Bereits zum 4. Mal wurde am 17.10.2006 der GAD Award – Grazer Architektur Diplom – Award vergeben. Eine internationale Jury traf die Auswahl der besten Diplomarbeiten des Studienjahres 2005/06. Der diesjährige Award ging an Sabine Gesellnsetter.
Der vierköpfigen Jury, welcher Louisa Hutton (Berlin), Helena Njiric (Zagreb), Silke Ötsch (Innsbruck) und Kerstin Sailer (Dresden) angehörten, wurden 14 Projekte zur Beurteilung vorgelegt, die von einer universitären Vorjury - Maria Soledad Vidal Martinez, Johannes Sastrè-Terrasa und Roland Tusch - aus insgesamt 104 Diplomarbeiten vorausgewählt worden waren.
Die Kritik der Jurorinnen am allgemeinen Niveau der Diplomarbeiten und damit auch an der Architekturausbildung an der Grazer Fakultät fiel einhellig aus: zu viele Worthülsen, zu wenig Inhalt. Vorbei scheint die Zeit, in der Studentin und Student sich bild- und wortgewaltig von ihrem Studium verabschiedeten. Die Faszination der Beherrschung des Computers mittels aufwändiger Renderings sollte nicht über der inhaltlichen Auseinandersetzung mit den jeweiligen Themen stehen. Räumliche Ausformulierungen geraten mit ausschließlichem Einsatz von Computer oft oberflächlich und lassen sinnliche Qualitäten vermissen. Ein Appell an die Handskizze. Was aber nicht als Maschinenstürmerei verstanden werden sollte, sondern als Anregung, dass der haptischen Auseinandersetzung wieder mehr Raum gegeben werden sollte. In der Analyse eines Themas sind die Arbeiten oft zu langatmig, ihre Ergebnisse lassen mitunter konkrete Aussagen vermissen. Die Jury bedauerte auch, dass lediglich 14 Projekte von der Vorjury ausgewählt worden waren und theoretische Arbeiten zur Gänze fehlten.
Abschließend gab es auch Lob für die Grazer Absolventen: Die Vielfalt an Themen und Ideen wie sie an der Grazer Architektur Fakultät zu finden sind, ist außergewöhnlich und sollte nicht vernachlässigt werden.
Der erste Preis und damit eine Software-Lizenz und eine Designerlampe gingen einstimmig an Sabine Gesellnsetter für ihr Projekt „Aachen.KulturzentrumEuropa“, Betreuer: Prof. Roger Riewe.
Unter den nachfolgend genannten sieben, als gleichwertig beurteilten Arbeiten, wurde der zweite Preis verlost:
_ Verfasser: Thomas Klietmann
Titel: Klangraum Musiktheater Linz, Betreuer: Prof. Peter Schreibmayer
_ Verfasser: Christian Plazeriano
Titel: „bergbaden“ … aus Landschaft wird Badelandschaft
Betreuer: Prof. Daniele Marques
_ Verfasser: Caroline Waglhuber
Titel: Der Dampfer
Betreuer: Prof. Roger Riewe
_ Verfasser: Evangelos Trypsanis
Titel: METASTASIS_mehr ist anders
Betreuer: Prof. Grigor Doytchinov
_ Verfasser: Tobias Theuer
Titel: Schwimmhippodrom
Betreuer: Prof. Andreas Hild
_ Verfasser: Anna Schneider
Titel: Spielräume
Betreuerin: Dr. Uli Tischler
_ Verfasser: Wolfgang Isopp
Titel: Access für all
Betreuerin: Dr. Uli Tischler
Die zwei Anerkennungspreise in Form von je einer Software-Lizenz gingen an:
Christoph Gauster „Nasca Monument“
Betreuer: Prof. Roger Riewe
und
Martina Legat „Wege zur Kunst | Vías hacia el arte“
Betreuerin: Prof. Annegret Hohmann-Vogrin.
Die Besetzung der Jury durch universitätsexterne ArchitektInnen sowie die Zuerkennung von Sachpreise für die VerfasserInnen der prämierten Arbeiten war, wie schon in den Jahren davor, mittels finanzieller und materieller Unterstützung des Landes Steieremark, der Firmen A-Null, bene, Porr, Apres Nord, forbo, AluKönigStahl und Gösser möglich.
- Verfasser/in:
- Redaktion GAT Graz Architektur Täglich







