Am 13. August 2009 wurde das Wohnprojekt [ro*sa] KalYpso im neuen Stadtteil >kabelwerk< in der Oswaldstraße 35 in Wien-Meidling eröffnet.
Wohnbaustadtrat Michael Ludwig verweist in diesem Zusammenhang auf die Praxis der Stadt Wien, bei Projekten neben architektonischen, ökonomischen und ökologischen Kriterien auch soziale Nachhaltigkeit zu berücksichtigen. Es gab bereits die Frauen-Werk-Städte I und II, wobei an Frauen orientierte Kriterien im Wohnbau stets auch der Allgemeinheit zugute kommen. „Wohnraum von der Stange“ möchte die Stadt nicht fördern, sondern die Bedürfnisse der Menschen berücksichtigen, wie der Stadtrat betonte.
Meidling ist übrigens, wie Bezirksvorsteherin Gabriele Votava unterstreicht, der erste Wiener Bezirk mit Gender Budgeting und gendergerechter Planung. Dazu gehört auch, neue Straßen nach Frauen zu benennen, wie im >kabelwerk< deutlich wird.
[ro*sa] KalYpso geht, wie Karin König vom Trägerverein ausführte, auf die von der Architektin Sabine Pollak im Jahr 2003 gegründete Vereinigung [ro*sa] zurück. Mit dem Bauträger Kabelwerk GmbH konnte nach längerem Suchen ein Partner gefunden werden, der die Wünsche der künftigen Bewohnerinnen berücksichtigt.
Nun können 43 geförderte Mietwohnungen mit Eigentumsoption in der Größe von 50 bis 100 m² bezogen werden. An Eigenmitteln werden pro m² etwa € 528.- benötigt, die Miete beträgt inklusive Betriebskosten ca. € 6.30.-
Es ist möglich, die Wohnräume individuellen Wünschen entsprechend zu adaptieren. Zu den Wohnungen gehören auch Loggias oder kleine Gärten. Die BewohnerInnen spiegeln hinsichtlich Alter, Herkunft, Beruf und Lebensform die Vielfalt des Frauenlebens wieder. Es wird auch einen Hof und eine Terrasse sowie Gemeinschaftsräume geben. Der Verein [ro*sa] KalYpso hatte ein Vorschlagsrecht bezüglich der künftigen MieterInnen, was eines der Kriterien bei der Suche nach einem Bauträger als Partner war.
Männer sind als Partner herzlich willkommen, im Mittelpunkt steht jedoch, dass Frauen einander auch im Alltag unterstützen und Solidarität leben, die in der Großstadt bei den sonst meist gängigen Wohnformen zu kurz kommt. Was schwer ist im Frauenleben, solle geteilt werden, meint König, die auch von einer „solidarischen Hausgemeinschaft“ spricht. Sehr förderlich ist dabei auch, dass Gemeinschaftsräume vorgesehen sind und für selbständige Frauen die Möglichkeit bestehen wird, Büroräume zu mieten. Hinsichtlich Infrastruktur werden Geschäfte geboten und der direkte Anschluss an das U-Bahn-Netz durch eine Station der U 6. Außerdem wurde ein Park für alle BewohnerInnen der Siedlung auf den Gründen des ehemaligen Kabelwerks geschaffen, und direkt neben [ro*sa] KalYpso entsteht derzeit das Kulturzentrum „Palais Kabelwerk“, das im September eröffnet wird..
Kontakt [ro*sa] KalYpso:
T 0681/107 44 500
kalypso@frauenwohnprojekt.info
- Verfasser/in:
- Alexandra Bader, Bericht
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