GAT empfiehlt: Einen Aufenthalt im LKH

Augen machen wird, wer schon lange nicht mehr im LKH Graz war. Die Initiative „LKH 2000“ krempelt die weitläufige Pavillon-Anlage aus 1910 mit einer Fülle an Zu- und Neub

27/08/2004

Augen machen wird, wer schon lange nicht mehr im LKH Graz war. Die Initiative „LKH 2000“ krempelt die weitläufige Pavillon-Anlage aus 1910 mit einer Fülle an Zu- und Neubauten gehörig um. Nicht alles ist gelungen, aber sehenswert ist es allemal.

Historische Bauten mit zeitgemäßer Architektur zu verbinden ist an sich schon ein Unterfangen, das ein hohes Maß an Sensibilität verlangt. Mehr noch, wenn es sich um ein so geschlossenes historisches Ensemble wie das des Grazer Landeskrankenhauses (1910 – 1914) handelt, geprägt von einer aufgelockerten Pavillon- und Blockbauweise in einem weitläufigen Parkareal.

Obwohl es galt, Charakteristik und Großzügigkeit der städtebaulichen Anlage zu erhalten, haben sich die Verantwortlichen der KAGes, der Stmk. Krankenanstaltengesellschaft m.b.H., entschlossen, keinen Generalplan zu erstellen, sondern für jedes der vielen Projekte einen Architekturwettbewerb durchzuführen, um so die angestrebte hohe Qualität zu erreichen.

Bis 2007 sollten rund 650 Millionen Euro (Stand 2001) investiert sein und schon heute kann man sehen, was das bedeutet. Neubauten unterschiedlichster Ausprägung wurden zwischen die Pavillons geschoben – etwa der Mitteltrakt der Augenklinik (Arch. Roland Fabro) - oder angedockt wie der Erweiterungsbau der 1.Med. (Arch. Croce/Klug), der Zubau zur HNO-Klinik (Arch. Ernst Giselbrecht) oder die Kinderklinik (Arch. Kapfhammer/Wegan/Koßdorf), die an den Wald grenzt. Es wurde mit dem Hörsaalzentrum (Arch. Croce/Klug) in die Erde gegangen, wo vorher ein baumbestandener Vorplatz war oder über die alten Grenzen des Areals hinaus wie beim Zentrum für Medizinische Grundlagenforschung ZMF (Arch. Croce/Klug).

Und es wurde ein neues Eingangszentrum (Arch. Croce/Klug) realisiert, das von seiner städtebaulichen Situierung her als Tor zum Areal fungieren soll, in seiner Bauköperausformung jedoch - der abweisenden Fassadengestaltung zur Riesstraße hin – das Landeskrankenhaus eher abschottet.

Lassen Sie sich davon nicht abhalten, das Gelände zu durchstreifen, die historische Anlage in ihrer Großzügigkeit neu zu entdecken und die heutigen Implantate auf ihre Qualität und Integationsfähigkeit hin zu überprüfen. Ein Spaziergang durch die axial angelegten Alleen und Grünflächen ist erholsam, vor allem, wenn man ihnen jederzeit wieder Adieu sagen kann.

wo: Auenbruggerplatz/Riesstraße, Bezirk St.Leonhard

wie kommt man hin: Mit der Straßenbahn Linie 7 bis zur Endstation

wann: das Areal ist Tag und Nacht für Fußgänger geöffnet

Verfasser/in:
Redaktion GAT Graz Architektur Täglich

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Das Zentrum für Medizinische Grundlagenforschung Foto: Luttenberger
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Das Zentrum für Medizinische Grundlagenforschung Foto: Luttenberger
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ZMF Ostansicht Foto: Luttenberger
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HNO-Klinik Zubau
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Innenhof des HNO-Klinik Zubaues Fotos HNO: Paul Ott

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