in ihrer Freizeit am Freitagnachmittag und am Samstag an einem Schulprojekt teilnehmen und immer noch meinen, "das einzige, das für mich negativ war, war, dass die Zeit so schnell vergangen ist ..." (Lukas), spricht Bände. Vor allem widerspricht sie der oft geäußerten Annahme, dass Schülerinnen und Schüler wenig motiviert, uninteressiert oder unengagiert seien! Natürlich bedarf es auch des Engagements der Lehrenden, die ihrerseits in ihrer Freizeit ein Projekt, das sich außerhalb des üblichen Schulrahmens bewegt, mittragen. Wie in diesem Fall Stefanie Menzinger und Helene Simbürger vom BRG Kepler, die das gesamte Projekt begleiteten und es eigentlich noch immer tun: Denn auch das eingerichtete Diskussionsforum für die SchülerInnen und alle Interessierten sowie laufende Dokumentation zum Projekt auf der Schulplattform geschehen in der Freizeit der betreuenden Professorinnen. Somit erhielt der übergeordnete Titel des Projektes "Gemeinsam", der sich nicht nur auf das Motto des 2-Jahresprogrammes des HDA Graz bezieht, sondern vor allem auf die im Bezirk Lend vorhandene kulturelle Vielfalt, eine zusätzliche Dimension des gemeinsamen Handelns.
Das Projekt „GEMEINSAM WOHNEN“ – Wie wir wohnen wollen! Interkultureller Architektur-Workshop für Kinder – fand im Rahmen des diesjährigen Lendwirbels im Mai mit den Schülerinnen und Schülern der 1A Klasse des BRG Kepler und spontan Dazugekommenen im Haus der Architektur statt.
Zuvor begaben wir uns in zwei Workshops in der Schule auf Spurensuche zum Thema „WOHNEN“: Die Begriffsbestimmung der scheinbaren Alltäglichkeit des Wohnens erweist sich bei genauerer Betrachtung als gar nicht so einfach. WOHNEN ist sehr individuell und gleichzeitig von großer gesellschaftlicher Bedeutung! Jeder Mensch hat eigene, individuelle Bedürfnisse, gleichzeitig ist es aber auch wichtig, dass möglichst alle Menschen genug Raum zum Wohnen haben. Das ist nicht selbstverständlich.
WOHNEN ist ein Menschenrecht
Aber nicht alle Menschen haben ein Recht auf wohnen. Fast jeder 5. Mensch dieser Erde verfügt über keinen Wohnraum, weil er entweder auf der Flucht ist, oder einfach zu arm. In Österreich stehen jedem Menschen ca. 42m² Wohnfläche zur Verfügung.
WOHNEN ist mehr als die Bilder, die wir aus der Werbung kennen. Je mehr wir über uns wissen, desto besser wissen wir, wie wir wohnen wollen.
Der inhaltliche Bogen der beiden Workshops spannte sich von den Wohnformen auf der ganzen Welt ("Wie wohnen Menschen wo?"), über die Auseinandersetzung mit dem Wohnen der eigenen Familie bis zu den Groß- und manchmal Urgroßeltern ("Das Zuhause meiner Familie") bis zu den eigenen Wohnbedürfnissen und ihrer Umsetzung auf dem Papier. Schließlich wurden sie im zur Architekturwerkstatt umgestalteten HDA aus Ton in Form gebracht. Die Keramikkünstlerin Selma Etareri gab die fachkundige Anleitung zum Umgang mit dem Material, das reichlich in Form von noch nassen Dachziegeln von der Firma Tondach zur Verfügung gestellt worden war.
Am Samstag wurden die beachtlichen Ergebnisse in Form eines kleinen Symposions der Öffentlichkeit und vor allem den Eltern präsentiert. Modelle, Skizzen und Zeichnungen sind nunmehr in den Räumlichkeiten des Kulturvereins "Living Rooms" in der Griesgasse 40 ausgestellt.
Das Projekt „GEMEINSAM WOHNEN“ – Wie wir wohnen wollen! Interkultureller Architektur-Workshop für Kinder – war eine gemeinsame Initiative von: Kinderbüro Steiermark, HDA Graz, BRG Kepler, DA LOAM, GAFT und fand im Rahmen des Lendwirbel 2009 statt.
Sponsoren: Land Steiermark, Stadt Graz, Materialsponsoren: Tondach, STO und Sorger
Projektteam: Ute Angeringer-Mmadu, Selma Etareri, Katja Hausleitner, Gernot Kupfer, Stefanie Menzinger, Helene Simbürger.
- Verfasser/in:
- Ute Angeringer-Mmadu, kinderGAT
Weiterführende Links











