Erkunden Sie die Qualitäten des Grazer Stadtparks neu, die Wetter- und Lichtverhältnisse des kommenden Spätsommerwochenendes werden dafür ideal sein. Malerische Baumgruppen und üppig gestaltete Blumenbeete erzeugen im Wechsel mit mächtigen Solitärbäumen abwechsungsreiche Bilder und Durchblicke in den großen zusammenhängenden Wiesenflächen. Durchwandern Sie ihn, besetzen Sie ihn – mit oder ohne Picknick-Korb – und geben Sie sich den Transkriptionen und Medleys berühmter Melodien hin, gespielt, gejazzt von der Jazz-Formation „DIE PROPHETEN“: 5 Posaunen, Schlagzeug und Bass.
wann: Sonntag, 12. September 2004, 11:00 Uhr
wo: beim Stadtparkpavillon unweit des Stadtparkbrunnens
Eintritt frei!
Wissenswertes über die "grüne Lunge" Stadtpark
Er lehnt sich an den Typus eines englischen romantischen Naturparks an, enthält aber nicht wie diese Anlagen der zweiten Hälfte des 18.Jahrhunderts Ruinen oder andere architektonische Überraschungen. Vieles an ihm ist außergewöhnlich. Besonders natürlich seine Größe und Großzügigkeit, aber auch das bei seiner Fertigstellung erlassene Stadtparkgesetz, das festlegte, dass ausser einem Kursalon (an dessen Stelle 1950 das Forum Stadtpark errichtet wurde) nie Baulichkeiten am Stadtparkareal errichtet werden dürfen. (Was, wie man sehen kann, nicht befolgt wurde.)
Schon seine Entstehungsgeschichte ist bemerkenswert. Nach der Öffnung der Stadt hatte das Große Glacis, das ursprünglich ein freies Schussfeld gegen feindliche Bedrohung war und später von der Garnison als Exercierfeld genützt wurde, seine strategische Bedeutung verloren und war nach und nach zum Rummelplatz und wöchentlichen Viehmarkt verkommen. Daraus entstand der Wunsch nach einem Park, der nicht nur vom damaligen Grazer Bürgermeister Moritz Ritter von Frank, der am Rande des Glacis wohnte und dieses täglich passierte, sondern auch von bedeutenden Grazer Bürgern forciert wurde. Nach dem Abzug des Militärs, das im Tausch das Areal des Feliferhofs in Wetzelsdorf bekam, wurde ein Stadtverschönerungsverein gegründet, der 1869 einen öffentlichen Wettbewerb (!) zur Gestaltung des Parks ausschrieb. Zu gewinnen waren 50, 30 und 20 Dukaten für die drei Erstgereihten. Von den 15 eingereichten Projekten wurde jenes des Malers Ernst Mattey auserkoren und ab 1870 unter der Leitung des Herberstein’schen Obergärtners Wegener (ja, der Namensgeber der Siedlung in St.Leonhard) zügig umgesetzt. Schon zwei Jahre später waren die Arbeiten abgeschlossen.
1873 erwarb der Verein mit Hilfe von Spenden der Bevölkerung den gußeisenen Stadtparkbrunnen der französischen Firma Durénne, der zuvor bei der Wiener Weltausstellung allgemeine Bewunderung und nicht nur bei den Grazer Bürgern Begehrlichkeiten erregte. Er sollte ursprünglich am Hauptplatz aufgestellt werden, schien letztlich dafür jedoch zu groß und kam deshalb an seinen heutigen Standort. Übrigens: Seien sie nicht verwirrt, sollten Sie in Lissabon oder Genf auf eine Kopie des Brunnens stossen, es gibt vier annähernd gleiche Brunnen.
1876 kam ein Kiosk am Damm dazu, der aufgrund des großen Besucherandrangs 19 Jahre später mit zwei Seitenflügeln zum Kursalon erweitert wurde. Seine Beliebtheit war eng verbunden mit einem anderen kleinen Bauwerk in seiner unmittelbaren Nähe: dem Musikpavillon, der vom städtischen Oberingenieur Früchtl entworfen wurde - mit den schönen gusseisenen Säulen, die er im Versandkatolog der böhmischen Eisengießerei Salm fand. In diesem Pavillon wurden – und werden auch wieder nach der Renovierung 2002 – Freiluftkonzerte gegeben, früher die beliebten „Brunnenkonzerte“, heute die K.i.S (Konzerte im Stadtpark).
- Verfasser/in:
- Redaktion GAT Graz Architektur Täglich
